Die Orestie – Akzent zum Ende der Weber-Ära

Der Trierer Alexander May inszeniert "Die Orestie" als Akzent zum Ende der Weber-Ära am Theater. Foto: Marco Piecuch

Der Trierer Alexander May inszeniert “Die Orestie” als Akzent zum Ende der Weber-Ära am Theater. Foto: Marco Piecuch

TRIER. Am kommenden Samstag, 21. Februar, feiert “Die Orestie” im Großen Haus des Trierer Theaters Premiere. Die sprachlich fulminante Übersetzung des großen Theatermachers Peter Stein, der die Prosafassung des Stückes schrieb, dient als Grundlage der Trierer Neuinszenierung von Alexander May, der zuletzt Tracy Letts Werk “Eine Familie” auf die Bühne brachte. Mit der Aufführung dieses Klassikers von Aischylos, neben Sophokles und Euripides der dritte große Dichter der griechischen Tragödie, setzt die Theaterleitung zum Ende der Ära von Intendant Gerhard Weber einen markanten Akzent und betont die Wichtigkeit, das antike Erbe in der Stadt Trier wach zu halten.

Ein furchtbarer Fluch lastet auf dem Haus der Atriden. Mord folgt auf Mord. Rache auf Rache. Agamemnon opferte seine Tochter Iphigenie, um günstigen Wind für seine Kriegsflotte nach Troja zu erbitten. Klytaimnestra hat ihm das nie verziehen und tötet den siegreichen Heimkehrer. Daraufhin schwören die Kinder Elektra und Orest Rache; Orest tötet die Mutter und deren Geliebten und Mordgehilfen Aigisthos. Nun verfolgen die Erinnyen Orest, den Muttermörder, und fordern wiederum seinen Tod. Doch ohne Erfolg.

Die Spirale der Gewalt, der Fluch der Familie, das Prinzip der Blutrache wird durchbrochen durch Apollons Einspruch, der Orest selbst zum Rächer von Agamemnons Tod auserkoren hat, und durch Athenes – Göttin der Weisheit – radikal neue Idee, die Bürger der Stadt zu Richtern über Orests Schicksal zu machen. Vernunft tritt an die Stelle der blinden Rache. Ein Gerichtsverfahren ersetzt die blutige Lösung. Dem Menschen fällt erstmals Verantwortung zu für sein Tun; die Götter verlieren ihre Allmacht. Doch Athene gelingt es, die alten Kräfte mit der neuen Ordnung zu vereinen und bereitet damit den Weg für eine neue Zeit…

Der griechische Tragödiendichter Aischylos lässt mit der Orestie einen zeitlosen Konflikt von großem Format entstehen, eine spannende Endzeitgeschichte mit heutiger Dimension, die die Sehnsucht in sich birgt, den gewaltsamen Konflikten ein aussöhnendes Staatssystem entgegenzusetzen.

Besetzung: Sabine Brandauer, Barbara Ullmann, Alina Wolff; Jan Brunhoeber, Lutz Faupel, Daniel Kröhnert, Christian Miedreich, Klaus-Michael Nix, Marvin Rehbock, Tim Olrik Stöneberg.

Musikalische Live-Begleitung am E-Cello: Maria Kulowska.

Beginn der Vorstellung um 19.30 Uhr; Werkeinführung 30 Minuten vor jeder Vorstellung.


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Kultur Hinterlasse einen Kommentar

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