Die reporter-Satire – Weekly Visit

Weekly Visit unseres Visitors.

Weekly Visit unseres Visitors.

Wieder ist eine Woche vergangen. Der Visitor meldet sich zurück, diesmal mit Lutz Bachmann, der sich fünftelt, einem bayerisches Dorf, dem ein Füntel reicht für ein Drehbuch zu “In Winden verweht”, einer Oma, die noch ein Fünftel ihres Gehirns hat, Kathrin Oertel, die nach knapp fünf Millionen Schminktipps Einsicht zeigt und Cem Özdemir, der fünf mal seine Hanfpflanze auf dem Balkon anschaut und dann regieren will. Warum so oft die Zahl fünf? Na ja, Freunde, es ist Mai.

Montag

Die Überschirft könnte lauten: “Aus für Legida.” Oder: “Vom rechten Weg abgekommen.” Ich finde beides lustig. Na ja. Jedenfalls war die Legida-Demo in Leipzig ein Reinfall. Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann dachte, seine Person zieht 1.500 Leute, es kamen: 300. Kennen Sie das Youtubevideo? “Peng, voll in die Fresse.” Beruhigend ist das schon. In Dresden mal mit 15.000 Mann gestartet, jetzt nur noch 300. Aber warum? 14.700 keine Lust mehr? Oder merken sie , dass es in den Medien eng wird? Dass das, was dort so steht, gar nicht so falsch ist? Dass sie ihr Ziel nicht umgesetzt bekommen? Würde bedeuten: Die Lügenpresse hat recht. Also: Entweder 14.700 Leute mehr als noch Anfang des Jahres glauben jetzt an Lügen, oder die Unwahrheiten sind Wahrheiten. Hmm. Schwierige Entscheidung. Funtionierende Medienlandschaft oder Vollidioten mutieren zu noch größeren Vollidioten? Mein guter Wille sagt Ersteres. Die Satire eher Zweiteres. Die Realität und Wahrscheinlichkeit glaubt das Ersteres stimmt, Zweiteres aber, gerade bei einem solchen Verwesungsgrad des Hirns möglich ist. Peng, voll in die… Raten Sie mal! Na, was wohl? Kartoffeln?

Dienstag

Heute machen wir’s mal interaktiv. Sie können sich den Titel ihres Dienstagsfilms selbst aussuchen. Zur Auswahl stehen: “Von Winden verweht”, “In Winden verweht” oder “Winden (in Ruhe) lassen”. Schreiben Sie doch bitte in Facebook in die Kommentare, wie der Film heissen soll. Sie haben die absolut freie Auswahl. Warum der Aufriss? Im bayerischen Dorf Winden, in dem 830 Menschen leben, sollen 131 Flüchtlinge untergebracht werden, wogegen sich die Einwohner mit Parolen wie “30 bis 40 Asylbewerber reichen” massiv wehren. Das Dorf wüchse, kämen die Asylanten, um ungefähr 15,78 Prozent. Thilo Sarrazin fragt sich jetzt, wie viele davon kriminell sind, ergo wie sehr die Kriminalitätsrate wächst. Ich frage mich, wie viele der Asylanten nach spätestens einer Woche realisieren in was für einem Kaff sie da gelandet sind und freiwillig die Flucht ergreifen. Die Flucht vor der Flucht sozusagen. Nein, ich mache mich nicht über das Schicksal von Menschen lustig. Ich stelle diese Schicksale mit meiner Aussage über die Vorurteile und Beschränktheit von ein paar im westlichen Paradies lebenden, verwöhnten Hinterwäldlern parallel Wer es nicht glaubt, schreibt an den trier-reporter. Ich antworte jedem. Versprochen.

