“Dem Handwerk geht es gut!”

Das Handwerk der Region blickt optimistisch in die Zukunft. Foto: HWK

Das Handwerk der Region blickt optimistisch in die Zukunft. Foto: HWK

TRIER. Die Handwerkskammer (HWK) Trier sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. “Dem Handwerk der Region geht es weiterhin gut. Rund 90 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe bewerten ihre aktuelle geschäftliche Situation mit gut oder befriedigend. Gleiches gilt für die Auftragslage und die Erwartungen für 2016”, sagte Kammerpräsident Rudi Müller zum Jahresende auf der HWK-Vollversammlung. Deren Mitglieder befassten sich mit Herausforderungen, die für die Branche von zentraler Bedeutung sind. Im Mittelpunkt standen die Sicherung von Fachkräften und Nachwuchs, die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen sowie der geplante Neubau des HWK-Berufsbildungszentrums.

Ganz oben auf der Agenda steht nach wie vor die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften. Ein Ansatz ist die Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Das Handwerk ist dafür aufgeschlossen, wie eine aktuelle Umfrage unter den Kammermitgliedern zeigt. Viele Unternehmer sind demnach bereit, Flüchtlinge als Fachkräfte, Hilfsarbeiter oder Auszubildende einzustellen. Die HWK bietet dabei Unterstützung an. Mit Jürgen Rauschenbach (Telefon 0651/207-265) und Pia Heinz (Telefon 0651/207-486) wurden die zuständigen Kammermitarbeiter auf der Versammlung vorgestellt. Sie bieten Migrations- und Anerkennungsberatung und helfen bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Praktika, Ausbildung und Arbeit.

Zudem packt das regionale Bau- und Ausbauhandwerk bei der Unterbringung von Flüchtlingen tatkräftig mit an. Die Vollversammlung diskutierte entsprechende Lösungsansätze – angefangen bei der Instandsetzung von Leerständen bis hin zur Produktion von Wohncontainern aus Holz. Mit Blick auf den Bau von Notunterkünften appellierte Dr. Matthias Schwalbach von der HWK an die Unternehmer, sich möglichst aktiv einzubringen. “Vor allem Schreinereien und Zimmereien im Verbund mit angeschlossenen Gewerken sind aufgerufen, den Städten und Kommunen bezahlbare Angebote über schlüsselfertige Leistungen vorzulegen”, sagte er.

Neubau in der Loebstraße kommt

Die Kammer habe dem Städtebund bereits elf Kooperationen, die sich zuvor bei ihr gemeldet hätten, genannt. Aber auch einzelne Gewerke und Anbieter von Massivbauten sollten mit konkreten Angeboten offensiv auf die Kommunen und das Land zugehen. Das gelte auch für Handwerksbetriebe, die bei der Instandsetzung von Leerständen mitwirken möchten. “Zeigen Sie sich! Die Aktiven werden letztendlich Aufträge erhalten”, betonte Schwalbach. “Sollten Sie dazu Fragen haben, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gerne.” (Telefon 0651/207-352)

"Dem Handwerk geht es weiterhin gut", sagt HWK-Präsident Rudi Müller (rechts), hier mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und HWK-Geschäftsführer Dr. Manfred Bitter.

“Dem Handwerk geht es weiterhin gut”, sagt HWK-Präsident Rudi Müller (rechts), hier mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und HWK-Geschäftsführer Dr. Manfred Bitter.

Auch an der Umsetzung des geplanten Neubaus am Standort in der Loebstraße 18 wird das Handwerk maßgeblich beteiligt sein. Thomas Sandner von der HWK informierte das Handwerkergremium über den Sachstand des Projekts. “Der Bauantrag ist eingereicht. Den Bewilligungsbescheid von Bund erwarten wir im Januar”, sagte der Leiter des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ). Das Gesamtfördervolumen des neuen BTZ beläuft sich voraussichtlich auf knapp 44 Millionen Euro. “Die Gebäude sind funktional und dem Ausbildungsbedarf angemessen”, erklärte Sandner und betonte, dass kein “Prunkbau” entstehen werde, sondern Zweckmäßigkeit oberstes Ziel sei.

Der vorgesehene Passivhausstandard werde komplett gefördert. Das Land und der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung hätten zugesagt, dafür die Mehrkosten von 2,6 Millionen Euro komplett zu tragen. So soll der energieeffiziente Neubau zum Modellversuch und Vorreiter für baufällige Einrichtungen anderer Handwerkskammern im Bundesgebiet werden. “Wir beginnen 2016 mit dem Abriss der alten Gebäude in Trier-Nord”, kündigte Sandner an. “2019 soll das neue Zentrum fertig sein.”

In Sachen Kultur ist ebenfalls die Mitwirkung des Handwerks willkommen. Das unterstrich Tina Altmayer vom Rheinischen Landesmuseum, die für die Öffentlichkeitsarbeit der großen Nero-Ausstellung 2016 zuständig ist. Sie präsentierte das Veranstaltungskonzept und forderte die Handwerksunternehmer auf, sich in das Marketing einzubringen. Denkbar seien etwa Produkte aus dem Lebensmittelhandwerk wie Brot- und Wurstwaren mit thematischem Bezug zur Ausstellung. Die Kreativen der Branche seien gefragt, in Absprache mit dem Landemuseum entsprechende Waren oder Aktionen zu kreieren. “Interessenten können sich gerne mit Vorschlägen an unsere Marketingabteilung wenden”, sagte Altmeyer. “Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben aus der Region. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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