Ein weiterer Schritt zur neuen Feuerwehr-Hauptwache

Nach der Unterzeichnung präsentieren Malu Dreyer und Wolfram Leibe den Vertrag. Foto: Clemens Sarholz

TRIER. Das Gelände des alten Polizeipräsidiums wechselt den Besitzer. Für 2,6 Millionen Euro überlässt das Land das Areal der Stadt Trier, die dort eine neue Hauptfeuerwache bauen möchte. Die Wache am Barbaraufer ist baufällig. Außerdem kann nicht versichert werden, dass die Einsatzfahrzeuge in der geforderten Zeit in den höheren Stadtteilen sind.

Von Clemens Sarholz

“Die größte Schwierigkeit war es, ein passendes Gelände zu finden“, sagte Olaf Backes, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Trier. “Die Suche hat Jahre gedauert.“ Jetzt haben die Gutachter grünes Licht gegeben für das Gelände des alten Polizeipräsidiums am Hallenbad.

Die Schwierigkeit ist folgende: Eine Feuerwehrwache muss so gelegen sein, dass innerhalb von acht bis zehn Minuten jedes Ziel erreichbar ist, für das die Feuerwehr zuständig ist. Derzeit kann nicht versichert werden, dass die hochliegenden Stadtteile wie Tarforst in der vorgegebenen Zeit erreicht werden. Deswegen gilt aktuell in Trier eine Ausnahmeregelung. Der jetzige Standort sei zu schlecht, heißt es von Seiten der Feuerwehr. Außerdem sei er baufällig.

Am heutigen Freitag besiegelten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Wolfram Leibe den Kaufvertrag. “Zu einem äußerst fairen Preis“, sagte der OB. 2,6 Millionen Euro kostet das Gelände. Die Kosten für die Hauptfeuerwache werden sich voraussichtlich im “mittleren zweistelligen Millionenbereich“ befinden, hieß es vonseiten der Stadt.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigte beim Unterschreiben des Kaufvertrages die Arbeit der Feuerwehr. “Die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz haben eine äußerst wichtige und nicht selten lebensgefährliche Aufgabe.“ Deshalb unterstütze das Land die kommunalen Investitionen der Feuerwehr mit rund 13,7 Millionen Euro jährlich.

Im Jahr 2020 soll die Polizei das alte Polizeipräsidium komplett geräumt haben. Sie wird vorraussichtlich auf dem ehemaligen Post-Gelände in der Kürenzer Straße konzentriert werden.

Die neue Hauptfeuerwache soll bis 2024 fertigstellt werden. In dem Neubau wird es drei Einrichtungen geben: Die Berufsfeuerwehr, den Rettungsdienst und die integrierte Leitstelle, von der aus die Einsätze des gesamten ehemaligen Regierungsbezirks Trier koordiniert werden. Sie ist zuständig für etwa 500.000 Menschen.

Zur Entlastung der Feuerwehr in der Innenstadt wird auch eine weitere Wagenhalle in Trier-Ehrang erstellt. Acht Einsatzwagen werden Platz in ihr finden. Die Fertigstellung ist im 1. Quartal 2020 geplant.

Der nächste Schritt in der Planung sei die europaweite Ausschreibung des Architektenwettbewerbs, erklärte Olaf Backes. Bevor der Bau allerdings beginnen kann, muss noch etwa ein Drittel des Baugrundes archäologisch untersucht werden. Das sorgt die Stadt nicht: “Die Zusammenarbeit mit den Archäologen ist sehr kooperativ“, sagte Leibe.


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