CDU und Grüne unterstützen Egger-Abwahl

Für Thomas Egger deutet sich das politische Ende an. Foto: Rolf Lorig

Für Thomas Egger deutet sich das politische Ende an. Foto: Rolf Lorig

TRIER/HORATH. Die CDU und die Grünen werden den Antrag der SPD, Dezernent Thomas Egger (SPD) wegen des millionenschweren Finanzdebakels am Theater Trier abzuwählen, unterstützen − wie vom reporter bereits vorab berichtet. Nach aktuellen Informationen unserer Redaktion haben die beiden Bündnispartner sich auf ihrer Klausurtagung in Horath (Hunsrück) darauf geeinigt. Mindestens 24 christdemokratische und grüne Stadträte werden den Abwahlantrag unterschreiben. Notwendig sind mindestens 28 Unterschriften. Die SPD hat 15 Stadtratssitze, die CDU 20, die Grünen neun. Hinzu kommen noch Freie Wähler (FWG), FDP und AfD. Die Linken haben sich bisher noch nicht zum SPD-Vorstoß geäußert.

Damit könnte der Abwahlantrag bereits in der kommenden Woche beim städtischen Sitzungsdienst eingereicht werden. Am Montag treffen die Fraktionsvorsitzenden im Ältestenrat zu weiteren Beratungen mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) zusammen. Die SPD drängt auf eine Sondersitzung des Stadtrates, die dann frühestens in 14 Tagen stattfinden wird. Einziger Tagesordnungspunkt: die Abwahl von Egger. Dafür ist eine Zweidrittelmehrheit von 38 Stimmen nötig. Freie Wähler, FDP und AfD werden den SPD-Antrag ebenfalls unterstützen. Damit ist die notwendige Zweidrittelmehrheit gesichert.


Zum Thema − Der geheime Prüfungsbericht zum Theater beim reporter


Egger wird der erste Dezernent in der Trierer Geschichte sein, der vor dem Ende seiner Amtszeit abgewählt werden wird. Der Sozialdemokrat gilt neben Intendant Karl Sibelius als Hauptverantwortlicher für das millionenschwere Finanzdebakel am Theater Trier, das am 19. Mai durch den reporter-Bericht Das Minushaus aufgedeckt worden war. Seinen Rücktritt hat Egger bisher abgelehnt.

Nach der Abwahl steht dem Sozialdemokraten drei Monate lang sein volles Gehalt von knapp 8.000 Euro zu. Anschließend reduzieren sich die Bezüge bis zum offiziellen Ende der Amtszeit im Februar 2018 um ein Drittel. Seine Pensionsansprüche wird Egger durch die Abwahl nicht verlieren. Bis zum Lebensende streicht Egger monatlich rund 2.300 Euro an Brutto-Pension ein. Der 46-jährige Jurist und ehemalige Chef der Trierer FDP wurde im Oktober 2009 durch die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP als Nachfolger von Ulrich Holkenbrink (CDU) zum Dezernenten gewählt. Ende April 2013 trat Egger aus der FDP aus. Im Sommer 2015 folgte dann der Eintritt in die SPD. Egger trat seine Amtszeit im Februar 2010 an. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Die Reporter-Meldungen, Dossier Theater, Featured 2 Kommentare

2 Kommentare zu CDU und Grüne unterstützen Egger-Abwahl

  1. Peter Buggenum

    Tja das wird nicht reichen. Ich wiederhole es gerne immer wieder: Schuldig an diesem Desaster sind u.a. auch alle Ratsmitglieder, die vor kurzem trotz der bekannten Fakten der Vertragsverlängerung zugestimmt haben. ALso sollten sie nicht nur bei anderen Konsequenzen fordern, sondern selber abtreten.

    Hallo CDU, SPD & Konsorten. Hier ist Volkes Stimme !!! Tretet ab und macht Platz für einen wirklichen Neuanfang.Das nennt man politische Verantwortung und es wäre ein wirklich kontruktiver Beitrag um die zunehmende Politkverdrossenheit zu vermeiden. Ihr habt genug Schaden angerichtet!

     
  2. Trierer 0815

    Hier kann man Peter Buggenum nur voll und ganz zustimmen . Es reicht wirklich nicht jetzt die zwei Hauptübeltäter zu hängen . Sie haben es ja sowieso verdient . Aber die Ratsmitglieder haben sehenden Auges die Misere im und ums Theater sowie den Kulturdezerneten schalten und walten lassen , so dass den Rat eine gehörige Mitschuld trifft . Aber es wird sicherlich keiner der Herren die Konsequenzen ziehen und Verantwortung für die Verschwendung von Millionen Steuergelder übernehmen . Auch darum ist es wichtig und richtig dass die Staatsanwltschaft sich der Sache annimmt und diesen Moloch durchforstet . Es grüsst die Volkes Stimme ! Auf die nächsten Wahlen !

     

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