Eine völlig verdiente Niederlage für die Gladiators

Rupert Hennen zeigte ab Mitte des ersten Viertels einen starken Lauf. Foto: Photogroove / Simon Engelbert

TRIER. Das war deutlich. Die RÖMERSTROM Gladiators Trier verloren am Sonntagabend ihr Heimspiel gegen die EBBECKE WHITE WINGS Hanau mit 55:95. Die Niederlage war am Ende auch in dieser Höhe verdient. Top-Scorer des Spiels war Hanaus Neuzugang Jarekious Bradley mit 20 Punkten.

Mitte des dritten Viertels hatte man das Gefühl, Gladiators-Head Coach Christian Held hätte sich gerne am liebsten selbst eingewechselt. Stattdessen musste er in seiner Coaching-Zone verharren. Doch das mit einem Einsatz, den seine Mannschaft an diesem Abend vermissen ließ. Dorian Pinson hatte den Ball direkt an der Sideline, und der Gladiatoren-Trainer riss die Arme nach oben, als wolle er selbst den Ball verteidigen.Es half nichts. Hanau punktete. Wie so oft an diesem Abend.

Schon von Beginn an wurde klar, dass es kein einfaches Spiel werden würde. Im ersten Viertel kam Hanau zu vielen einfachen Punkten. Durch klare Offensivaktionen kreierten die Gäste sich immer wieder freie Würfe. Vor allem Luquon Choice zeigte seine Variabilität, indem er immer wieder zum Korb zog, aber auch aus der Distanz traf. Nach einem Dreier von Smithson zog Hanau auf 12:5 weg. Dass Trier im ersten Viertel nochmal zurückkam, lag vor allem an zwei Spielern. Zum einen an Shooting Guard Kelvin Lewis, der mit fünf Punkten in Folge die Gastgeber wieder heran brachte. Zum anderen auch am einzigen Lichtblick an einem schwarzen Sonntagabend: Rupert Hennen. Er zeigte ab Mitte des ersten Viertels einen starken Lauf und war an allen Korberfolgen der Gladiatoren beteiligt. So legte er für Kilian Dietz mustergültig auf, erzielte aber auch sieben Punkte selbst und war damit der Hauptgrund dafür, dass es mit einem knappen 19:20-Rückstand in die Viertelpause ging.

Überzeugte mit seinem Einsatz gegen das Hanauer Team: Kelvin Lewis.

Ein Viertel zum Vergessen

Dann aber fielen die Gladiators auseinander. Während Hanau aus der Distanz jetzt alles traf, passierte bei den Gladiatoren gar nichts mehr. Choice eröffnete das Viertel mit zwei Dreiern in Folge, Bradley legte einen weiteren nach. Hinzu kam, dass die Gladiatoren insgesamt sieben Turnover im zweiten Spielabschnitt verursachten und so Hanau zusätzlich viele einfache Punkte schenkten. Selbst erzielten die Gladiatoren nur zehn Punkte – ein Viertel zum Vergessen. Mit einem 29:48-Rückstand ging es in die Halbzeit.

Nach der Pause bemerkte man, dass die Moselstädter versuchten, den Rückstand zu verkleinern. Doch die Bemühungen verpufften hinsichtlich der weiterhin starken Offensive der White Wings. Wieder waren es zwei Dreier von Talley und Pinson, mit denen die Hessen das Viertel eröffneten. Hinzu kam, dass Jarekoius Bradley jetzt aufdrehte. Der Neuzugang der Hanauer machte elf Punkte in kurzer Zeit und sorgte so dafür, dass sich der Abstand auf die Gladiators vergrößerte. Mit einem 41:75 ging’s ins letzte Viertel.

Zwar hatten die Gladiatoren im letzten Auswärtsspiel gegen die Baunach Young Pikes bewiesen, dass sie manchmal auch verloren geglaubte Spiele noch drehen können, doch an diesem Abend wurde diese Hoffnung schnell hinsichtlich treffsicherer White Wings versenkt. Hanau nutzte seine freien Würfe und verwaltete nun den Vorsprung clever. Die Gladiatoren zeigten ihrerseits keinerlei Ansätze, dass sich dieser nochmal verringern könnte. Und so setzte Jordan Talley sieben Sekunden vor Schluss mit einem weiteren Dreier den 55:95-Schlusspunkt. Die Hessen trafen in dieser Partie fast die Hälfte ihrer Distanzwürfe und holten 13 Steals. Vier Spieler erzielten mehr als zehn Punkte. Bei den Gladiatoren zeigte sich statistisch, dass gar nichts zusammen lief. 20 Turnover, nur 36 Prozent Trefferquote aus der Zone, gar nur 22 Prozent von der Dreierlinie und nur 67 Prozent von der Freiwurflinie. Unterm Strich eine völlig verdiente Niederlage für die  Gladiators an einem gebrauchten Sonntagabend.

Nun gilt es, die richtigen Schlüsse aus diesem Spiel zu ziehen und nächstes Wochenende gegen Paderborn eine Reaktion zu zeigen. Am 16. Februar steht das nächste Heimspiel der Gladiatoren gegen die Nürnberg Falcons an. Tickets für das Spiel gibt es an allen Ticket Regional-Vorverkaufsstellen, online unter diesem Link und in der Geschäftsstelle der Gladiators. (tr)

Stimme

Christian Held: “Glückwunsch an Hanau zu einem absolut verdienten Sieg. Es ist ein Teil der Wahrheit, dass die Gäste heute ein wirklich gutes Spiel gemacht haben. Der andere Teil ist, dass wir einfach aufgehört haben zu verteidigen. Das darf einfach nicht passieren. Die Mannschaft muss sich während des Spiels mit den Dingen beschäftigen, die sie beeinflussen können, und das habe ich heute nicht gesehen. Jetzt müssen wir eine Reaktion und ein anderes Gesicht zeigen.”

Statistik
Kelvin Lewis (10), Kevin Smit (7), Jermaine Bucknor (3), Rupert Hennen (12), Kilian Dietz (2), Simon Schmitz (2), Stefan Ilzhöfer (2), Luka Buntic, Till Gloger (14), Johannes Joos (3). (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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