Bilder von Annamalt in der Galerie Netzwerk

Eine Waffe in der Hand, halb Pinsel, halb Gewehr, aus deren Mündung Farbgeschosse sprühen – so sieht sich Annamalt. Foto: privat

TRIER. Vom 17. Mai bis 23. Juni stellt die in Föhren lebende Künstlerin Annamalt einige ihrer Bilder in der Galerie Netzwerk in der Neustraße 10 aus. Die Vernissage ist am 17. Mai um 19 Uhr, ein besonderes musikalisches Event der Auftritt von Steff Becker zusammen mit der Cellistin Angela Simons am 24. Mai um 19 Uhr.

Beim Eintreten in die Galerie sieht sich der Besucher gleich einem programmatischen Bildnis der Malerin gegenüber. Mit wild aufgetragenen Farben schreitet sie als Kämpferin auf die Betrachter zu – der Blick mutig, optimistisch, eine Waffe in der Hand (halb Pinsel, halb Gewehr), aus deren Mündung Farbgeschosse sprühen. Das Bild ist Programm und gleichzeitig die triumphale Rückkehr von Annamalt in ihre Malerei. Lange hatte sie sich mit dem Tod ihres Lebensgefährten und künstlerischen Partners Edward Naujok auseinandergesetzt, dem sie auch diese Ausstellung widmet.

Die Galerie Netzwerk zeigt neben älteren, politischen Arbeiten aus dem Spannungsfeld “Krieg und Gesellschaft“, neue meist großformatige Bilder zu den Themen “Krankheit und Tod”. Mit einer weiteren Serie von Bildern richtet Annamalt den Blick in die eigene Kindheit. Da gibt es liebevolle Erinnerungen aber auch traumatische Erlebnisse, die sie zu Bildern verarbeitet.
Das schockierende Selbstbildnis als junges Mädchen mit den toten Augen und dem zugenähten Mund ist nicht als surrealistischer Effekt gemeint. Es beschreibt, wie die Großmutter auf ihrem Schoß gestorben ist und niemand aus ihrer Umgebung jemals darüber gesprochen hat.

Der dritte Raum der Galerie, der nach hinten zum Garten gelegen ist, wird als Atelier inszeniert. Staffeleien und eine Vielzahl von bemalten Leinwänden suggerieren den Arbeitsplatz der kreativen Künstlerin, wo die bereits fertigen Bilder gute Freunde sind, die ihr bei der Arbeit zuschauen.

Die Kunst von Annamalt wird in mehreren deutschen Städten und Europa gezeigt. Vielen Trierern ist Annamalt durch ihre aufwändige Gestaltung der Kunstbrücke Trier-Gartenfeld 2017 und ihrem Mitmach-Kunstprojekt “Willkommen – Hand in Hand mit Europa” in Erinnerung.
Für ihr künstlerisches Schaffen erhält sie 2014 gemeinsam mit ihrem verstorbenen Lebensgefährten Edward Naujok den rheinland-pfälzischen Friedenspreis. (tr)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Kultur Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.