Der beste Wein Deutschlands kommt von der Saar

(von links) Die Brüder Michael und Stephan Weber aus Wiltingen (Entdeckung des Jahres), Erich Weber (Hofgut Falkenstein, Niedermennig), Roman Niewodniczanski (Weingut Van Volxem, Wiltingen), Florian Lauer (Weingut Peter Lauer, Ayl), Johannes Weber (Hofgut Falkenstein) und Dominik Völk (Van Volxem). Foto: Ralf Kaiser

REGION. Einen sensationellen Erfolg für trockene Rieslingweine aus dem Anbaugebiet Mosel gab es bei der Präsentation des neuen Vinum WeinGuide in Mainz: Der mit 97 von 100 Punkten am höchsten bewertete Wein des gesamten Weinführers ist ein trockener Steillagenriesling von der Saar. Die Autoren des erstmals herausgegebenen Vinum WeinGuide, die fast 12.000 Weine aus allen deutschen Anbaugebieten verkostet hatten, überreichten die Auszeichnung an Roman Niewodniczanski vom Weingut Van Volxem aus Wiltingen für den 2016er Scharzhofberger Pergentsknopp Großes Gewächs.

Damit gehen binnen einer Woche zwei der wichtigsten Weinbewertungen in Deutschland an trockene Weißweine aus dem Weinanbaugebiet Mosel, denn auch im renommierten Riesling-Cup des Magazins “Der Feinschmecker” kommen die Sieger aus der Region. Den Riesling-Cup nahmen in München Franz-Josef Eifel aus Trittenheim und Amalie von Schubert von der Ruwer entgegen, der dritte Platz ging an Maximilian von Kunow aus Oberemmel. Zudem finden sich sieben weitere Weine von Mosel, Saar und Ruwer unter den 15 besten Weinen des Riesling-Cup, in dem ausschließlich trockene Weine aus deutschen Weinanbaugebieten bewertet werden.

Diese Bewertungen anerkannter Weinfachleute von zwei der wichtigsten Genießer-Medien Deutschlands belegen erneut eindrucksvoll, dass die Winzer aus dem Anbaugebiet Mosel zu den Erzeugern der besten trockenen Rieslingweine Deutschlands gehören.

Eleganz und mineralische Struktur

Die Eleganz und mineralische Struktur der trockenen Steillagenrieslinge wird auch von der Redaktion des Vinum WeinGuide gewürdigt, die bis vergangenes Jahr den Gault Millau WeinGuide verantwortet hatte: “Es ist ein außergewöhnlicher Riesling, der die Feinheit, das Spielerische und Tänzelnde eines fruchtsüßen Kabinetts auf trockene Art bietet”, lautet das Urteil der Autoren zum Scharzhofberger Pergentsknopp von Van Volxem. Roman Niewodniczanski sieht in dieser Bewertung ein Zeichen, dass die Mosel in Zukunft im Bereich trockener Rieslinge eine bedeutende Rolle spielen wird. „Man muss den ersten Platz eine Sensation nennen. Erstmals ist ein trockener Riesling mit 97 Punkten der höchstbewertete Wein des gesamten Jahrgangs… Es ist zugleich der erste von Mosel oder Saar, der sich an die Spitze der besten deutschen trockenen Rieslinge setzen konnte.” Das Weinjahr 2016 hat damit das Zeug, in die Geschichte einzugehen. Denn in der Vergangenheit waren es immer edelsüße Weine, die die höchsten Noten erhielten, und die besten trockenen Weine kamen aus südlicheren Anbaugebieten.

Für die Tester des Vinum WeinGuide 2018 kommt nicht nur der beste Wein Deutschlands von der Saar. Auch in mehreren weiteren Kategorien vergaben die Autoren Höchstnoten an Weingüter vom Nebenfluss der Mosel. So dürfen sich Roman Niewodniczanski und sein Betriebsleiter Dominik Völk vom Weingut Van Volxem auch über den Siegerwein in der Kategorie Riesling Kabinett freuen, ein 2016er aus dem Ockfener Bockstein. Die “Riesling Spätlese feinherb des Jahres” kommt für die Vinum-Juroren von Erich und Johannes Weber vom Hofgut Falkenstein in Niedermennig, die beste fruchtsüße Riesling Spätlese vom Weingut Peter Lauer in Ayl. Und auch die Neuentdeckung des Jahres machten die Autoren des Vinum WeinGuide an der Saar: Die Brüder Michael und Stephan Weber aus Wiltingen überzeugten mit ihrer kleinen, aber feinen Kollektion. Kein Wunder, dass Chefredakteur Joel Payne der bei der Vorstellung des Vinum Weinguide von „Saarweinfestspielen“ sprach. Immerhin vier Saarweingüter haben bei einem prozentualen Flächenanteil von weniger als ein Prozent der deutschen Rebfläche in fünf Wettbewerbsklassen gewonnen. (tr)

 


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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