Der Umbau von Trier-West nimmt Fahrt auf

Bürgermeisterin Angelika Birk berichtet. Foto: Rolf Lorig

Bürgermeisterin Angelika Birk berichtet. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Als vor etwa einem Jahr Baudezernent Andreas Ludwig eine Wohnung im Stadtteil Trier-West anmietete, waren viele mehr als erstaunt. Gilt dieser Stadtteil doch nicht gerade als Renommieradresse. Doch es sieht so aus, als ob der Beigeordnete von Anfang an Weitblick besessen hätte. Denn im Rahmen des von Bund und Land finanzierten Programms “Soziale Stadt” wird es schon bald in diesem Viertel zu tiefgreifenden Veränderungen kommen. Der reporter berichtete mehrfach darüber.

Schon seit Jahren gibt es grundsätzliche Überlegungen über eine Neugestaltung des westlichen Stadtteils. Ortsvorsteher Horst Erasmy (CDU) hatte in den vergangenen sechs Jahren immer wieder bei der Bürgermeisterin und Sozialdezernentin nachgehakt, wann der Umbau denn endlich beginnen würde. Zufriedenstellende Antworten aber bekam er keine. Bis sich dann im Dezember des vergangenen Jahres Oberbürgermeister Wolfram Leibe einschaltete. Er versprach den genervten Trier-Wester Bürgern, gemeinsam mit Baudezernent Andreas Ludwig bis zum Sommer ein Konzept für den Gneisenau-Bering vorzulegen. Und genau das stellte Bürgermeisterin Angelika Birk im Anschluss an die jüngste Sitzung des Stadtvorstandes den zahlreichen Medienvertretern vor.

Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stand der Gneisenaubering und seine unmittelbar umliegenden Straßen. Bei den bisher erfolgten Maßnahmen verwies die Bürgermeisterin auf die Nutzung der beiden ehemaligen Kasernengebäude in der Gneisenaustraße für das Haus des Jugendrechts und des Jobcenters Stadt Trier. Weiter erinnerte sie an den Ausbau der Reithalle zur Soccerhalle mit Qualifizierungswerkstatt sowie an den von der Stadt gezahlten Modernisierungszuschuss an die Baugenossenschaft der Eisenbahnbediensteten für die Modernisierung der Wohnanlage “Im Schankenbungert“.

Auch die Sanierung des dritten Gneisenau-Blocks soll angegangen werden.

Auch die Sanierung des dritten Gneisenau-Blocks soll angegangen werden.

Darüber hinaus gebe es noch sichtbare Ruinen und damit eine Menge zu tun, räumte Birk ein. Bei den zukünftigen baulichen Sanierungen stehen die Wohneinheiten in der Gneisenaustraße 33 bis 37 an, die Platz für etwa 26 Wohnungen bieten und teilweise auch barrierefrei ausgebaut werden sollen. Möglich sei auch der Verkauf des seit 2010 leerstehenden Kasernenblocks in der Gneisenaustr. 44.

Beschlossen ist die Zusammenlegung der beiden Bauspielplatzhorte im grundlegend zu sanierenden Gebäude Eurener Straße 6. Zudem gebe es von Seiten der Caritas Überlegungen zum Neubau der eigenen Kita und Krippe. Hier zeigte sich OB Leibe dankbar für das Engagement der Caritas, gebe das der Stadt doch Freiraum und Möglichkeiten, das Geld an anderer Stelle in Trier-West einzusetzen.

Bei den künftigen Planungen stünde neben dem Standort der zukünftigen Stadtteil-Grundschule sowie der der Gemeinwesenarbeit im Fokus. Weiter mache man sich Gedanken um die Gestaltung der grünen Mitte im Quartier und suche Lösungen für den Schrotthandel im Viertel. Zudem will man sich um den ruhenden Verkehr kümmern.

Nach den Worten von OB Leibe und Bürgermeisterin Birk sind sowohl der Ortsvorsteher wie auch der Ortsbeirat über die laufenden Überlegungen informiert und eingebunden. Auch die Bürger selbst sollen die Möglichkeit der Mitsprache haben. Es gebe gegenüber den alten Planungen viele neue Aspekte, sagte der Oberbürgermeister. Und Angelika Birk hob hervor, dass es ein großes Potenzial an positiver Energie bei den Bürgern gebe, das man nun abrufen wolle.

Auch den eingeforderten Zeitplan hatten die Kommunalpolitiker dabei: Aktuell erfolgt die Sachstandsinformation in den zuständigen Dezernatsausschüssen, am 16. Juni kommt das Projekt in den Stadtrat, danach erfolgt die Beteiligung der Öffentlichkeit. Nach der Anpassung des Entwurfes folgt dann die Beschlussfassung in den zuständigen Gremien bevor der Stadtrat dann am 29. September das letzte Wort haben wird. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Der Umbau von Trier-West nimmt Fahrt auf

  1. Jerome Valeska

    Ich freue mich sehr als Anwohner in der Nachbarschaft, dass der Block in der Gneisenaustraße endlich zu etwas Neuem erblüht. Das einzige, was mir daran nicht gefällt, ist, dass der Kran nach getaner Arbeit immer auf ein bewohntes Haus gerichtet ist. Ich möchte ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber es wirkt sehr bedrohlich, wenn der Kran über dem Haus steht, in dem man wohnt.
    Leider habe ich im Internet keine Adresse gefunden, an die ich mich mit diesem Problem hätte wenden können. Deshalb sehe ich mich gezwungen, in einem Kommentar meinen Gedanken Platz zu machen.

     

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