Der Kommentar – Kartell des Schweigens

Der Stadtvorstand muss nun von sich aus handeln - auch ohne Stadtrat und Ausschüsse. Foto: Rolf Lorig

Der Stadtvorstand muss nun von sich aus handeln – auch ohne Stadtrat und Ausschüsse. Foto: Rolf Lorig

Wieder steht die Trierer Politik vor den Trümmern ihrer fatalen und fahrlässigen Entscheidungen. Was sich seit sechs Monaten, seit den ersten Enthüllungen des reporters zur finanziellen Krise des Theaters, in der Moselstadt abspielt, ist beispiellos in der bundesdeutschen Kulturlandschaft und in der politischen Dimension. Wohl noch nie haben Kommunalpolitiker sich derart schuldig gemacht. Die zügellose Verschwendung von öffentlichem Geld kommt der Untreue sehr nahe. Und an der ist nicht nur Intendant Karl Sibelius beteiligt. An ihr sind alle beteiligt, die sich weigerten, einen Schlussstrich unter die Ära Sibelius zu ziehen. Stattdessen wurde der Mann aus Bregenz im Juli sogar mit einem neuen Vierjahresvertrag bedacht. In sklavischer Ergebenheit hielten die Stadtratsfraktionen – Freie Wähler (FWG), FDP und AfD ausgenommen – am Österreicher fest. Der ist seit Wochen krankgeschrieben, weil er wusste, was auf ihn zukommt, wenn der neue Verwaltungsdirektor Herbert Müller die Bücher prüft. Nun ist es am Stadtvorstand zu handeln. Und das sollte er schnellstmöglich tun. Ein Kommentar von Eric Thielen

Müßig ist es, hier erneut über die Feierabendpolitiker zu schreiben. Das wären Eulen nach Athen getragen. Sie sind, was sie sind: Amateure, denen die Komplexität des Themas längt über die Köpfe gewachsen ist. Ginge es, sollte der gesamte Stadtrat geschlossen zurücktreten – einschließlich der ihn begleitenden Ausschüsse. Sie alle haben sich als unfähig erwiesen, zum Wohle der Stadt und im Interesse der Institution Theater zu handeln. Stattdessen muss Oberbürgermeister Wolfram Leibe sich seit Monaten Vorwürfe aus dem Lager von Grünen und Linken und Teilen der CDU anhören, er spare das Theater kaputt. Perverser geht es nicht mehr. Unter Leibe hat das Theater inzwischen zwei Millionen Euro mehr, als in den Jahren zuvor zur Verfügung standen. Und der Stadtchef ist der einzige, der seit Mai darum bemüht ist, das sinkende Theater-Schiff halbwegs auf Kurs zu halten. Doch ein Großteil der Trierer Kommunalpolitiker leidet nicht nur an Amnesie, sondern auch an Realitätsverlust.

So wird es nur noch darum gehen, wessen Kopf nun rollt: der des Intendanten oder doch der des Kulturdezernenten? Bisher stellte Thomas Egger sich stets schützend vor Sibelius. Der Sozialdemokrat setzte sogar eine vertraglich gesicherte Erfolgsprämie für den Österreicher durch, nachdem Sibelius vor seinem Dienstherrn gejammert hatte, er komme mit monatlich 9.000 Euro brutto nicht aus. Dafür legte Egger sich sogar mit dem Oberbürgermeister und Teilen des Steuerungsausschusses an. Beratungsresistent glaubte Egger ferner daran, er könne die Angelegenheit im Kohl-Modus aussitzen.


Zum Thema − “Dann trennen wir uns von Sibelius”


Um seine eigene Position nicht zu gefährden, griff Egger sogar zu unlauteren Mitteln. Anfang Mai lancierte er über ein Trierer Medium falsche Zahlen zum Theater-Minus in der Öffentlichkeit. Ungeprüft und ohne Gegenrecherche wurden die Egger-Zahlen von besagtem Medium veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt lief Leibe den richtigen Zahlen bereits monatelang hinterher. Doch der Finanzdezernent und Oberbürgermeister wurde von seinem Parteifreund immer wieder vertröstet. Erst die reporter-Veröffentlichungen brachten das wahre Ausmaß der Finanzmisere an die Öffentlichkeit.

