‟Der Schoppen ist der Einstieg in die Weinwelt‟

Alle Sieger des Wettbewerbs "Der beste Schoppen" präsentieren sich den Fotografen. Fotos: Rolf Lorig

Alle Sieger des Wettbewerbs “Der beste Schoppen” präsentieren sich den Fotografen. Fotos: Rolf Lorig

REGION. Wer in der weiter zurückliegenden Vergangenheit in der Gastronomie ein Glas Wein, also einen Schoppen, bestellt hatte, bekam nicht immer die beste Qualität ins Glas. Kein Wunder, dass der Schoppen nicht das beste Image hatte. Das zu verändern hat sich seit 1999 eine Allianz, die aus Gastronomen, Winzern und Verbrauchern besteht, zur Aufgabe gemacht.

Ökonomierat Norbert Schindler ist bei 31 Grad Außentemperatur bester Laune. Es herrsche richtiges Nacktarsch-Wetter verkündet er fröhlich bei der Siegerpräsentation in Kröv. Die Besucher der Veranstaltung nehmen es in der klimatisierten Halle schmunzelnd zur Kenntnis. Ein Grund für die Heiterkeit des Ökonomierates aber mag auch im Ergebnis des Wettbewerbs gelegen haben. Nur noch fünf Prozent der eingereichten Weine seien abgelehnt worden, weiß er zu berichten. Die Qualität habe über alle deutschen Anbaugebiete hinweg deutlich gewonnen. Schindler ist zufrieden: ‟Schließlich ist der Schoppen der Einstieg in die Weinwelt.”

IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer, Staatssekretär Andy Becht, DEHOGA-Vizepräsident Lothar Weinand und Moselwein eV-Vorsitzender Rolf Haxel werden von Weinkönigin Lena Endesfelder interviewt.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer, Staatssekretär Andy Becht, DEHOGA-Vizepräsident Lothar Weinand und Moselwein eV-Vorsitzender Rolf Haxel werden von Weinkönigin Lena Endesfelder interviewt.

Im jährlichen Wettbewerb „Der Beste Schoppen“ steht die Qualität von Weinen verschiedener Rebsorten, die als Schoppen (0,2 oder 0,25 Liter) serviert werden, im Mittelpunkt. Alle Weine, die diese Qualitätsprüfung bestehen, erhalten das offizielle Prüfsiegel „Der Beste Schoppen“. Für den Verbraucher eine wichtige Information, soll sie doch den Weg zum guten  Schoppenwein weisen. In diesem Jahr haben laut Ökonomierat Schindler rund 200 Gastronomie-Betriebe am Wettbewerb teilgenommen. Auf welch gutem Weg man sich befinde, mache die Zahl der bereits ausgezeichneten Häuser deutlich: Bis zu diesem Zeitpunkt seien bereits 165 Häuser ausgezeichnet, an diesem Tag würden nun weitere dazu kommen, so Schindler.

Und das waren dann erstmals das Weinhaus Neuerburg in Kasel (Kreis Trier-Saarburg), Hotel Deutschherrenhof in Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich), Vinothek Weinstube Ratsschänke in Zell (Mosel) (Kreis Cochem-Zell), Wein- und Speiselokal Sturm-Pargen in Bullay (Kreis Cochem-Zell), Villa Hausmann in Ellenz-Poltersdorf (Kreis Cochem-Zell), Pension Riedel in Bruttig-Fankel (Kreis Cochem-Zell), Hotel Gasthaus zur Post in Kyllburg (Kreis Bitburg-Prüm), Landgasthof Janshen in Ellscheid (Vulkaneifelkreis), Gasthaus Zur Burg Bischofstein in Münstermaifeld(Kreis Mayen-Koblenz), Parkhotel Andernach(Kreis Mayen-Koblenz), Haus Broicherdorf in Kaarst (Nordrhein-Westfalen) und Ringhotel Niedersachsen in Höxter (Nordrhein-Westfalen)

Die Siegerweine und die entsprechenden Lokale

Riesling trocken: 2015er Riesling Qualitätswein trocken, Weingut Ulrich Schumann, Lieser; im Ausschank im Hotel Gasthaus Zur Post in Kyllburg.

Riesling halbtrocken: 2015er Riesling Hochgewächs halbtrocken, Weingut Michael Hank, Mehring-Lörsch (Longen); im Ausschank im Gasthaus Fritzen in Wadern-Wadrill (Saarland).

Riesling lieblich:2015er Graacher Himmelreich Riesling Hochgewächs, Weingut Philipps-Eckstein, Graach-Schäferei; im Ausschank im Restaurant La Fleur in Bernkastel, im Restaurant Moselperle in Wolf und in Sammy’sWeinbar und Café in Bernkastel.

Elbling trocken: 2015erElbling Qualitätswein trocken, Weingut Frieden-Berg,Nittel; im Ausschank im Restaurant Novum im Weingut Frieden-Berg in Nittel.

