Die reporter-Satire – Weekly Visit

Weekly Visit unseres Visitors.

Weekly Visit unseres Visitors.

Wieder Zeit für die wöchentliche reporter-Satire. Der Visitor war wie immer im Netz unterwegs − und schlägt wieder zu. Diesmal mit seinen liebsten Freuden von der AfD, dem pöbelnden Helmut, ’ner Schmusekatze, den letzten Zuckungen östlicher Kartoffel-Patrioten und unserem laufenden Hosenanzug − der Worthülsenfrucht aus der Uckermark. “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!” Ach nee, falsch, das war ja der Walter. Unsere heißt Angela. “Mit mir wird es keine Maut geben!”

Montag

Die AfD ist im Europaparlament zu leise, lässt uns die FAZ wissen. Oder anders formuliert: Im entspannten und ruhigen Alltagsbetrieb von Brüssel wird die Partei mit ihren knalligen Wuteskapaden nicht ernst genommen. Wundert’s wen? Beatrix von Storch lässt uns zudem wissen, dass sie sich gerne von fremden Männern ihre Koffer tragen oder sich für ihr nicht vorhandenes Dirndl loben lässt. Wobei das unrealistisch ist: Welcher normale Mann mit zwei Restzellen im Gehirn würde dieser Frau etwas abnehmen, geschweige denn sie loben? Falls sich jemand findet, sei er gewarnt. Es ist nicht abwegig, dass diese heimatliebende Dame jeden morgen beim Frühstück völlig ohne jede Vorwarnung “DEUUUUUUUUUUUUUUUTSCHLAND” schreit. Macht sie sonst ja auch gerne. Es ist sowieso der absolute Wahnsinn, dass eine Anti-Euro Partei sich ins EU Parlament wählen lässt. Wäre ungefähr so, also wolle ich Alice Schwarzer abschaffen, würde aber dann für die Emma schreiben. Logik ist was anderes. Besonders bitter, weil die Damen und Herren Professoren sich besonders mit genau dieser brüsten.

Dienstag

Helmut pöbelt mal wieder. Beziehungsweise hat vor zwölf Jahren in einem sechsstündigen Interview gepöbelt, und jetzt kommt es raus, weil dieses Gespräch zu seinem 85. Geburtstag in voller Länge veröffentlicht wird. Heieiei. Blüm, Süssmuth, alle sind nur durch ihn was geworden, wären ohne ihn nichts und sind riesengroße Charakterschweine. Alle außer er, die ganze böse CDU, die ihn aufgrund ihres großen Hasses gegenüber the big Helmut NUR mehrere Jahrzehnte zu ihrem Vorsitzenden und, schlimmer noch, zum deutschen Bundeskanzler gemacht hat. Die “vier oder fünf” Spender wollte er immer noch nicht nennen. Sehr realisitsch. Der Skandal hätte fast sein Lebenswerk in der Öffentlichkeit ruiniert, er weiß aber nicht, wie viele Spender es waren. Entweder Kohl ist so abwesend. Dann frage ich mich ernsthaft, was mit Deutschland los war, so einen Mann zum Kanzler zu machen. Oder er lügt. Dann frage ich mich ernsthaft ein zweites Mal, was mit Deutschland los war, so einen Mann zum Kanzler zu machen. Um es deutlich zu sagen: Es will mir nicht in die BIRNE! (Heribert Schwan wird sich grade ’nen Ast freuen, denn endlich hat er eine Untermauerung für die Kredibilität seines Buches.)

Mittwoch

Das Wort Puma ist uns vor allem geläufig als anschmiegsame, kuschelbedürftige Raubkatze und Schuhmarke. Es gibt aber auch Panzer, die diesen Titel tragen. Das Kriegsgerät ist auch anschmiegsam, momentan vor allem zu seiner neuen großen Liebe, dem Altmetallcontainer. Denn jetzt will Uschi from the Leyen wegen plötzlich unerklärlich gestiegenen Preisen und Lieferverzögerungen Schadensersatzansprüche geltend machen. In meinem ersten visit waren’s die Helis. Jetzt sind mal die Panzer dran. Das Problem ist immer das Gleiche: Das Zeug ist offenbar nah an schrottreif. Warum gibt man, wenn man die Bundeswehr sowieso verkleinert, überhaupt für so etwas Geld aus? Man könnte es ja auch in die Schulen stecken, damit die Kinder und Jugendlichen dort besser gedrillt werden und später, im ersten Semester, besser den psychischen Schaden durch ihre wehrpflichtfreie Zeit nach dem Abi verwinden können. Im Ernst: Wenn ich gerade den Führerschein abgegeben habe, gehe ich doch auch nicht zum nächsten Schottplatz, kaufe mir dort eine kompostreife E-Klasse aus dem Jahre 1980 und sage: “Bitte machen sie mir das Ding fit für die Straße.” Diese Woche scheint, nach Montag und Mittwoch, die offizielle deutsche LOGIKWOCHE zu werden. Ich bin sehr gespannt, was morgen kommt. Wirklich sehr.