Egger machte falsche Angaben über den bis August laufenden Vertrag mit Sibelius. Der sei nicht befristet, behauptete er, was nicht der Wahrheit entsprach. Er führte die Grünen in der Causa Frötzschner in die Irre, ebenso wie die Freien Wähler. Die Naivität der Grünen gipfelte schließlich in deren peinlicher Pressemitteilung. Egger unterließ es, den Oberbürgermeister über den Frötzschner-Gerichtstermin in Frankfurt zu informieren, und er trägt letztlich eine gehörige Portion Mitschuld am gesamten Theater-Chaos, weil er als Kulturdezernent den Intendanten zumindest in groben Zügen hätte kontrollieren müssen.

Der Kommentar

Der Kommentar

Nun kann er nur noch die Flucht nach vorne antreten. Will er die nächsten 16 Monate im Amt halbwegs unbeschadet überstehen, muss er als Dienstherr Sibelius jetzt freistellen – in Absprache mit Leibe und den Kollegen Ludwig (CDU) und Birk (Grüne). Und zwar unabhängig davon, was Ausschüsse und Stadtrat sagen. Denn der Mann aus Bregenz ist gescheitert. Nicht künstlerisch, weil das immer eine Frage des Geschmacks und auch der individuellen Richtung ist. Darüber lässt sich streiten. Konkret manifestieren lässt sich der Geschmack allerdings nicht. Sibelius ist an seiner Aufgabe gescheitert, die durch die Stellenbeschreibung festgelegt worden war – als Manager und als Finanzchef. Zahlen lügen nicht, sind keine Frage des Geschmacks und erzählen auch keine Geschichten. Höchstens jene, wie es eben nicht geht.

Zu klären wird noch sein, warum Trier und die hiesige Politszene in den vergangenen Monaten von einem Kartell des Schweigens tyrannisch beherrscht wurden – von der CDU bis hin zu den Linken. Denn seit den ersten reporter-Veröffentlichungen sickerte die Wahrheit stets nur tröpfchenweise an die Öffentlichkeit. Und dies auch erst nach massivem öffentlichen Druck. Einzig Wolfram Leibe ist vom Vorwurf der Mauschelei und der Hinterzimmer-Politik auszunehmen. Für alle Fraktionen war hingegen seit Mai ausreichend Zeit, die Reißleine früher zu ziehen. Doch die Politik vergab eine mediale Steilvorlage nach der anderen und steht nun eben vor den Trümmern.

Alle hatten Karl Sibelius wie einen Messias mit Hosianna begrüßt. Nun wird der Österreicher zwar nicht gekreuzigt, aber entlassen. Daran führt kein Weg mehr vorbei. Karl Sibelius ist aber auch, ohne dessen eklatante Fehler entschuldigen zu wollen, zu einem Opfer der amateurhaften Trierer Politik geworden. Das spricht ihn nicht frei, erklärt aber manches. Denn der visionäre Künstler wurde sträflich alleine gelassen. Dies ist das schändliche Vermächtnis von Stadtrat, Ausschüssen und Kulturdezernent. Sie alle werden wie immer ihre Hände in Unschuld waschen und dann zur Tagesordnung übergehen.

Dass sie das Theater bis dato fast ruiniert haben, danach wird schon in wenigen Monaten keiner mehr fragen. Leider! Politiker sind nie schuld, es sind immer die anderen. So läuft das schmutzige Geschäft eben − leider!


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Dossier Theater, Featured, Meinung 17 Kommentare

17 Kommentare zu Der Kommentar – Kartell des Schweigens

  1. Anna Majewski

    Zu viele Nullen. Nicht nur bei der Deutschen Bank!

     
  2. augur

    “Denn der visionäre Künstler wurde sträflich alleine gelassen. Dies ist das schändliche Vermächtnis von Stadtrat, Ausschüssen und Kulturdezernent. Sie alle werden wie immer ihre Hände in Unschuld waschen und dann zur Tagesordnung übergehen.”

     
    • Anna Majewski

      Welche Vision bitte? Der Mann hat sich doch alles selbst zugetraut zu können, hat den Mund sehr voll genommen. Hat wohl das Theater wie in Eggenfelden schon mit ner privaten Shopping Mall verwechselt. Nein, an seinem Versagen gibt es nichts zu deuteln. Und seinen Bühnentrash kann man mögen oder nicht, visionär im Negativen sind nur die Zahlen. Den ganzen Hype um seine Person und sein bißchen Bühnenfirlefanz mit floppenden Fidelios/Toscas, ausverschenkten Vorstellungen und einem Personal-Klage-Chaos ohnegleichen können nur von einem Unfähigen fabriziert worden sein.

       
  3. Peter Buggenum

    Herr Thielen.

