Brüderkrankenhaus erneut MS-Schwerpunktzentrum

Christoph Klawe, Leiter der MS-Ambulanz, Elke Etgen, Sekretärin MS-Zentrum, Isa Hensel, DMSG zertifizierte MS-Fachschwester und Professor Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation (von links). Foto: Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

TRIER. Um 250.000 Menschen in Deutschland sind an Multipler Sklerose (MS) erkrankt. Um jeden einzelnen Betroffenen individuell optimal behandeln zu können, sind Erfahrung und Expertise sowie qualitativ hochwertige diagnostische und therapeutische Möglichkeiten erforderlich. Genau dies bietet die Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation des Brüderkrankenhauses Trier, die jetzt schon zum dritten Mal als MS-Schwerpunktzentrum ausgezeichnet wurde – als eines von nur zwei Zentren in Rheinland-Pfalz.

Die Diagnose „Multiple Sklerose“ ist für die Betroffenen zumeist ein bedeutender Einschnitt, weiß Professor Matthias Maschke. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation sagt aber auch: “Wir wissen heute deutlich mehr über die Entstehung der MS und haben auch vielfältigere Therapiemöglichkeiten; außerdem wissen wir besser, wie wir den Verlauf dieser chronischen Erkrankung positiv beeinflussen können.“

Rund 800 MS-Patienten-Kontakte in jedem Jahr

Rund 800 MS-Patienten-Kontakte verzeichnet das Brüderkrankenhaus Trier in jedem Jahr. Das MS-Zentrum setzt sich aus der Vernetzung der chefärztlichen Ambulanz von Professor Matthias Maschke, der MS-Ambulanz unter der Leitung von Christoph Klawe, der neurologischen Bettenstationen, des Zentrums für Notaufnahme und des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin zusammen. Die vier im MS-Zentrum tätigen spezialisierten Ärzte und eine von der DMSG zertifizierte MS-Fachschwester informieren über medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien und erläutern die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Erkrankung, sie geben auf Wunsch eine Zweitmeinung oder eine Prognose über den möglichen Krankheitsverlauf ab. Alle zur Behandlung der MS möglichen Therapieverfahren sind im MS-Zentrum durchführbar. Die so abgebildete Expertise spiegelt sich in der Auszeichnung als MS-Schwerpunktzentrum durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft wider. Das MS-Zentrum wird in einem weiten Einzugsbereich als Referenzzentrum wahrgenommen. Neben dem Brüderkrankenhaus gibt es in Rheinland-Pfalz bislang lediglich ein weiteres zertifiziertes MS-Schwerpunktzentrum.

Einen bedeutsamen Anteil an der guten Versorgung von MS-Patienten habe das Zentrum für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin des Brüderkrankenhauses. “Hier gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit, da das Zentrum für die magnetresonanz-tomographische Diagnose der Multiplen Sklerose hervorragend aufgestellt ist“, erläutert Professor Maschke. Seine neurologische Abteilung beteiligt sich zudem an Studien und Registern, etwa dem der DMSG zur langfristigen Lebensqualität von Menschen mit MS. Darüber hinaus ist das Brüderkrankenhaus in Medikamentenstudien einbezogen.

Für Notfälle auch außerhalb der regulären Dienst- und Sprechstunden erreichbar 

Ein weiteres unerlässliches Kriterium für die Anerkennung durch die DMSG ist, dass das Schwerpunktzentrum auch außerhalb der regulären Dienst- und Sprechstunden für Notfälle erreichbar ist. Dank des Zentrums für Notaufnahme (ZfN) können Betroffene und deren Angehörige rund um die Uhr betreut werden – etwa wenn ein Notfall infolge eines Schubs oder anderer Komplikationen der Erkrankung eingetreten ist. „Für die Patienten bedeutet die Anerkennung unserer Abteilung als MS-Schwerpunktzentrum eine unabhängige und verlässliche Orientierung, wo sie eine bestmögliche Versorgung finden können“, freut sich Chefarzt Professor Maschke.


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