Chefarztwechsel im Brüderkrankenhaus

Staffelübergabe in der Urologie und im Direktorium: v.l.n.r. Prof. Dr. med. Winfried Willinek, neuer ärztlicher Direktor, Markus Leineweber, Hausoberer, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Neisius, neuer Chefarzt Urologie, Prof. Dr. med. Dietmar A. Neisius, bisheriger ärztlicher Direktor und Chefarzt Urologie, Aloys Adler, Pflegedirektor und Christian Weiskopf, kaufmännischer Direktor (Foto: BKT)

TRIER. Nach 19 Jahren als Chefarzt der Abteilung für Urologie und Kinderurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wurde Professor Dietmar A. Neisius nun in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt der Mainzer Universitätsmediziner Privat-Dozent Andreas Neisius an. Der offizielle Stabwechsel erfolgte im Rahmen einer Feierstunde am Freitag, 30. Juni 2017 im Beisein von zahlreichen Gästen.

Hausoberer Markus Leineweber begrüßte die zahlreichen Gäste, die zur Verabschiedung von Professor Neisius und zur Begrüßung seines Nachfolgers Privat-Dozent Andreas Neisius gekommen waren. Dass man “niemals so ganz“ gehe, würde nur selten so deutlich erlebbar, wie bei der aktuellen Verabschiedung – so Leineweber. Andreas Neisius, Sohn seines Vorgängers, wurde nach einem umfassenden Auswahlverfahren zum Nachfolger in der Funktion des Chefarztes der Abteilung Urologie und Kinderurologie gewählt.

Werner Hemmes, Geschäftsführer der BBT-Gruppe betonte anlässlich der Verabschiedung, dass Professor Neisius die Erfolgsgeschichte des Brüderkrankenhauses in seiner 19 jährigen Chefarzttätigkeit und den zehn Jahren als ärztlicher Direktor maßgeblich mitgeprägt habe. Die Abteilung für Urologie und Kinderurologie habe er in dieser Zeit zu einer hochmodernen Klinik mit überregionalem Ruf aus- und aufgebaut. Mit dem aktuellen Chefarztwechsel vollziehe man eine ganz besondere Staffelübergabe, denn es sei keinesfalls eine alltägliche Geschichte, dass der Sohn die Chefarztnachfolge des Vaters antrete. Andreas Neisius habe in den verschiedenen Auswahlrunden alle Gremien sowohl fachlich als auch menschlich überzeugt und er sei sicher, dass er die künftigen Herausforderung als Chefarzt hervorragend meistern werde.

Über 2.500 Patienten werden hier jährlich stationär behandelt

In der Abteilung für Urologie und Kinderurologie mit 55 Planbetten wird das komplette Spektrum der urologischen Therapien und Operationen durchgeführt, mit Ausnahme der Nierentransplantation. Über 2.500 Patienten werden hier jährlich stationär behandelt. Die operativen Schwerpunkte der Abteilung liegen in der chirurgischen Therapie urologischer Krebserkrankungen. Hierzu zählen v.a. die laparoskopischen- (“Schlüssellochtechnik“) und offenen Operationen an Niere, Nebenniere und Harnleiter, die Operation des Hodenkrebses, einschließlich der ausgedehnten Lymphknotenentfernung (“retroperitoneale Lymphadenektomie“) sowie die komplette Blasenentfernung (“radikale Zystektomie“) bei muskelinvasivem Harnblasentumor. Letztere erfordert einen Ersatz der Harnblase, entweder in Form einer inkontinenten Harnableitung (“künstlicher Harnausgang“) oder als kontinenter Harnblasenersatz aus Dünndarm bei Männern und Frauen (“Ersatzblase“).

Zur Abteilung gehört auch das 2014 etablierte uroonkologische Zentrum, das auf die Behandlung von urologischen Krebserkrankungen spezialisiert ist. Hierzu zählen der Prostatakrebs, Blasen- und Nierenkrebs, Hodenkrebs sowie die selteneren Krebserkrankungen von Nebenniere und Penis. Teil dieses Zentrums ist auch das seit 2009 zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum. Die Abteilung für Urologie ist ebenfalls Mitinitiator und beteiligte Fachabteilung des Moselzentrums für Kontinenz.

Privat-Dozent Andreas Neisius (39) studierte Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar, dem Universitätsspital Zürich in der Schweiz und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Während seiner Assistenzzeit war er an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz tätig. 2009 erfolgte die Promotion am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikum des Saarlandes und 2010 legte er die Facharztprüfung für Urologie an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz ab. Dort war er zunächst als Facharzt, nach einem 18-monatigen Forschungsaufenthalt am Duke University Medical Center in Durham, NC, USA als Funktionsoberarzt und dann ab 2014 als Oberarzt tätig. 2014 Andreas Neisius die Zusatzbezeichnung für Medikamentöse Tumortherapie. 2015 habilitierte er zum Thema “Neue präklinische und klinische Aspekte in der Diagnostik und Therapie des Harnsteinleidens“ und übernahm auch die Sektionsleitung Kinderurologie an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, wo er ein Jahr später zum Stellvertretenden Klinikdirektor ernannt wurde. Seit April 2016 war der gebürtige Merziger unter neuer Führung als 1. Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin Mainz tätig. Neisius ist darüber hinaus seit 2013 Mitglied und Sekretär des “Arbeitskreises Harnsteine“ der deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Stoßwellenlithotripsie (DGSWL) und Mitautor der aktuellen AWMF Leitlinie für Urolithiasis. Seit 2016 ist er auch Mitglied der Leitliniengruppe Urolithiasis der European AssociationofUrology (EAU). Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. (tr)

 


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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