“Das Ganze hier ist eine tolle Sache”

Foto mit OB: Wolfram Leibe und zwei der asylsuchenden Jugendlichen vom Helenenberg. Foto: ttm

Foto mit OB: Wolfram Leibe und zwei der asylsuchenden Jugendlichen vom Helenenberg. Foto: ttm

TRIER. 90 asylbegehrende Jugendliche hatten am Montag einen besonderen Nachmittag in Trier: Per Bus und zu Fuß ging es zunächst durch die Stadt und am Ende zu einem Empfang mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Rauskommen, aufatmen, etwas anderes erleben: Für viele der ohne ihre Eltern nach Deutschland geflüchteten Jungen bedeutete dies eine willkommene Abwechslung. Es war die zweite Charityaktion, die die Trierer Tourismus und Marketing GmbH (ttm) für Asylbegehrende in Trier organisierte.

150 Becher Eis, vier große Platten Kuchen und kistenweise Cola und Fanta hatte das Park Plaza Hotel gesponsert, um die 90 Jugendlichen des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg nach dem Abschluss des Stadtrundgangs im Frankenturm willkommen zu heißen. Und bei rund 35 Grad griffen nicht nur sie, sondern auch die Betreuer, Dolmetscher und Stadtführer gerne zu.

Letztere hatten sofort zugesagt, die Jugendlichen ehrenamtlich durch die Stadt zu führen. Gästebegleiter Rudi Maurer hatte sichtlich Spaß an der gemeinsamen Zeit – trotz aller Sprachbarrieren: Für Arabisch, Albanisch, Somali-Tigrinya und Dari-Paschtu waren Dolmetscher im Einsatz. “Das Ganze hier ist eine tolle Sache”, freute sich Maurer, “hier spendet man eben kein Geld, sondern seine Zeit.” Wie seine Kolleginnen Birgit Spitzley, Barbara Fickenscher und Katharina Porten war er beeindruckt von der Fröhlichkeit der Jugendlichen, die vielfach schlimme Erlebnisse durch die Kriege in ihren Heimatländern, die Trennung von ihren Familien oder den Ereignissen während der Flucht verarbeiten mussten.

OB Leibe mit Dolmetscher Mazgabu im Gespräch. Foto: ttm

OB Leibe mit Dolmetscher Mazgabu im Gespräch. Foto: ttm

Doch an diesem Nachmittag, so Oberbürgermeister Wolfram Leibe beim anschließenden Empfang im Frankenturm, sollte es einmal nicht um die Flucht gehen, auf die die Jugendlichen so oft angesprochen werden. Stattdessen plauderte er ein wenig aus dem Nähkästchen der täglichen OB-Arbeit, dankte den Sponsoren, darunter auch dem Busunternehmen Müller-Kylltal, für ihren spontanen Einsatz, und betonte, wie froh auch die Stadt selbst über den interkulturellen Austausch sein könne. Das kam an: Mit einigen Jugendlichen blieb Leibe lange im Gespräch und ließ sich gerne mit diesen fotografieren. Für alle Beteiligten war der Nachmittag mehr als gelungen.

“Wir möchten auch mit dieser zweiten Aktion für asylbegehrende Menschen in Trier ein starkes Zeichen des Willkommens setzen”, betonte Paula Giersch, Mitarbeiterin der ttm. “Nicht nur, weil die Jugendlichen es ganz einfach verdient haben, dass man sich für sie öffnet, sondern auch, um die tolle Arbeit, die unter anderem auf dem Helenenberg für sie geleistet wird, zu unterstützen.” (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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