Elbling halbtrocken: 2015er Mesenicher Königsberg Elbling Qualitätswein feinherb, Weingut Fürst, Langsur-Metzdorf; im Ausschank im Weinhaus Neuerburg in Kasel.

Rivaner trocken: 2015erRivaner Qualitätswein trocken, Weingut Rosenhof, Maring; im Ausschank im Restaurant Kölchens in Bernkastel-Kues und im NaturPur Hotel Maarblick in Meerfeld.

Rivaner halbtrocken: 2015erRivaner Classic, Weingut Michael Hank, Mehring-Lörsch (Longen); im Ausschank im Gasthaus Zur Rebe und Hotel zum Fährturm in Mehring.

Weiße Burgundersorten trocken: 2015er Weißburgunder „Steinrausch“ Qualitätswein trocken, Weingut  Burgkeller, Longuich; im Ausschank in der Alten Burg in Longuich.

Weiße Burgundersorten halbtrocken: 2015er „Burgunder Liaison“ Auxerrois Grauburgunder Qualitätswein halbtrocken, Weingut Heinz Dehren, Ellenz-Poltersdorf; im Ausschank in der Villa Hausmann sowie im Hotel-Restaurant Dehren in Ellenz-Poltersdorf.

Rosé/Weißherbst/Blanc de noir: 2015er „Sommerwein“ Schwarzriesling Rosé Qualitätswein halbtrocken, Weingut Hubertushof, Lieser; im Ausschank im Rotenberg PT Hotel in Wittlich.

Rotwein: 2015er Dornfelder Qualitätswein trocken, Weinkellerei Peter Mertes, Bernkastel-Kues/Vertrieb Franzen-Schüller, Ernst; im Ausschank im Haus Schwarzenberg sowie im Hotel Zur Winzergenossenschaft in Ernst.

Sonder- und Hauptpreisträger mit Veranstalter und Sponsoren

Sonder- und Hauptpreisträger mit Veranstalter und Sponsoren

Der Sonderpreis des Gerolsteiner Brunnens für die Neuentdeckung des Jahres 2016 ging an das Hotel Deutschherrenhof in  Zeltingen-Rachtig; der Preis der Zwiesel Kristallglas KG für „Bestes Weingut mit Gastronomie“ an das Hotel-Restaurant-Weingut Dehren  in Ellenz-Poltersdorf.

In der Hauptkategorie ‟Gastronomie‟ belegte Sammy’s Weinbar& Café in Bernkastel-Kues den ersten Platz und erhielt den Preis der Volks- und Raiffeisenbanken der Region. Platz zwei und damit der Preis des DEHOGA Rheinland-Pfalz ging an das Restaurant Moselperle in Traben-Trarbach – Wolf; den Preis des Moselwein e.V. und damit den dritten Platz erhielt das Gasthaus Fritzen in Wadern-Wadrill. (rl)

 

 

 

Hintergrund

In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, der Weinwerbung und dem Bernkasteler Ring wurde 1999 im Kreis Bernkastel-Wittlich der erste Wettbewerb um die besten Schoppenweine ausgelobt. 41 Gastronomiebetriebe mit 138 Weinen aus 95 Weingütern beteiligen sich. 78 Weine werden ausgezeichnet.

Bereits im folgenden Jahr, 2000, wird der Wettbewerb auf das gesamte Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer und die angrenzenden Regionen Eifel und Hunsrück ausgedehnt (auch am Mittelrhein findet erstmals ein Schoppen-Wettbewerb statt). 67 Gastronomen reichen 222 Weine aus 101 Weinbaubetrieben der Mosel-Region ein. 128 Weine in fünf Kategorien erhalten die Auszeichnung „Der Beste Schoppen“.

Seitdem belegt die Statistik eine beeindruckende Entwicklung. Heute beteiligen sich etwa 230 bis 250 Gastronomiebetriebe aus ganz Deutschland mit mehr als 1.200 Weinen von Mosel, Saar und Ruwer jährlich am Wettbewerb. Und die Zahlen belegen auch, dass sich die Qualität der geprüften Weine beständig nach oben entwickelt hat. Lag die Quote der Auszeichnungen anfangs noch bei rund 56 Prozent, so erhielten in den vergangenen Jahren mehr als90 Prozent der angestellten Weine eine Prämierung. Dies ist auch ein Zeichen für die insgesamt stark gestiegene Weinqualität an Mosel, Saar und Ruwer. Ziel erreicht – könnte man sagen angesichts der Qualitätsentwicklung, die der Wettbewerb dokumentiert. Aber es wird weiterhin an der Qualitätsschraube gedreht, und jedes Jahr reichen Hunderte von Gastgebern der Mosel-Eifel-Hunsrück-Region, aber auch weit darüber hinaus, ihre Weine zum Test ein.

Getragen wird das Projekt seit 2005 von fünf Trägern: Weinwerbung Moselwein e.V., Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Industrie- und Handelskammer Trier und Koblenz, Hotel- und Gaststättenverband Rheinland sowie Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel. Sie haben in einem Kooperationsvertrag die Aufgabenverteilung geregelt. (Quelle: Moselwein e.V.)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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