“Egger hat Dezernat offenbar nicht im Griff”

Das Theater dürfe in seiner jetzigen Form nicht infrage gestellt werden, betont die Linke.

Das Theater dürfe in seiner jetzigen Form nicht infrage gestellt werden, betont die Linke.

TRIER. Nach der Stellungnahme von Susanne Kohrs, der Fraktionschefin der Linken im Stadtrat, im reporter legen die Fraktion und der Kreisverband der Linken zu den Turbulenzen rund um das Theater Trier nach. Es müsse “Schluss sein mit dem Kasperletheater”, fordern Matthias Koster, Mitglied im Kulturausschuss, und Katrin Werner, Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Linken, in einer gemeinsamen Presseerklärung. Scharfe Kritik übt die Linke an Kulturdezernent Thomas Egger (SPD): Er habe “sein Dezernat offenbar nicht im Griff”. Werner und Koster fordern ferner, “dass das Theater in seiner jetzigen Form als Mehrspartenhaus nicht infrage gestellt” werden dürfe.

Die Aufgabe eines Theaters bestehe darin, neue künstlerische Konzepte zu entwickeln und mit Mitteln der Kunst politische oder gesellschaftliche Debatten anzustoßen und zu begleiten. Die Finanzierung der Theater durch den Staat sorge dafür, “dass Künstler ohne Blick auf wirtschaftliche Zwänge Kunst gestalten können und Kultur allen offen steht – unabhängig vom Geldbeutel. Da ist es keine Überraschung, dass Theater in der Regel Verluste einfahren. Auch beim Theater Trier ist die Situation nicht anders”, betonen die beiden Politiker der Linken.

“Das Trierer Theater schreibt nicht erst rote Zahlen, seit der Intendant Karl Sibelius heißt. Es ist daher nicht zielführend, unter Verweis auf das Millionendefizit den Rücktritt des Intendanten zu fordern”, so Koster, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion. “Die Linke fordert unter dem Blick auf die knappen Kassen der Stadt, dass sich die Landkreise des Umlandes stärker an den Kosten für das Theater beteiligen sollen. Auch müssen das Land und der Bund die Gemeinden finanziell stärken. Finanzielle Einschnitte, die die künstlerische Arbeit am Theater gefährden, lehnen wir ab”, erklärt Werner.

Vor dem Hintergrund “der schwierigen finanziellen Lage des Stadttheaters” kritisieren beide Politiker jedoch die Verzögerungen bei der Überführung des Theaters in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR). Eine solche würde dem Theater mehr Flexibilität verschaffen und den bürokratischen Aufwand verringern – und zudem die Voraussetzung für eine Beteiligung der Landkreise schaffen. “Das wiederholte Verschleppen der AöR-Gründung ist nicht hinnehmbar. Offenbar hat Dezernent Thomas Egger sein Dezernat nicht im Griff. Anders lassen sich die Verzögerungen nicht erklären”, so Koster.

“Bereits 2013 forderten wir die Überführung des Theaters in eine Genossenschaft vor. So könnte für eine breite Finanzierung und gleichzeitige Partizipation sowie kulturelle Inklusion gesorgt werden. Angesichts der aktuellen Schwierigkeiten möchten wir noch einmal auf unseren damaligen Vorschlag aufmerksam machen”, ergänzt Werner. (tr/et)


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