Donnerstag

Die Spannung hat sich gelohnt. Denn heute gibt’s ein Update zu vorletzter Woche. Und einen ersten Erfolg, denn offenbar steht der Visitor mit seinen Kommentaren nicht so ganz alleine da. Staatssekretär Friedrich Kitschelt hat sein geplantes Treffen mit Pegidavertretern doch noch abgesagt . “In letzter Minute” hat Kitschelt den Rückzieher gemacht, wie SPON schreibt. Das trifft’s nicht ganz. Ich dachte, Pegidas letzte Minute sei schon vorbei? Die, die diese letzte Minute ihres Vereins überlebt haben, werden sich jetzt ziemlich veralbert vorkommen und alle ihre grundlosen Vorurteile gegenüber unserem bösen Staatssystem bestätigt sehen. Wähler gewonnen hat der Mann damit sicher nicht. Eher verschreckt. Normalerweise würde man das in der Jugendssprache “eierlos” nennen, ich tituliere es, um Pegida entgegen zu kommen, mit einem anderen Grundnahrungsmittel: kartoffellos, alternativ auch dönerliebend. Apropos alternativ: Jetzt darf sich die AfD wieder mit den pöbelnden Jungs und Mädels rumschlagen. Guter Schachzug von Kitschelt, denn die haben selbst keinen Bock mehr drauf, generieren aber leider unter den Pegidaanhängern ein extrem hohes Wählerpotential. Wenn die Truppe um Bernd Lucke 2017 in den Bundestag kommen will, wird sie sich das Ignorieren nicht leisten können. Die CSU schon. Wie war das? Die AfD nennt sich neue Volkspartei? Es darf gelacht werden. Lucke wird’s weniger lustig finden.

Freitag

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Ach nee, falsch... "Mit mir wird es keine Maut geben."

“Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!” Ach nee, falsch… “Mit mir wird es keine Maut geben.”

Nun ist es also soweit. Die Pkw-Maut wird kommen. Das hat der Bundestag heute beschlossen. Um jetzt ’ne gute Satire daraus zu machen, muss man sich nur das TV-Duell Merkel gegen Steinbrücck aus dem Jahr 2013 anschauen, in dem die Kanzlerin beteuerte, dass es mit ihr keine Maut geben werde. Ein Aufschrei müsste jetzt durch die Bevölkerung gehen, oder? Gelogen, Versprechen gebrochen. Dürften sich viele andere Politiker jetzt anhören, samt Rücktrittsforderungen im Anhang der Hassmails. Und was passiert bei Merkel? Nichts! Rein gar nichts. Zumindest nicht im breiten Teil der Bevölkerung. Wobei man breit hier durchaus doppelt deutig meinen kann. Merkel hat das Land so eingeschläfert, dass ihre Umfragewerte wenig bis gar nicht sinken werden. Probieren Sie das mal mit Ihrem Ehepartner, dem Sie ewige Treue geschworen haben. Einfach fremdgehen, lügen und drauf verlassen, dass man im Ansehen um null Prozent sinkt. Und der Partner bleibt – um den Bogen wieder zu Frau Merkel zu spannen, sie bleibt im Amt und wird wahrscheinlich sogar wiedergewählt. Jeder in Ihrem Umfeld würde Sie für komplett bescheuert erklären. Weitere Rückschlüsse ziehen die Leser bitte selbst. NOTE: Dont try the Fremdgehnummer yourself. Ihr Partner wird es Ihnen danken und Sie auch im Jahr 2017 wieder zu Bundestagswahl begleiten.

Einen romantischen Sonntag!
The Visitor ML


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Meinung Hinterlasse einen Kommentar

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