Bündnis stärkt Ausbildung in der Region

TRIER. “Gemeinsam für Ausbildung” lautet das Motto der diesjährigen, durch die Bundesagentur für Arbeit initiierten, Woche der Ausbildung vom 27. bis zum 31. März. Ziel der Aktionswoche ist es, junge Menschen von den Vorteilen einer betrieblichen Ausbildung zu überzeugen und Arbeitgeber dabei zu unterstützen, geeignetes Nachwuchspersonal zu finden. Dass das dringend notwendig ist, wissen mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer auch die beiden anderen Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung. So sind alleine im vergangenen Jahr über 300 Lehrstellen in der Region Trier unbesetzt geblieben. Deshalb bietet das Bündnis aus Arbeitsagentur, IHK und HWK in der Woche der Ausbildung eine ganze Palette an Veranstaltungs- und Beratungsformaten an, um Betriebe und Bewerber für die duale Ausbildung zu gewinnen.

“Die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Wirtschaft ist ungebrochen hoch”, sagt Heribert Wilhelmi, Geschäftsführer der Trierer Arbeitsagentur. Jährlich melden hiesige Ausbildungsbetriebe rund 4.000 freie Lehrstellen. “Die größte Herausforderung liegt jedoch darin, einerseits allen Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessieren, eine Lehrstelle zu verschaffen. Es bleiben immer noch zu viele auf der Strecke. Anderseits müssen Wirtschaft und Gesellschaft darüber hinaus noch mehr junge Leute für eine betriebliche Ausbildung begeistern, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken.”

Um der Nachfrage der regionalen Ausbildungsbetriebe an Lehrlingen gerecht zu werden, richten die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung in der Woche der Ausbildung ihren Blick auf neue Bewerbergruppen. “Nicht nur der klassische Schulabgänger kommt für eine Ausbildung in Frage”, betont Günther Behr von der Trierer Handwerkskammer. “Immer mehr Unternehmen setzen auch auf Berufswechsler oder Studienabbrecher.” Das bestätigt eine aktuelle Statistik der Handwerkskammer. Elf Prozent der 1.201 neuen Lehrlinge aus 2016 verfügen über Abitur – so viele wie nie zuvor. Bezeichnend aber auch: 40 Prozent der Ausbildungsstarter mit Fachhochschul- oder Allgemeiner Hochschulreife steigen nicht direkt nach dem Schulabschluss ins Handwerk ein. Sie hatten es zunächst zum Beispiel mit einer anderen Ausbildung oder einem Studium versucht. Mit dem Projekt “Vom Hörsaal zum Handwerk” spricht die Handwerkskammer gezielt diese Bewerbergruppe an. In der Woche der Ausbildung können sich Studienzweifler und Studienabbrecher bei HWK-Coach Anton Herzog unter 0651/207-357 über alternative Ausbildungs- und Karrierechancen im Handwerk informieren. Auch persönliche Beratungstermine sind möglich.

Bei der Agentur für Arbeit Trier stehen in der Woche der Ausbildung vor allem die Jugendlichen im Mittelpunkt, die bisher keine Lehrstelle gefunden haben. Berufsberater und spezialisierte Betriebsberater für das Thema Ausbildung nehmen sich den jungen Leuten an und gehen mit einzelnen Kandidaten gezielt auf Unternehmen zu. Im gemeinsamen Gespräch mit den potenziellen Ausbildern können zum Beispiel Fördermöglichkeiten zur Unterstützung eines erfolgreichen Ausbildungsverlaufs ausgelotet werden.

Den direkten Kontakt zwischen Jugendlichen und Unternehmen stärken, das ist ebenfalls ein großes Anliegen der Industrie- und Handelskammer. Unter dem Titel “Abenteuer Wirtschaft” erhalten Schüler in der letzten Märzwoche die Möglichkeit in rund 60 regionale Ausbildungsbetriebe hinein zu schnuppern: “Für junge Leute ist es wichtig, die eigenen Talente und Fähigkeiten frühzeitig kennenzulernen und zu erfahren, welche Berufsbilder zu ihnen passen. Das ist die Grundlage einer erfolgreichen beruflichen Orientierung”, erläutert IHK-Ausbildungsgeschäftsführer Ulrich Schneider. Gleichzeitig habe es auch Vorteile für Betriebe, ihre Pforten zu öffnen, regelmäßig Praktika anzubieten und Schülern früh einen Einblick in die Berufswelt zu vermitteln. Denn das sichere den eigenen Bedarf an Nachwuchskräften.

Dass es bereits heute Unternehmen gibt, die sich vorbildlich in der Ausbildung engagieren und darüber hinaus schwächeren Bewerbern eine Chance geben, beweist das Ausbildungszertifikat der Agentur für Arbeit Trier. Es wird zum Abschluss der Woche der Ausbildung am 31. März an ein regionales Unternehmen verliehen, das sich in Sachen Ausbildung verdient gemacht hat.


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

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