“CDU-Betonträume auf Kosten der Umwelt”

Der Streit um den Moselaufstieg ist fast so alt wie Trier.

Der Streit um den Moselaufstieg ist fast so alt wie Trier.

TRIER. Derzeit plakatiert die CDU Trier mit ihrem Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Parteichef Udo Köhler, in Trier Wahlwerbung. “Rot-Grün staut” lautet die Parole der Union, gefordert wird wieder einmal der umstrittene Moselaufstieg. Die CDU mache so “mit sinnlosen Großprojekten Wahlkampf”, arbeite mit Spekulationen und “täuscht ihre Wählerinnen und Wähler”, kritisiert Thorsten Kretzer, Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Trier, die Kampagne der Christdemokaren. Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn seien “CDU-Betonträume auf Kosten von Umwelt und zukunftsorientierter Mobilität”, so der Grüne.

Die Grünen hätten erreicht, “dass das Land weder Moselaufstieg noch Meulenwaldautobahn zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet hat”. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU, sollte den Plan längst vorlegen, halte ihn nun aber mit Blick auf die Landtagswahlen zurück, so Kretzer. “Wohlwissend, dass viele Betonträume der CDU-Parteifreunde − weil unfinanzierbar − nicht oder allenfalls unter ferner liefen drin stehen werden. Wenn die CDU jetzt mit sinnlosen Großprojekten Wahlkampf macht, arbeitet sie mit Spekulationen und täuscht ihre Wählerinnen und Wähler!”


Thorsten Kretzer im Interview


“60 Millionen Euro soll allein der Moselaufstieg kosten, die Meulenwaldautobahn würde die öffentlichen Kassen um mehr als 300 Millionen Euro belasten. Den Kosten für die beiden Mega-Projekte stehen mehr als sieben Milliarden Euro entgegen, die dem Bund jährlich alleine zur Instandhaltung der vorhandenen Infrastruktur fehlen. Angesichts maroder und sanierungsbedürftiger Straßen und Brücken verbieten sich solche großen Prestigeprojekte”, attackiert Kretzer die Trierer Unionschristen. Nicht nur wegen der Kosten, sondern insbesondere wegen des großen ökologischen Schadens lehtnen die Grünen die beiden Bauvorhaben ab. “Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn zerstören unsere besondere Natur- und Kulturlandschaft und vernichten einen für Mensch und Tier bedeutsamen Lebensraum. Mehr als fragwürdig ist auch ihr Entlastungseffekt für Trier, da sie den dominierenden Kurzstreckenverkehr am Moselufer nicht aufnehmen und an anderer Stelle, bei Zewen/Igel, für Mehrbelastung sorgen”, so Kretzer.


Zum ThemaAbsage an große Infrastrukturprojekte


Vielmehr müssten die tatsächlichen Bedarfe in den Blick genommen und zukunftsorientierte Konzepten entwicklet werden. “Eine mobile Gesellschaft braucht neue Wege, nicht immer neue Straßen. Dazu gehört ein vernünftiges Nahverkehrskonzept für die Stadt und die Region, genauso wie eine deutliche Verbesserung beim Radverkehr. Dazu gehört die inzwischen verbesserte Zuganbindung nach Luxemburg genauso wie die vom Land in Umsetzung befindliche Reaktivierung der Weststrecke für den Personennahverkehr. Der für den Fernverkehr zuständige Bund unter Führung des CSU-Verkehrsministeriums hat hingegen kläglich versagt und Trier vom Fernverkehr abgehängt”, betont der Grüne. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured 2 Kommentare

2 Kommentare zu “CDU-Betonträume auf Kosten der Umwelt”

  1. Kernhard Baster

    Wo ist denn eigentlich der große Zampano BK? Es war doch immer sein Lieblingsprojekt. Jetzt hat sein “guter .Freund” Dobrindt alles vermasselt, schwuppdiwupp ist der Kaster auf Tauchstation wie man ihn kennt. Jetzt muss der arme Köhler die Drecksarbeit machen.

     
  2. Amelie Ströhmann

    Diese Wahnsinnsprojekte dürfen niemals verwirktlicht werden. In Mariahof ist die CDU aus “Erholungsgründen” gegen den Wohnungsbau und da will sie ganze Naturlandschaften durch Autobahnen zerstören. Wie geht denn das zusammen. Die CDU in Trier ist genauso planlos wie im ganzen Land mit Frau Klöckner.

     

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