Rote Hände gegen Kindesmissbrauch

Die von den Kindern und Jugendlichen erhaltenen roten Hände will OB Leibe an Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier weiterleiten. Foto: Rolf Lorig (2)

Die von den Kindern und Jugendlichen erhaltenen roten Hände will OB Leibe an Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier weiterleiten. Foto: Rolf Lorig (2)

TRIER. Einen roten Handabdruck auf weißem Papier – mit diesem Symbol protestieren Tausende von Menschen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Rund 2000 Schülerinnen und Schüler aus Trier und der Umgebung haben sich diesem Protest angeschlossen. Am Freitag übergaben Sabine Mock von der Lokalen Agenda 21 sowie etliche Jugendliche Oberbürgermeister Wolfram Leibe mehrere dicke Pakete mit Handabdrücken zur Weitergabe an die Bundespolitik.

Von Rolf Lorig

Trotz eines mehr als gut gefüllten Terminkalenders ließ Wolfram Leibe es sich nicht nehmen, die Vertreter der Gruppe selbst zu empfangen. Doch als erste Handlung beteiligte sich der Rathauschef selbst an der Aktion und brachte den Abdruck seiner rechten Hand mit roter Farbe zu Papier. Etwas Wasser über die Hände, ein Handtuch, und schon konnte der Oberbürgermeister wieder seine Amtsgeschäfte aufnehmen. Und die begannen nun mit dem eigentlichen Empfang.

Im Namen der Organisatoren bedankte sich Sabine Mock auch dafür, dass die Stadtverwaltung die weiße Fahne mit der roten Hand als weithin sichtbares Zeichen gehisst hatte. Sie erinnerte daran, dass seit 2002 die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen gegen geltendes Völkerrecht verstößt. Doch noch immer würden Hunderttausende Kinder weltweit zum Kampf mit der Waffe in der Hand gezwungen. Beschämend sei ferner, dass viele dieser Waffen aus deutscher Produktion stammten. Mit Genehmigung der deutschen Regierung seien diese Waffen in Kriegs- und Krisengebiete geliefert wurden, wo sie dann schließlich auch in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangten. Zudem werde das deutsche Gewehr G3 von Heckler & Koch in mindestens 15 Ländern in Lizenz produziert. Nach der russischen Kalaschnikow sei das deutsche G3 das am weitesten verbreitete Sturmgewehr der Welt.

Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe will mit seiner roten Hand ein Zeichen gegen Kindesmissbrauch setzen.

Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe will mit seiner roten Hand ein Zeichen gegen Kindesmissbrauch setzen.

Leibe bedankte sich bei allen Teilnehmern dieser Aktion. Es sei wichtig, mit Symbolen gegen unmenschliche Aktionen anzukämpfen, sagte er. Was der Krieg mit Kindern und Jugendlichen mache, könne man bei zahlreichen traumatisierten jugendlichen Flüchtlingen feststellen, von denen es auch in Trier eine große Anzahl gebe. Leider habe sich die Situation der Kindersoldaten seit 2002 kaum verbessert. “Wir müssen uns dieser Kinder annehmen; wir haben moralische Standards, die man auch einhalten muss”, betonte der Stadtchef. Mit aller Entschiedenheit müsse man den Kindern und Jugendlichen helfen, die zum Begehen von Verbrechen an der Menschlichkeit gezwungen werden. Einen Ansprechpartner für die Übergabe der Roten Hände hat sich Leibe auch schon ausgeschaut: Außenminister Frank Walter Steinmeier. (rl)

Hintergrund

Koordiniert von der Informations- und Servicestelle “Werkstatt globales Lernen“ des Vereins Lokale Agenda 21 Trier haben die folgenden Schulen an der Aktion “Rote Hand” teilgenommen: Nelson-Mandela Realschule plus, Humboldt Gymnasium, Trier, Berufsbildende Schule Trier, Friedrich Spee-Gymnasium Trier und das Dietrich Bonhoeffer Gymnasium Schweich. Ferner Plan e.V. und die Junge Union. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 1300 Menschen.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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