Die reporter-Satire – Weekly Visit

Weekly Visit unseres Visitors.

Weekly Visit unseres Visitors.

Und wieder eine Woche vergangen. Der Visitor ist wieder da und beschäftigt sich diese Woche mit einem von Christian Lindner für Griechenland initiierten Volksfest im Jahre 2250, Habecks klugem Politratgeber, der CDU bei Rock am Ring, deprimierten Mexikanern und der Bremer FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner, die sich in ihrer Freizeit mit viel Hingabe zukünftigen Projektgeschäften widmet.

Montag

Ich hielt Christian Lindner bis gerade eben für einen echt klugen Mann. Und vor allem auch für fähig, die FDP aus ihrer Krise zu führen. Für fähig, die Partei 2017 unter großem Getöse wieder in den Bundestag zu bringen. Leider hatte ich da wohl unrecht. Denn Lindner hält einen vorübergehenden Austritt Griechenlands aus dem Euro für vorteilhaft. Ehm, ja. Genau das wäre so eine typische Westerwelle-Ansicht. Und wo hat das die FDP hingebracht? Richtig. Zu glatten 18 Prozent und einer Koalition mit der CDU nach der Bundestagswahl 2013. Glauben Sie nicht? Haben Sie recht, ist auch nicht so. Mal im ernst. Vorrübergehender Austritt aus dem Euro? Lassen wir sie doch gleich vorrübergehend aus der EU austreten. Oder besser noch, aus der Weltgemeinschaft. Ist ja nur zeitweise. Und dann begrüßen wir sie wieder, im Jahr 2250, mit einem sauberen Sirtaki und ein paar Euros als Starthilfe. Sinnvolle Sache. Spenden für das Fest in über 200 Jahren bitte direkt an den trier-reporter richten. Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe. Das Geld kommt sicher bei den Bürgern an. Verlassen Sie sich drauf. Danke.

Dienstag

Wenn man Spitzenkandidat einer Partei zu einer Bundestagswahl werden will, sagt man das am besten schon mal zwei Jahre vorher. Vor allem, wenn einen, auf gut deutsch, kein Mensch kennt. So haben die Parteioberen dann auch gar keine Zeit mehr, das zu verhindern und ihren warmgesessenen Hintern noch fester an ihre Stühle zu kleben. Dieser Preis geht an Rober Habeck, Grünenpolitiker und Umweltminister in Schleswig-Holstein. Er wolle sich einer Urwahl stellen. Bedenkt man den Zeitpunkt seiner Aussage, fehlt da aber ganz eindeutig ein H. Damit er bei der ganzen Nummer auch noch richtig glaubwürdig und selbstbewusst wirkt, relativiert er seine Idee dann auch gleich wieder. Er wolle sich nicht für den Vorsitz der Grünen bewerben. Den würde er natürlich völlig ohne Probleme bekommen, er ist ja ein polittaktisches UHRtalent. Alle zittern. Top. Cem Özdemir findet das Ganze offenbar gut, er hält Habeck für einen “Klassetyp”. Ich übersetze das mal für Nichtpolitiker: “Danke du Volltrottel, jetzt wissen wir alle bescheid und suchen uns schon mal einen neuen Umweltminister für die nächste Legislaturperiode in Kiel. Viel Spaß in deinem Ortsverein.” Gut gemacht Habeck. Grüne wie dich braucht das Land, die Grünen selbst allerdings wohl weniger.

