Das Jugend-Parlament und die Stadtbibliothek

Sie wollten Jugendliche für Bücher begeistern: Mitglieder des Jugendparlaments, der Geschäftsstelle und der Stadtbibliothek. Foto: Rolf Lorig

TRIER. “Die Bibliothek muss zur vertrauten Umgebung werden”, forderte die Soziologin Ute Krauß-Leichert in einem Gespräch mit dem Goethe-Institut, bei dem es um die Leseförderung in Bibliotheken ging. Einen Standpunkt, den auch das Jugendparlament der Stadt Trier teilt. Deshalb hatten die jungen Leute am Freitag zu einem “Lese-Event für Jugendliche” in die Stadtbibliothek Palais Walderdorff eingeladen.

Ioana-Adelina Nescovici ist die Vorsitzende des Trierer Jugendparlaments. Zusammen mit Diana Podoynitsyn sowie den weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppe Freizeit und Plätze hat sie das Bücherfest organisiert. Was war die Motivation dazu? Ioana-Adelina Nescovici: “Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Jugendliche nicht besonders lesefreudig sind und Bücher nicht sonderlich wertgeschätzt werden.” Diana Podoynitsyn ergänzt: “Wir wollen deshalb mit unserer Aktion auf die Stadtbibliothek und ihre Attraktionen aufmerksam machen.”

Je prominenter der Name, umso teurer die Lesung

Damit das funktioniert, hat sich das Team rund um die beiden Frauen einige Gedanken gemacht. Einen Bücherflohmarkt haben die Organisatoren auf die Beine gestellt und ein Quiz vorbereitet, bei dem es – was denn sonst? – Bücher zu gewinnen gibt. Dazu gibt es auch zwei Lesungen. Denn durch eigene Recherchen und vertiefenden Gesprächen mit den Mitarbeitern der Stadtbibliothek hatten sie in Erfahrung gebracht, dass Lesungen von Jugendbüchern mit einer Altersempfehlung für Jugendliche ab 16 Jahren eher schwach besucht sind. Was eine Mitarbeiterin der Stadtbibliothek dem reporter bestätigen kann. Sie hat es schon erlebt, dass Autoren zu Gast waren, die ihre Zuhörer gleich selbst mitbrachten…
Jedoch darf bei solchen Betrachtungen und Überlegungen nicht das Honorar für die Autoren außen vor bleiben. Denn wie überall gilt, je bekannter der Name, umso teurer die Lesestunde…

Dass prominente Namen Zuhörer anlocken, beweist die Veranstaltung “StadtLesen”, die auch in diesem Jahr wieder auf dem Domfreihof zu Gast sein wird. Eine Idee, die das Jugendparlament hatte, war, sich einfach an diese Veranstaltung anzuhängen. Eine Idee, die leider nicht funktionierte. “Jetzt versuchen wir es eben mit einer eigenen Veranstaltung”, lachen Nescovici und Podoynitsyn. Mit Flugblättern, Mitteilungen an die Deutsch-Fachschaften in den Schulen und über die sozialen Medien trommelten die jungen Leute für ihre Veranstaltung. Und offenbar mit Erfolg: “Es war richtig viel los” war später aus der Stadtbibliothek zu erfahren, das Interesse sei beeindruckend gewesen.

Wird es eine Fortsetzung dieser Aktion geben? Zum Zeitpunkt des Gespräches konnten Ioana-Adelina Nescovici und Diana Podoynitsyn den großen Zuspruch noch nicht absehen. “Das wird vom Erfolg des Tages abhängen”, lautete die eher ausweichende Antwort auf die Frage. Da der gegeben war, wird man vermutlich nun von einer Neuauflage ausgehen können… (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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