Ein guter Tag für Trier, Ehrang und das Umland

Strahlende Gesichter am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für das neue BKZ in Ehrang. Foto: Gabi Böhm

Strahlende Gesichter am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für das neue BKZ in Ehrang. Foto: Gabi Böhm

TRIER. Ein guter Tag für Ehrang und die umliegenden Orte: Das neue Brand- und Katastrophenschutz-Zentrum in Ehrang gleich neben der Einmündung der K 13 in die B 53 soll in 2016 fertig gestellt werden. Damit soll der schnelle Einsatz im Falle eines Brandes in Ehrang, Pfalzel, Biewer und den Verbandsgemeinden Ruwer, Schweich und Trier-Land gewährleistet werden. Am Mittwoch war die feierliche Grundsteinlegung.

Von Gabi Böhm

Wann soll das neue Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Ehrang fertig gebaut sein? “Wir hoffen auf Anfang 2016”, sagt der stellvertretende Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Trier, Olaf Backes. Oberbürgermeister Klaus Jensen spricht in seiner Rede zunächst von Herbst 2016, korrigiert das Datum dann ebenfalls auf das Frühjahr. Und Christian Reinert, Architekt bei den projektsteuernden Stadtwerken, spricht von einem späten Frühjahr. Für all diejenigen Unglücksraben, die auf die schnelle Hilfe der Feuerwehr in den nächsten Monaten hoffen müssen, sollte jeder Tag gelten. Denn, so zeigte sich in einer Gefahrenanalyse im Jahr 2008: Etliche Ortsbezirke liegen zu weit von der Hauptfeuerwehrwache am Barbaraufer entfernt, um innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen acht Minuten am Unglücksort zu sein. Sechs Jahre vergingen mit Planungen und Vorbereitungen. Mittlerweile ist eine Nebenwache der Feuerwehr ganz in der Nähe des geplanten Neubaus bei der Servaisstraße untergebracht. “Die Interimslösung, seit Juni 2014 eingerichtet, hat Feuerproben hinter sich”, lobt Jensen, der mit der Grundsteinlegung eine vorletzte offizielle und besonders lockere Rede hält.

“Ich bin ganz erstaunt, dass es hier schon weit ist!”, sagt er mitten auf der riesigen Baustelle. Das “schon” meint er natürlich ironisch in Anbetracht der jahrelangen Planerei. Dennoch kann man in der Tat überrascht sein, was sich hinter dem Gestrüpp der nahen B 53 in den letzten Wochen alles getan hat. Bagger und Lastwagen rollen, provisorische Bauwege werden planiert, ein Kran schwingt Lasten durchs Gelände. Dort, wo früher das Brauchwasserwerk stand, wird auf insgesamt 14.000 Quadratmetern Gesamtfläche die Nebenwache errichtet. Derzeit laufen die Gründungsarbeiten für das Hauptgebäude der Nebenwache. Daneben wird ein Containergebäude errichtet werden.

Untergebracht werden die Katstrophenschutz-Ausrüstung der Feuerwehr Trier, die Ausrüstung der Jugendfeuerwehr und die Mannschaft der zweiten Wache. Außerdem wird der Übungsbereich mit Atemschutzübungsstrecken und einer Atemschutzwerkstatt in Ehrang stationiert. Vermutlich sechs Feuerwehrleute werden in der Wache positioniert, dazu kommen Personen für den administrativen Bereich. Seminarräume und natürlich eine Wagenhalle werden das Areal komplettieren. Rund zehn Fahrzeuge können dann untergestellt werden, informiert Christian Reinert am Rande der Veranstaltung.

Verkehrstechnisch wird die neue Wache günstig an der B 53 liegen, sodass die Feuerwehrleute schnell ausrücken können. Das Projekt wird in einem Bauherrenmodell verwirklicht. Die Stadtverwaltung ist Bauherr, die Stadtwerke Trier sind externer Dienstleister für die Projektsteuerung und Baubetreuung. Die Bauherrenaufgaben werden durch die Stadtverwaltung wahrgenommen. Jensen bezeichnet dieses Modell als “Blaupause” und ist “zuversichtlich, dass dies eine gemeinsame Erfolgsgeschichte wird”. Folgerichtig erinnert er bei seiner Rede SWT-Chef Olaf Hornfeck: “Sie dürfen ruhig strahlen!”

Das Datum muss naürlich auch eingetragen werden. Foto: Gabi Böhm

Das Datum muss naürlich auch eingetragen werden. Foto: Gabi Böhm

Auch Feuerwehrdezernent Thomas Egger ist voll des Lobes über die beteiligten Planungsakteure (“Supermannschaft”). Denn ein Neubau des Technischen Hilfswerks gleich neben der neuen Wache macht das gesamte Areal zu einem in Rheinland-Pfalz einmaligen Brand- und Katastrophenschutzzentrum. Passend zu einer Sirene irgendwo aus Ehrang schreiten die Entscheidungsträger zur Grundsteinlegung und versenken die örtliche Tageszeitung, Planungsunterlagen und Geld. Welche Währung das sei, fragt Jensen in die Runde. “Griechisches?”, meint Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani augenzwinkernd. “Scheine haben wir jedenfalls keine übrig!”, ruft Olaf Backes hinzu. Wohl wahr: 12,57 Millionen Euro wird der Bau kosten, davon hat das Land fünf Millionen bewilligt.

Für einen gemeinsamen Imbiss setzt sich die ganze Gesellschaft zur provisorischen Wache in Bewegung. Was man vergessen hat: Das Datum der Grundsteinlegung in den frischen Zement einzutragen. Den Job übernimmt später ein Bauarbeiter. Denn anders als bei dem Termin der Fertigstellung des Neubaus gibt es hier keine Zweifel: 25. März 2015. (gb)


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Erstellt am Autor Gabi Böhm in Featured, Politik Hinterlasse einen Kommentar

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