Mittwoch

Die CDU und Metallica, die CDU und Slipknot, können Sie sich das nebeneinander vorstellen? Die Toten Hosen haben da 2013 schon ihre Meinung bekundet. Offenbar hat die Partei in Bremen aber noch nicht genug. Denn die dortige Kandidatin zur Bürgerschaftswahl, Elisabeth Motschmann, tritt mit Turnschuhen und Kapuzenpulli auf und sieht in diesem Aufzug eher wie eine Rock am Ring-Besucherin nach dem dritten Tag Durchzechen aus denn eine seriöse CDU Politikerin. Sie will Veränderung, und diese auch darstellen. Klasse. Alle anderen Parteien freuen sich. Wir freuen uns auf die Wahl 2017: Merkel in Hipstarjeans. Gabriel mit roten Nikes und modischen Vollbart. Und Christian Lindner mit Nietengürtel. Das wäre doch mal was. Frei nach dem Motto: Deutschland bietet alle Freiheiten, auch die zu Blödheiten. Gut, nun hat die CDU in Bremen bei der Wahl 2011 gute 20 Prozent geholt. Da muss man was tun. Die ganze Nummer ist wohl eine sehr sehr krude Verzweiflungstat. Vielleicht holt sie ja jetzt 23 Prozent. Magische Zahl. Sie wissen schon. Ich wünsche ihr auf alle Fälle viel Glück dabei. Auch wenn’s aufgesetzt und eigentlich ziemlich traurig ist. Die CDU hat so oft gewonnen, jetzt müsste sie auch mal verlieren können. Rock on.

Donnerstag

Das Sturmgewehr G36. Jetzt nicht nur in besonderer Präzision, sondern auch für mexikanische Unruheregionen. Sehr gut. Frei nach dem Motto: Knallt ihr euch ruhig ab, solange solche Trottel wir ihr nachkommen, verdienen wir ja weiter. Das nenne ich mal sauberes Geschäft. Dann noch schön illegal und fertig ist der Skandal. Da könnte ich jetzt drauf rumreiten,. Tue ich aber nicht. Liebe Mexikaner, was ist los mit euch? Könnt ihr so schlecht schießen, dass ihr von der Flinte so begeistert seit? Offenbar braucht ihr ja sechs Meter Verzug, um zu treffen, weil ihr sonst daneben ballert. Das nenne ich mal Präzision. Etwas Hitze in euren Händen. Und fertig ist der Bambam-Tacco. Ich finde: Das ist eine Selbsterniedrigung sondergleichen. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein würde euch gut tun. Versucht’s doch erst mal mit Wasserpistolen oder Pfeil und Bogen. Oder schließt Frieden. Wäre sowieso das Beste: Ihr spart Geld und lebt weiter. Für weitere Tipps und Ratschläge kontaktiert mich gerne. Ich stehe Tag und Nacht zu eurer Verfügung.

Freitag

Lencke Steiner will's wissen. Nur, was?

Lencke Steiner will’s wissen. Nur, was?

Da am Sonntag die Bürgerschaftswahl in Bremen ist, stelle ich Ihnen jetzt auch noch die dortige Spitzenkandidatin der FDP vor. Die Dame heisst Lencke Steiner und ist 29 Jahre alt. Zunächst einmal dachte ich an Katja Suding in blond. Passt zu ihr, und außerdem: In Hamburg hat’s ja funktioniert, also: “Never change a winning team.” Aber nein. Suding sah einfach nur gut aus und war ansonsten harmlos. Steiner hingegen sieht Kinder als “Projektgeschäft”. Macht also für sie wenig Sinn, welche bekommen will sie trotzdem, aber nur um zu zeigen, was Frauen heute so alles schaffen können. Das habe ich nicht erfunden, sie hat es gesagt und meint es ernst. Wem jetzt schlecht wird, der hat mein vollstes Verständnis. Kann man aber auch lustig sehen. In Bremen heißt das jetzt von Montag an Projektgeschäftgarten und Projektgeschäftgeld. Oder Problemprojektgeschäft. Schuhe in Projektgeschäftgrößen. Das Projektgeschäfthilfswerk. Projektgeschäftbücher, Projektgeschäftkanal, Prohektgeschäfttagesstätten, projektgeschäftgerecht. Der beste ist aber: Projektgeschäfte von Eltern mit Migrationshintergrund. Lachen Sie schon? Gut so. Traurig ist eher, was Steiners Kinder wohl sagen, wenn sie in ein paar Jahren die Aussagen ihrer Mutter lesen. Vorschlag von mir: “Mama, wenn ich ein Projektgeschäft bin, bist du dann die Leiterin oder der Geschäftsraum?” Natürlich vorrausgsetzt, Steiner legt ein paar Kilos zu.

Einen projektgeschäftgequängelfreien Sonntag wünscht
The Visitor ML


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Meinung Hinterlasse einen Kommentar

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