Der Fotograf Uli Schmidt und die “vergessenen Plätze”

Ein Bild wie ein Gemälde – verlassene Gebäude haben durchaus ihren Charme. Für seine Ausstellung hat Uli Schmidt mit offizieller Genehmigung an zwölf Orten fotografiert. Foto: Uli Schmidt

SAARBURG. Wir alle kennen sie − leerstehende Häuser, scheinbar vergessene Industrieanlagen. Sogenannte “Lost Places”, also verlassene und teilweise auch vergessene Plätze. Orte, die auf viele Menschen eine geradezu magische Anziehung haben. Und die man trotzdem nicht betreten darf. Der in Trier lebende Fotograf Uli Schmidt hat genau das getan. Er war in diesen alten Bauwerken auf Spurensuche. Mit Genehmigung der Besitzer. Die Ergebnisse seiner Arbeit zeigt Schmidt ab dem 24. März im Saarburger Amüseum am Wasserfall.

Die Fotografien “Vergessene Orte“ von Uli Schmidt stammen ausschließlich aus der Region Trier, Saarburg, Bitburg und dem Kylltal . Sie erzählen vom Charme und der Ästhetik unbewohnter Orte – ein Reiz der Sinne und der Phantasie. Die Arbeit des Fotografen hat dokumentarische Züge und lebt von der fotografischen Ausgestaltung, der gewählten Perspektive und dem ästhetischen Empfinden des Künstlers. Sie sind Ausdruck der Freude an Farbe, dem Blick für das Detail und Respekt gegenüber dem Ort, an dem einst Menschen lebten. “Ich schaue nur, nehme nichts mit und hinterlasse nichts, außer eventuell meinen eigenen Fußabdrücken”, sagt Uli Schmidt.

Eine farbenfrohe Stimmung.

Eine fast schon surreale Welt

Der Betrachter erlebt eine fast schon surreale Welt: Plätze und Bauwerke, die langsam von der Natur zurückerobert werden, die vergessen sind und doch (noch) vorhanden. Ein besonderer, fast mystischer Zustand. Seit der Jahrtausendwende findet die Urban Exploration (in Deutsch: Stadterkundung) als fotografische Richtung international zunehmende Beachtung. Es handelt sich dabei um die private Erforschung des städtischen Raums. Es werden alte Industrieanlagen, Bunker und Räumlichkeiten ungenutzter Einrichtungen aber auch gut zugängliche Orte wie Parks erkundet.

Für viele Urban Explorer liegt die Motivation in der Ästhetik und der Romantik des Verblassens sowie im Erlebnis einer authentisch-historischen Atmosphäre. Bevorzugt besuchte Orte sind verlassene Krankenhäuser, Industrieanlagen und private Wohnhäuser. In 2017 erlaubte die Stadt Saarburg dem Künstler Aufnahmen auf dem ehemaligen Kasernengelände der französischen Garnison zu machen, noch vor den geplanten Bau-, Umbau- und Abrissarbeiten. In 2010 waren die letzten Truppen des 16. Jägerbataillons abgezogen. In der Ausstellung sind auch einige Aufnahmen aus dieser Fotoserie zu sehen.

Die Vernissage ist am Sonntag, 24. März, um 11 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung in der Städtischen Galerie des Amüseums am Wasserfall bis zum 9. Juni. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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