Mittwoch

Heute ausnahmsweise mal nicht aus dem Internet, sondern direkt von den Straßen Triers. Genauer gesagt von einer Bushaltestelle in der Paulinstraße. Ich bin an diesem Mittwoch im wahrsten Sinne des Wortes trier-reporter. Ich warte auf den Bus, höre auf einmal hinter mir: “Drecks Moslem, geh dahin, wo du hergekommen bist!” und sowas wie “Scheiß Ausländerbrut”. Im Nachhinein sehr lustig, denn die damit gemeinte Dame trägt zwar Kopftuch, kommt aber aus Magdeburg (das wäre der beste Konter gewesen, fiel uns aber erst später ein). Magdeburg, diese brutale große Stadt am Bospurus, in der öffentliche Steinigungen alltäglich sind und Terroristen mit regelmäßigen Anschlägen die Welt erzittern lassen. Sie wissen schon. Und wer ruft sowas auf der Straße? Eine frustrierte Oma. So irgendwo bei Pegida anzusiedeln. Hätte sie nichts gesagt, könnte man meinen, sie kauft grade für ihren Enkel Schokolade. Das sind also die Folgen der Hetze von Pegida und Co. Mitten in Trier. Nett, finden Sie nicht? Ich beweise Zivilcourage, sage der Pöblerin, sie soll’s doch vormachen, sie hat’s ja nicht so weit, unterhalte mich mit der Muslima (übrigens samt Kinderwagen). Ihr Mann ist Algerier und studierter Elektrotechniker und beide sind offensichtlich voll “integriert”. Das sollen die Enkel von Misses Pegida erst mal nachmachen. Ich fasse den Entschluss, diesen Absatz zu schreiben. Also Freunde: Augen auf und bitte nicht wegsehen. Nicht nur auf Gutmenschendemos, sondern überall, jeden Tag. Ist wichtig.

Donnerstag

Kathrin Oertel entschuldigt sich. Für ihre Schminkeskapaden, die sie der Welt monatelang zumutete? Nein. Sie entschuldigt sich bei den Muslimen. Dafür, dass sie für eine “antiislamische Hetzkampagne” mitverantwortlich ist. Frei nach dem Motto: Och, ich bin heute aufgestanden, und dann hab’ ich beim Frühstückskaffee so gemerkt, dass ich mal nebenbei, ja schon fast zufällig, eine ganze Religionsgemeinschaft verunglimpft habe. Das ist extrem realistisch. Fällt einem ja auch erst danach auf. “Schatz, ich habe die Hirnzellen geschrumpft”, wird Oertel ihrem Angetrauten dann beim zweiten Kaffee gesagt haben. MAAAANNNN! Wer jetzt nicht sieht, dass das bloße Taktik ist, um ihren Ruf zu retten, dem ist ebenfalls nicht mehr zu helfen. Pegida schrumpft, blamiert sich, darauf hat Oertel keine Lust. Ich finde das ziemlich lächerlich und weinerlich. Um nicht zu sagen, geradezu hochgradig unglaubwürdig und peinlich. Falls sie wirklich geläutert sein sollte und es ernst meint, sorry. Glaub’ ich aber nicht. Glauben Sie’s? Antworten bitte in den Facebookkommentaren. Danke.

Freitag

Die Sarah Pallin aus BW, der grüne Cem.

Die Sarah Pallin aus BW, der grüne Cem.

Cem Özdemir vergleicht Volker Kauder mit Mitgliedern der Tea-Party-Bewegung und nennt ihn einen Freak. Und das alles in einem Interview mit der “Welt”. Außerdem hat er den Anspruch, ab 2017 mit seiner Partei wieder in der Regierung vertreten zu sein. Ein verdammt hohes Ziel, wie ich finde. Also Cem. Erstens ist, Kauder einen Freak zu nennen, eine ganz schön gewagte Aussage. Freaks, das sind doch so Leute mit Zottelhaaren und THC in den Adern. Ehm, wie war das nochmal? Ach ja, früher sahen doch die Grünen so aus. Hmm. Eigentor, oder Eigentorsalve, entscheidet selbst. Außerdem: Die Tea-Party-Mitglieder sind meistens aggressiv und extrem. Der Vergleich ist sowohl eine Beleidigung für Kauder und seine einschläfernde Art als auch für die Tea-Party. Die Sarah Palin aus Baden-Württemberg. Sexy, unnachgiebig, immer hart. Is’ klar. Cems Partei nähert sich doch immer mehr der CDU an. Er will also 2017 mit “Freaks” regieren. Das “Model und der Freak” war mal ’ne Fernsehserie. Cem Özdemit als Model? Was ein Bild. Das ist eine absolut sichere Art, gewählt zu werden. Absolut sicher. Ich freu’ mich drauf. Ihr auch?

Einen entspannten ersten Maisonntag wünscht
The Visitor ML


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Meinung Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.