Collegium Musicum auf Konzertreise in China

Das Collegium Musicum reist nach Xiamen. Foto: Rolf Lorig

Das Collegium Musicum reist nach Xiamen. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Es ist zweifellos ein Höhepunkt in der annähernd 40-jährigen Geschichte des Collegium Musicum: Am 31. März tritt das Orchester der Universität Trier eine knapp einwöchige Reise nach China an. Am 4. und 5. April wird das Ensemble zwei Konzerte an der Universität Xiamen geben. Anlass ist die 95-Jahr-Feier der Partnerhochschule der Trierer Universität.

“Es wird eine interessante Erfahrung, wir freuen uns sehr darauf”, blickt der musikalische Leiter Mariano Chiacchiarini dem Gastspiel in der chinesischen Küstenstadt erwartungsvoll entgegen. Er betritt in Xiamen nicht nur musikalisch Neuland. Der weit gereiste Argentinier mit italienischen Wurzeln besucht die Volksrepublik zum ersten Mal.

Gespannt ist er auf Land und Leute, insbesondere aber auch auf die musikalische Zusammenarbeit mit den Gastgebern. Aus organisatorischen Gründen kann das Orchester nur mit 30 statt 50 Instrumentalisten − und ohne Chor − nach Xiamen reisen. Beim ersten Konzert werden daher einige einheimische Musiker das Ensemble verstärken. Den zweiten Auftritt wird das Collegium in einer imposanten Besetzung gemeinsam mit dem Orchester und dem Chor der Universität Xiamen bestreiten.

“Das musikalisch Programm ist so gestaltet, dass unser Orchester auch in reduzierter Besetzung strahlen kann”, erklärt Mariano Chiacchiarini. Zweite Voraussetzung für die Auswahl: Die Werke sollten internationalem Standard-Repertoire entsprechen, das den Musikern der Universität Xiamen geläufig ist. Chiacchiarini und die Gastgeber entschieden sich für Werke von Beethoven und Schubert. Beethovens Neunte mit der Europa-Hymne Ode an die Freude, gespielt und gesungen von Musikern und Sängern der Universitäten Xiamen und Trier – das dürfte fürwahr ein besonderes musikalisches und interkulturelles Erlebnis werden.

Bis dahin sind allerdings aufwändige Vorbereitungen erforderlich. Ausgerechnet der Artenschutz entwickelte ernsthaftes Gefährdungspotenzial für die Konzertreise. Bevor sie im Flugzeug transportiert und nach China eingeführt werden dürfen, müssen sämtliche Instrumente die kritische Prüfung eines Gutachters bestehen. Geigenbögen sind nicht selten mit Elfenbein verstärkt, das nach Artenschutzbestimmungen jedoch nicht eingeführt werden darf. Möglicherweise müssen die Trierer Musiker daher vor Ort ihr Instrumenten-Equipment leihweise aufstocken.

Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel hat das Gastspiel im vergangenen Jahr mit der Vizepräsidentin der Universität Xiamen, Zhan Xinli, eingefädelt. “Wir sind der Universität Xiamen für die Einladung und besonders auch dem Freundeskreis Trierer Universität, der Stadt Trier, der Stiftung Stadt Wittlich und allen anderen Förderern dankbar, die diese Reise ermöglichen”, sagt Jäckel. Er wird die Konzerte in Xiamen erleben und die Besucher dort begrüßen dürfen. (tr)


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