Der erste Abendmarkt – ein Auftakt nach Maß

Klein und übersichtlich, dabei aber ziemlich komplett im Angebot: der Abendmarkt aus der Vogelperspektive, aufgenommen am frühen Nachmittag noch vor dem großen Ansturm. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Es hat was – da liegt eine gewisse Ferienstimmung in der Luft. Der erste Abendmarkt, der am heutigen Mittwoch die Besucher gleich in Scharen auf den Viehmarkt lockte, kann bereits jetzt als ein voller Erfolg gewertet werden. Zwölf Marktbeschicker hatten sich gemeldet, einer fehlte am Ende. Doch der will in der kommenden Woche dann auch dabei sein.

Die “Kulturkarawane” hat in Verbindung mit Petrus ganze Arbeit geleistet. Die Frauen und Männer der gemeinnützigen Eventagentur haben ihre Liegestühle auf dem Viehmarkt aufgebaut. Davor eine kleine Bühne, auf der Live-Musik geboten wird. Petrus schickt passend dazu Sonne und angenehm warme Temperaturen. Kein Wunder, dass etliche der Liegestühle sofort besetzt werden. So lässt sich prima chillen…

Marktleute wollen Umsatz machen

Chillen – das wollen die Marktleute nicht unbedingt. Sie wollen Umsatz machen. Und dazu haben sie zum Teil weite Anreisen in Kauf genommen. Ein Spargel-Anbieter dürfte den Pokal für die weiteste Anreise, so gäbe es ihn, gewonnen haben. Er kommt aus Eisenberg in der Pfalz. Doch auch andere Anbieter hatten weite Anreisen. So wie ein Metzger, der mit seinen Fleischprodukten die Eifel repräsentiert und aus Neuerburg kommt.



Man merkt, es gibt eine Menge Neuerungen bei diesem Abendmarkt. Entsprechend zufrieden zeigen sich Dezernent Thomas Schmitt und Christian Fuchs vom Ordnungsamt. Fuchs hatte bei den Vorbereitungen alle Fäden in der Hand. Und an diesem Tag natürlich auch. Seine Mitarbeiter haben keinen leichten Job. Denn obwohl im Vorfeld bereits bekannt war, dass das Markttreiben erst um 16 Uhr beginnt, waren die ersten Kunden schon gegen 14.30 Uhr da. Da hatten die Marktleute gerade erst begonnen, ihre Stände aufzubauen. “Wir wurden von der Nachfrage derart überrannt, dass wir kaum unsree Stände aufbauen konnten”, berichtet eine Marktfrau am Blumenstand, die namentlich nicht genannt werden möchte, sich dann aber fotografieren lässt. Das Problem der Marktleute: Zu einem genau festgesetzten Zeitpunkt sollten die Fahrzeuge der Marktbeschicker vom Viehmarkt verschwinden. Doch angesichts der positiven Resonanz zeigt sich das Ordnungsamt gnädig.

Peter Terges stellt kommende Weinkönigin vor

Gegen 16 Uhr ist viel Lokalprominenz unterwegs. Der Vorstand der City-Initiative ist ebenso vertreten die Georg Kern, der noch amtierende Präsident des Einzelhandelverbands. Und jede Menge Mitglieder des Stadtrates. Die sind auf dem Weg zum Großen Rathaussaal, wo an diesem Abend wieder einmal eine Mammutsitzung mit rund 80 Tagesordnungspunkten auf sie wartet. Kein Wunder, dass einige bei ihnen am mobilen Weinstand Halt machen. Der wird an diesem Tag von Peter Terges bewirtschaftet, der neben seiner Frau auch die kommende Trierer Weinkönigin Leonie Zeimet als Verstärkung mitgebracht hat. Keine Frage, dass er die künftige Hoheit bei dieser Gelegenheit auch gleich gebührend vorstellt…



Den Weinstand inmitten des Marktgeschehens mit einzubinden, das sei eine Anregung aus der Bevölkerung gewesen, sagt Thomas Schmitt. Und die hatte eine weitere Anregung: Neben Wein sollte es beim Abendmarkt auch das Trierer Nationalgetränk, den Viez, geben. Kein Problem, befand das Orgateam rund um Christian Fuchs und lud den Bohrshof zur Teilnahme ein. Für Hanspitt Weiler und Frau Gaby Müller ist das eine der besten Adressen. Kurz entschlossen packten beide zuhause ihre Viezporzen ein und lassen sich nun den gut gekühlten vergorenen Apfelwein stilsicher einschenken.

Unter den Besuchern des Marktes ist Franziska Kick. Sie besucht gerne den Wochenmarkt, war neugierig: Würde sich ein Vergleich zum “normalen” Markt herstellen lassen? Prüfend sieht sie sich um, dann nickt sie: “Ich bin erstaunt, was es hier alles gibt. Und wenn ich ehrlich bin, überrascht es mich etwas. Das hätte ich nicht erwartet.”

“Nichts ist in Stein gemeißelt”

Dass man mit diesem Abendmarkt in eine Marktlücke gestoßen ist, zeigt der Blick auf die Uhr. Je später es wird, umso dichter wird der Betrieb. Was auch der Chef der Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm), Norbert Käthler, mit Freude registriert. Denn wenn sich dieser Markt dauerhaft etabliert, wird sich das sicherlich auch in der Werbung für Trier vermarkten lassen. Bleibt die Frage: Wenn der Markt um 20 Uhr schließt, ist das dann ein richtiger Abendmarkt? Oder sollte er nicht besser bis 21 Uhr geöffnet sein? Was sicher auch die Trierer Bürger, die tagsüber in Luxemburg arbeiten und abends teilweise lange Stauzeiten bei der Heimfahrt in Kaufnehmen müssen, entlasten würde. Diesem Gedankengang will sich Christian Fuchs vom Grundsatz her nicht verschließen. “In der Sache ist noch nichts in Stein gemeißelt”, sagt er und verweist darauf, dass man zunächst erst einmal Erfahrungen sammeln müsse. Sollte sich dann herausstellen, dass es Verbesserungsbedarf gebe, könne man über alles reden.

Keine Frage, das lässt sich alles gut an. Bleibt zu hoffen, dass die Trierer Bürger das neue Angebot dauerhaft annehmen und durch ihre Präsenz sichern. Was dann sicherlich auch noch weitere potenzielle Marktbeschicker zu einer Teilnahme veranlassen wird… (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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