Der regionalen Wirtschaft geht es auch in 2019 gut

Laut der IHK-Umfrage wird sich das regionale Wirtschaftswachstum auch in 2019 fortsetzen. Grafik: geralt

TRIER. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, ist zufrieden. Die Zahlen, die sein Chef-Volkswirt Matthias Schmitt ihm geliefert hat, lassen nur einen Schluss zu: die regionale Wirtschaft wird vermutlich in 2019 weiter wachsen.

Wie es um Wirtschaft und Konjunktur bestellt ist, untersucht die IHK  jährlich drei Mal durch Umfragen unter den Mitgliedsbetrieben. An der aktuellen haben sich 173 regionale Unternehmen mit mehr als 20.000 Beschäftigten beteiligt. Über das Ergebnis informierten Glockauer und Schmitt am heutigen Donnerstag in einer Pressekonferenz. “Die Wirtschaft läuft regional auf hohen Touren. Auch in 2019 dürfte das Wachstum weitergehen”, sagte Glockauer, schränkte aber ein: “Erste Eintrübungen sind erkennbar.”

Einerseits bewegt sich der IHK-Konjunkturindikator mit 125 Punkten gegenüber der letzten Umfrage im Herbst – da erreichte er noch 129 Punkte – leicht nach unten. Andererseits liegt er nach wie vor weit über der 100er-Marke, die den neutralen Wert darstellt. Laut dem Hauptgeschäftsführer bezeichnen 52 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Immerhin 40 Prozent antworteten mit “befriedigend”, lediglich acht Prozent waren unzufrieden und gaben die Rückmeldung “schlecht”.

Ähnlich positiv die Antworten auf die Frage nach den Umsatzzahlen. Hier meldeten 52 Prozent steigenden Umsatz, lediglich 14 Prozent registrierten sinkende Zahlen.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist zwar leicht gesunken, liegt aber nach wie vor deutlich über der 100er-Marke. Grafiken: IHK Trier

Unternehmen sind leicht optimistisch

“Die Unternehmen haben für 2019 leicht optimistische Erwartungen”, umriss Jan Glockauer das Zahlengerüst: “21 Prozent erwarten bessere, 66 Prozent gleichbleibende und 13 Prozent schlechtere Geschäfte.” Deutlich geworden sei auch, dass die Betriebe im neuen Jahr mehr investieren und auch mehr Personal einstellen wollen. Doch genau zu diesem letzten Punkt gebe es eine Neuerung gegenüber früheren Umfragen, stellte der Hauptgeschäftsführer fest. “Erstmals sehen sieben von zehn Betrieben in dem Mangel an Fachkräften ein Risiko für ihre Betriebskonjunktur.” Als weitere Risiken seien gestiegene Arbeitskosten, die Energie- und Rohstoffpreisentwicklung sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen benannt worden.

Bei der Umfrage richtete die IHK den Blick auch auf die zunehmenden globalen Herausforderungen. Ergebnis: Die Industriebetriebe sind trotzdem mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden. Selbst der anstehende Brexit zeige bislang kaum Auswirkungen. Laut IHK berichten 95 Prozent der Betriebe von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. “Mehr als die Hälfte der Firmen hat die Umsätze in den vergangenen zwölf Monaten steigern können, nur zwölf Prozent verzeichneten Rückgänge.”

Perspektivisch betrachtet rechnet die regionale Wirtschaft der Umfrage zufolge für 2019 mit einem schwächeren Wachstum. “Die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten zeigen sich eher skeptisch, während im Bau- und Konsumgütersektor die Optimisten gegenüber den Pessimisten in der Mehrheit sind”, sagte Glockauer.

Die Geschäftslage liegt zum Teil deutlich über den 12-Monats-Geschäftserwartungen der Betriebe

Hohe Auslastung und dicke Auftragspolster

IHK-Chef-Volkswirt Matthias Schmitt registrierte wichtige Kennzahlen, die aufgrund der unterdurchschnittlichen Exportabhängigkeit der regionalen Industrie im Vergleich zum Bundesdurchschnitt “recht gut ausfallen.” So würden die Unternehmen von hohen Auslastungsgraden ihrer Produktionskapazitäten und dicken Auftragspolstern berichten, die noch bis ins Frühjahr reichen.” Daher sind wir für die regionale Industriekonjunktur in 2019, trotz der außenwirtschaftlichen Risiken, leicht optimistisch gestimmt”, sagte der IHK-Chef-Volkswirt. Zwar sei bei den ausländischen Aufträgen in den vergangenen drei Monaten eine Stagnation festgestellt worden, doch diese sei durch zunehmende inländische Orders mehr als ausgeglichen worden. Auch die Exporterwartungen würden “leicht expansiv” ausfallen.

Entsprechend positiv das Fazit am Ende des Gesprächs: “Wir gehen davon aus, dass die guten Finanzierungsbedingungen, steigende Investitionsausgaben und die außerordentlich positive Arbeitsmarktsituation die Binnennachfrage weiter stärken, so dass die regionale Wirtschaft – auch wenn das weltwirtschaftliche Umfeld zunehmend rauer wird – im neuen Jahr weiter expandieren und Arbeitsplätze schaffen wird”, resümierte Matthias Schmitt. Und brachte ganz zum Schluss doch einen Wermutstropfen ein: “Die Bäume werden aber nicht mehr in den Himmel wachsen.” (-flo-/tr)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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