Ein Baum als Denkmal

Gerd Tholl (l.) und Thomas Kimmig begutachten die 200 Jahre alte Blutbuche im Innenhof der Studentenwohnanlage Martinskloster. Foto: Grünflächenamt

TRIER. Unter Denkmalschutz kann nicht nur ein altes Gebäude, sondern auch die Natur stehen. Ein sogenanntes Naturdenkmal ist ein natürlich entstandenes Landschaftselement, das unter Naturschutz gestellt ist. In Trier zählt man insgesamt 300 öffentliche und 104 private Naturdenkmäler. Hierbei handelt es sich überwiegend um Bäume. Naturdenkmäler können aber auch Quellen, Wasserfälle, Höhlen, Sträucher, markante Felsbildungen oder Schluchten sein.

Ein imposantes, privates Trierer Naturdenkmal findet man im Innenhof der Studentenwohnanlage Martinskloster. Hier steht eine natürlich gewachsene Blutbuche, auch Purpurbuche genannt. Die dunkel-rotbraune Farbe der Blätter, die sich im Herbst zu einem leuchtenden Rot verfärben, verdankt der Laubbaum einem Fehler der Natur. So enthalten die Blätter einen übermäßig hohen Anteil des roten Farbstoffes Cyanidin. Er übertönt den Anteil an grünen Farbstoffen, sodass die Blätter in kräftigem Dunkelrot erstrahlen. Im Herbst verfärben sich die Blätter zunächst in leuchtendes Orange-Rot, bevor sie abfallen. Bei der Blutbuche, die Gerd Tholl und Thomas Kimmig von Grünflächenamt kürzlich begutachteten, handelt es sich um ein schätzungsweise 200 Jahre altes Exemplar, dessen Krone einen Durchmesser von etwa 22 Meter hat. Der Stammumfang beträgt viereinhalb Meter. (tr)


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