    Danke für diese schonungslose und präzise Analyse. Speziell ihrer Einschätzung zur Funktion des vermeintlich demokratischen Systems “Stadtrat” zeigt ein grosses Problem. Viele dieser “Hobbypolitiker” sind doch oft mit den Fakten über die sie da abstimmen, gar nicht vertraut.

    In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann man diese Wichtigtuer nur schlecht gebrauchen.

     
    • Rainer Landele

      oh, da wird ja wohl mal wieder meinung mit analyse verwechselt…

      ist ja aber auch egal: hauptsache demokratie ist shice…

      und, NATÜRLICH, die kommentatoren hier, die sind mit den fakten vertraut!11elf!

       
  4. hans Grazer

    @Frau Majewski: Sie sind offensichtlich unglücklich in Sibelius verliebt! Soviel Hass in Ihren Postings, da stecken ganz viele Gefühle drin. Stehen Sie doch dazu, Sie sind nicht die einzige, die Sibelius verehren.

     
    • Anna Majewski

      Hahaha Hass, das beliebte Totschlagargument dieser Tage. Danke Herr Grazer, sie bestätigen nur, was offensichtlich ist: Seine Getreuen halten ihm die Stange…. Sie beherrschen den ganz großen Theaterzauber: Aus Misserfolgen werden Erfolge. Aus “Hassenden” werden unglücklich Verliebte. Aus genervten Mitarbeitern werden Überglückliche, die ihn alle verehren.Aus einem Versager wird ein Opfer, dem man nicht die Zeit gibt, etwas wachsen zu lassen. Für weitere Millionen und Starregisseure für halbleere Vorstellungen? Nehmen sie die rosarote Brille ab Herr Grazer.Ich hingegen fürchte, sie stehen in engster Verbindung mit Fräulein W. Stehen Sie doch dazu.

       
  5. Jutta Albrecht

    Herr Buggenum, leider ist es zum Volkssport mutiert,das allgemeine, mit Häme über die von Ihnen als “Hobbypolitiker” bezeichneten Kommunalpolitiker/innen herzuziehen. Ja, wir üben diese Tätigkeit in unserer Freizeit aus, ab 17 Uhr, bei Manchem nach einem 11-stündigen Arbeitstag. Wir arbeiten ehrenamtlich in Dezernatsausschüssen, die je nach Tagesordnung bis zu 4 Stunden dauern können. Einmal im Monat arbeiten wir in einer Stadtratssitzung, wo auch schon länger als 4 Std. getagt wurde. Ja, wir machen es freiwillig, wir stellen uns alle 5 Jahre dem Votum des Wählers. Und ja, es ist nicht immer möglich, als “Feierabendpolitiker”, wie Eric Thielen uns in Anlehnung an unsere Arbeitszeit in Rat und Ausschüssen richtig bezeichnet – es aber abwertend meint – alle Vorlagen ausgiebig zu lesen, alle Beschlüsse in epischer Breite in den Fraktionssitzungen jeden Montagabend (17.30 Uhr bis oftmals nach 20 Uhr) auszudiskutieren. Aber gegen eins verwahre ich mich als ehrenamtlich tätige Kommunalpolitikerin wirklich aufs Schärfste, Herr Buggenum: Dass Sie dem Trierer Stadtrat absprechen, nach demokratischen Richtlinien zu agieren (“vermeintlich demokratische System”) und dass Sie allen Stadtratsmitgliedern unterstellen, “mit den Fakten, über die sie da abstimmen, gar nicht vertraut” zu sein. Womit belegen Sie diese Behauptung? Und dass ich mich hier öffentlich von Ihnen auch noch als “Wichtigtuer” bezeichnen lassen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Ich würde mir die Kritik, die ich ja zu Beginn meines Beitrags durchaus nicht in toto von mir gewiesen habe, noch gefallen lassen, wenn ich es bei Ihnen mit einem ehrenamtlich tätigen Menschen zu tun hätte, der in seinem Bereich “seinen Mann” steht. Online habe ich nur leider nichts über Sie gefunden. Aber vielleicht wirken Sie ja auch im Verborgenen. Bei der Diktion dieser Kritik hätte ich mir dies allerdings auch gewünscht.

