Bischof als Klimapilger – “Urchristlicher Auftrag”

Bischof Ackermann (rote Regenjacke, links vorne) kommt gemeinsam mit den Pilgern an der Pfarrkirche St. Martin und Severus in Münstermaifeld an. Foto: Bistum Trier

Bischof Ackermann (rote Regenjacke, links vorne) kommt gemeinsam mit den Pilgern an der Pfarrkirche St. Martin und Severus in Münstermaifeld an. Foto: Bistum Trier

POLCH/TRIER. Mit jedem Schritt tragen die Pilger des ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit ihre politische Botschaft ein Stückchen näher nach Paris, zur UN-Klimakonferenz Ende November. “Geht doch!”; steht auf dem Plakat, das die Gruppe mit sich trägt und das zeigen soll: Klimaschutz ist möglich und muss vorangetrieben werden. Der Weg von Flensburg nach Paris führt derzeit in mehreren Tagesetappen auch durch das Bistum Trier. Bischof Dr. Stephan Ackermann unterstützt die Aktion und ist auf der Tagesetappe am 3. November von Mendig nach Münstermaifeld ein Stück mitgepilgert.

“Als Kirche engagieren wir uns im Bereich Klimaschutz, weil das ein ganz urchristlicher Auftrag ist, die Schöpfung zu bewahren”, sagte Ackermann auf dem Weg von Polch nach Münstermaifeld. Schon die Bibel spreche davon, dass Gott den Menschen die Erde anvertraue, sodass sie sie nutzen und bebauen können. “Aber der Schöpfer sagt auch: Geht verantwortlich mit ihr um, schützt sie!”, so Ackermann. Dazu gehöre eben auch der Klimaschutz, der sich weltweit nicht nur auf die Vegetation und die Landschaft auswirke, sondern auch auf die Menschen.

Gemeinsam unterwegs auf dem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist Bischof Ackermann mit vielen anderen Pilgern. Ein "harter Kern" geht sogar den kompletten Weg von Flensburg bis nach Paris - rund 1.400 Kilometer. Foto: Bistum Trier

Gemeinsam unterwegs auf dem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist Bischof Ackermann mit vielen anderen Pilgern. Ein “harter Kern” geht sogar den kompletten Weg von Flensburg bis nach Paris – rund 1.400 Kilometer. Foto: Bistum Trier

“Wir wissen selbst, welche Auswirkungen unsere Lebensweise gerade in den westlichen Ländern auf das Klima hat, und dass das auch soziale Auswirkungen hat. Gerade die Menschen in den Ländern des Südens leiden heute schon unter den Folgen des Klimawandels. Ackermann hatte kürzlich in Bonn vor dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UN) während einer Andacht erklärt, es sei “Fünf vor Zwölf” und damit an der Zeit für die Regierungen, zugunsten der nächsten Generationen und der Armen zu handeln. Die Pilger auf dem ökumenischen Pilgerweg setzten hier ein wichtiges Zeichen. “Sie nehmen den Appell mit nach Paris zur UN-Klimakonferenz”, so Ackermann. Von dem Gipfel erwarte er sich ein “ambitioniertes Abkommen”, das nicht nur große Ziele formuliere, sondern diese auch überprüfbar mache. “Die Teilnehmer der Konferenz müssen sich an dem messen lassen, was sie versprechen. Das heißt aber auch für uns, Rückfragen an den eigenen Lebensstil zu stellen und auch kritisch zu hinterfragen, was wir beitragen können.”

In den Caritas-Werkstätten St. Stephan in Polch, wo die Pilger während ihrer Mittagspause bewirtet wurden, stieß Ackermann zu der über 100 Frauen und Männer zählenden Gruppe. Dort ging der Bischof kurz auf das Engagement des Bistums in Sachen Klimaschutz ein. Er verwies etwa auf die jährlich ökumenisch stattfindende Aktion Autofasten, bei der die Menschen eingeladen sind, so oft es geht Alternativen zum Auto auszuprobieren. Außerdem gebe es die Klimainitiative des Bistums, die durch Beratungsangebote über Möglichkeiten zum Strom- und Heizkostensparen animiere. “Wir bieten beispielsweise Energiechecks für Kirchengemeinden an. Bei rund 3.800 kirchlichen Gebäuden im Bistum lohnt das schon.”

Gemeinsam mit den Pilgern wanderte Ackermann von Polch nach Münstermaifeld, wo die Gruppe durch Glockengeläut empfangen wurde und gemeinsam Gottesdienst in St. Martin und Severus feierte. Für die Pilger wird es nun weiter Richtung Trier gehen. Dass Kirche Flagge zeigt und sich für den Klimaschutz stark macht, ist für Pilger Jens Knölker aus Osnabrück besonders wichtig. “Ich denke, gerade die Kirchen können Menschen erreichen, die sich sonst vielleicht nicht für das Thema interessieren würden und sie mobilisieren, selbst aktiv zu werden für Klima- und Umweltschutz.”


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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