Die Welt des Johann Sebastian Bach

Denis Patković interpretiert Bachs Goldberg-Variationen. Foto: Jörg Kundinger

Denis Patković interpretiert Bachs Goldberg-Variationen. Foto: Jörg Kundinger

REGION. In den kommenden Tagen schlägt das Herz des Mosel Musikfestivals an seinem Geburtsort Bernkastel-Kues. In zwei Veranstaltungen am Freitag steht Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt, am Sonntag zeigen dann Nachwuchsmusiker im Workshop “Klanglabor” ihr Können.

Workshop Bach im Stift

Zu wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, wollte schon Doktor Faust. Wer aber dem Kern von Johann Sebastian Bachs Musik auf den Grund gehen will, dem bringt der Workshop der Cusanus Hochschule am kommenden Freitag während des Mosel Musikfestivals, Erleuchtung. Dort erläutern Philosophieprofessor Harald Schwaetzer und Jakob Bergsma, Chorleiter, Sänger und Student der Philosophie an der Cusanus Hochschule, die klaren Strkturen, die fantasievolle Leichtigkeit und die strengen Formen des Barocks und seines Meisters. Philosophische Horizonte und musikalische Beispiele bringen den Teilnehmern die Welt Bachs ein paar Takte näher.

Workshop Bach im Stift, Freitag, 23. September, 15 bis 18 Uhr, Cusanus Geburtshaus, Bernkastel-Kues

Bach im Stift

Denis Patković beschäftigt sich schon seit langem intensiv mit den Kompositionen von Johann Sebastian Bach und der Aufführungspraxis barocker Musik. In dem Konzert des Mosel Musikfestivals am Freitag interpretiert er auf seinem Akkordeon Bachs berühmte Goldberg-Variationen völlig neu und erklimmt nichts weniger als den Höhepunkt barocker Variationskunst in der Kapelle des Cusanusstifts in Bernkastel-Kues. Damit nicht genug: Zusätzlich ließ sich Patković vierzehn neue Stücke von Jukka Tiensuu in die Goldberg-Variationen komponieren. “Erz” nannte der Finne Tiensuu diese Stücke, die an genau festgelegter Stelle zwischen Bachs Sätze eingefügt werden und wie ein zeitgenössisches Nachspiel klingen. Denis Patkovics Debüt-CD mit den Goldberg-Variationen von Bach kürte die Süddeutsche Zeitung 2008 zur CD des Jahres. Er gastiert regelmäßig beim Schleswig-Holstein Musikfestival, den Salzburger Festspielen oder den Brandenburgischen Sommerkonzerten.

Bach im Stift: Johann Sebastian Bach “Goldberg-Variationen”, Denis Patković Akkordeon, Freitag, 23. September, 20 Uhr, Kapelle Cusanusstift, Bernkastel-Kues

Klanglabor

Impression aus dem Klanglabor. Foto: Helmut Thewalt

Impression aus dem Klanglabor. Foto: Helmut Thewalt

Sie sind jung, hochbegabt und brennen darauf, ihr eigenes Konzert zu geben. Daher erarbeiten die Teilnehmer des Workshops Klanglabor gemeinsam mit den Dozenten Daniel Geiss (Violoncello), Annette Seyfried (Violine) und Julia Okruashvili (Klavier) ein Programm für die Zuhörer des Mosel Musikfestivals am Sonntag im Cusanus Geburtshaus in Bernkastel-Kues. Die ambitionierten Musiker, alle zwischen 14 und 21 Jahre alt, suchen in kleinen Gruppen einen Klang, der sich durch Stilsicherheit und Zusammenspiel auszeichnet. Geiss, Seyfried und Okruashvili fördern dabei die Kreativität jedes einzelnen Musikers, damit sie als sinfonisches Kollektiv einen außergewöhnlichen Klangkörper bilden. Ihr Klanglabor gründeten die Dozenten Geiss und Seyfried 2014 als neues wegweisendes Kammermusik- und Orchesterprojekt. Daniel Geiss ist seit 2014 Mitglied im Orchester der Bayreuther Festspiele, seit 2005 Mitglied des Enos Klaviertrios, mit dem er in ganz Europa gastiert und hat seit 2011 einen Lehrauftrag für Cello an der Musikhochschule und am Peter-Cornelius-Conservatorium Mainz. Annette Seyfried ist seit 1996 Gründerin und Leiterin der Jungen Streicherakademie Mainz und des Klaviertrios TroisFemmes, seit 1998 hat sie einen Lehrauftrag für Violine an der Musikhochschule Mainz. Julia Okruashvili ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe wie dem Rosario-Marciano-Preis von Wien und arbeitet 2004 mit der Sängerin Elena Obraztsova zusammen.

Klanglabor, Sonntag, 25. September, 17 Uhr, Cusanus Geburtshaus, Bernkastel-Kues

Karten gibt es in den Vorverkaufsstellen bei Ticket Regional und online. Alles über das Moselmusikfestival findet sich auf moselmusikfestval.de. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured Hinterlasse einen Kommentar

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