     
    • Sascha

      Gerade bei “Feierabend” oder “Hobby”-Politikern, also Menschen die auch noch in der “normalen” Arbeitswelt zu Hause sind und Ihren Lebensunterhalt bei der täglichen Arbeit verdienen, fällt es mir umso schwerer zu verstehen wie man so verschwenderisch und zukunftsblind mit dem Geld der Stadt umgehen kann.
      Sie wissen doch, im Gegensatz zu den Damen und Herren in Berlin, dass das Geld nicht auf Bäumen wächst sondern von den Bürgern und Firmen der Stadt verdient werden muss.
      Einem Mitarbeiter wie Herr Sibelius wäre doch bei JTI, Hochwald oder Bitburger (nur als Beispiele) niemals der Vertrag verlängert worden.
      Und auch Herr Egger wäre bei einem Wirtschaftsunternehmen schon lange von der Gehaltsliste verschwunden.

      Das Sie alle das ehrenamtlich machen ist richtig und auch das Sie viele Themen nicht so intensiv betrachten können wie ein Vollzeit-Politiker auch. Aber bei Themen bei denen es um Zig-Millionen und duzende oder hunderte Arbeitsplätze geht, erwarte ich das die Leute die darüber entscheiden (und sich freiwillig zur Wahl gestellt haben um genau dies zu tun) sich damit auseinandersetzen.

      Selbst ich wusste das ein Protestbrief von Theater-Mitarbeitern gegen Herr Sibelius existierte (viele Stadtratsmitglieder ja scheinbar nicht http://www.trier-reporter.de/theater-trier-17-fragen-an-egger/ ) und das nur weil ich interessiert Zeitung lese.

       
      • Thomas Schön

        Da haben Sie nur teilweise Recht, Sascha. Als Mitarbeiter von JTI kann ich Ihnen versichern, daß es die Herren Egger und Sibelius bei uns nicht über das erste Vorstellungsgespräch gebracht hätten. Zu einem Vertragsabschluss wäre es erst gar nicht gekommen, da wir Wert auf die richtige Einstellung von Bewerbern legen. Damit fahren wir, soweit ich das beurteilen kann, recht gut.

         
        • Sascha

          Es ist gut zu wissen das von den beiden keiner bei JTI anfangen könnte.
          Sonst wären wir auch bald den größten Gewerbesteuer-Zahler los 😉

           
    • Hans Maier

      In solchen Situationen kommen immer wieder die gleichen Ausflüchte:
      Wir machen das freiwillig
      ehrenamtlich
      nach der harten Arbeit
      usw usf
      Wir entscheiden um Mehrheiten zu bekommen und danach Pöstchen generieren, das wäre näher an der Wahrheit. Oder warum stimmt man wissentlich einer exorbitanten Vertragsverlängerung zu, wo schon vorprogrammiert war, dass das nichts mehr wird?
      Hier und da gibt es ja auch noch als zusätzliche Entschädigung eine Freikarte, ein gutes Essen mit lecker Wein, einen Zeitungartikel mit namentlicher Nennung oder sogar man steht zufällig neben dem OB auf dem Bild, welches in der Zeiung abgedruckt wird,…
      Soweit ich weiß, wird niemand gezwungen so ein Amt machen zu müssen. Man lässt sich wählen. Also muss man auch mit Kritik umgehen können. Warum hat denn nicht ein einziger aus den Fraktionen, die zugestimmt haben, dagegen gestimmt? Hat wirklich niemand bemerkt, was da abläuft?
      Und noch allgemein zu Ehrenämtern: damit stiehlt der Staat sich auf Kosten derjenigen, die sowas machen auf ganz billige Weise aus der Verantwortung.

       
  6. Peter Buggenum

    @Frau Albrecht

    Ihr Posting demonstriert lediglich, dass Sie entweder meinen Beitrag nicht verstanden haben oder ablenken wollen.

    Sie schreiben: ” Aber gegen eins verwahre ich mich als ehrenamtlich tätige Kommunalpolitikerin wirklich aufs Schärfste, Herr Buggenum: Dass Sie dem Trierer Stadtrat absprechen, nach demokratischen Richtlinien zu agieren (“vermeintlich demokratische System”) und dass Sie allen Stadtratsmitgliedern unterstellen, “mit den Fakten, über die sie da abstimmen, gar nicht vertraut” zu sein. Womit belegen Sie diese Behauptung? ”

    U.a. damit, dass auch ihre Fraktion trotz der vorliegenden Fakten und Warnungen einer Verlängerung des Vertrages dieses Ausnahmekünstlers zugestimmt hat. Wirklich demokratisch wäre es beispielsweise, wenn man der Bevölkerung offen die Fakten präsentiert
    und ggf. darüber abstimmen lässt, wie es mit dem Theater weiter geht.

    Im übrigen ist es völlig irrelevant, ob ich ehrenamtlich tätig bin oder im verborgenen wirke. Das ist völlig legitim.

    In psychologischer Hinsicht wäre eine Untersuchung der wirklichen Motive vieler Stadtratsmitglieder sicher aufschlussreich. Ich bezweifle – und das ist mein Recht – dass das Hauptmotiv das Wohl der Stadt Trier oder des Gemeinwohls ist. Das zeigt sich nachhaltig in dieser aktuellen Affäre.

    Danke an Herrn Thielen, der hier nicht nur präzise und nachvollziehbar diesen Skandal darstellt, sondern auch ein transparentes Bild des Versagens vieler Stadtratmitglieder zeichnet.

    Ihre “Empörung” interessiert mich hier überhaupt nicht. Vielleicht sollten Sie und viele ihrer Kollegen diesen Skandal einmal zum Anlass nehmen, ihre eigene Position selbstkritisch zu reflektieren. Ich habe aber wenig Hoffnung, dass daraus etwas wird ….

     
    • Rainer Landele

      sie sollten vielleicht mal schauen, was bei ihren beitrag noch kritik ist und was diffamierung. oh, sollte der rasende reporter auch.

      entlarvend ist doch, dass sie das sich wehren von frau albrecht direkt wieder abbuchen als mangelnde kritikfähigkeit und fehlende selbstkritik.

      ein konkretes beispiel: frau albrecht erklärt, ja, klar, wir alle sind nur ehrenamtliche feierabendpolitiker – weswegen sie nicht recht einsehen mag, warum man dieses fakt als diffamierung verwendet. und was kommt als erwiderung? “ehrenamtlich entschuldigt auch nix”. häh, natürlich “entschuldigt”, erklärt dies zuerst einmal, warum man eben gerade kein (bezahlter) vollzeitpolitiker ist und sein kann. aber darum ging es frau albrecht (so denke ich), ja gar nicht, sondern um die frage, was soll solche diffamierung? und genau darauf wird dann gar nicht eingegangen – ich bezweifle, dass es sogar verstanden wurde – sondern wieder nur überheblich d’raufgeschlagen.

      man kann es auch anders beschreiben: im postfaktischen zeitgeist erweisen sich die größten kritiker als die selbstgefälligsten großmäuler. niemand hindert sie (und andere) daran, aktiv zu werden, und dafür zu sorgen, dass das volk ™(c) über das theater abstimmt. der aufwand dafür ist so gering, läßt sich locker nach feierabend und in der freizeit am wochenende erledigen…ah, mist, da ist ja bundesliga…

       
    • (anderer) Peter

      Das mit dem Vorwurf der undemokratischen Entscheidungsfindung ist abstrus. In anderen Staaten oder Bundesländern mag es dazu Bürgerentscheide geben, hier in RLP, bzw. Trier ist das aber nicht vorgesehen. Bislang sah ich auch keine größere Initiativen die sich dafür einsetzen so etwas anzustreben. Speziell das Theater lässt die meisten Trierer bislang ziemlich ruhig. Ich behaupte sogar die Mehrheit hat von dem Thema noch gar nicht mitbekommen. Trotz der immensen Kosten ist es eben durch und durch ein Randgruppenthema. Ein Teures.

      Direkte Interessenvertreter gibt es zudem nur auf Seiten der Pro-Theater Seite, Schauspieler, sonstige Theatermitarbeiter, Theaterbesucher. Die potentielle Kontra-Seite weiß nun einmal gar nicht von ihrem Glück, bzw. hat nichts zu verlieren. Da sie aber auch nichts oder zumindest nicht viel weiß, weiß sie eben auch nicht, was für sie (kostentechnisch auf dem Spiel steht, bzw. welche Entlastungen mittelfristig bevorstehen könnten, die wiederum zu einer echten Wohlstandseffekten (geringere Abgaben, sinkende Gebühren, v.a. aber mehr Gelder für Investitionen in andere Bereiche) führen dürften. Notfalls eben aber zumindest dabei helfen den städtischen Haushalt nicht weiter zu überfordern.

       
      • Rainer Landele

        wie, es ist nicht vorgesehen?

        diejenigen, die sowas andauernd fordern, machen es doch nur nicht…niemand hält sie auf…

         
    • Heinrich Hamm

      Herr Thielen, Herr Buggenum Sie erhalten meine volle Zustimmung. Treffender hätte man die Misere die seit Jahren im Trier Stadtrat herrscht, nicht beschreiben können. Unglaublich, angefangen vom Schulentwicklungskonzept bis zum finanziellen Desaster beim Theater Trier…. alles ist dabei.

       

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