Eine Woche lang Weihnachtsmarkt auf dem Uni-Gelände

Zusammen mit dem Haus Elisabeth bieten die Caritas-Werkstätten selbstgefertigte weihnachtliche Präsente an. Fotos: Rolf Lorig

Zusammen mit dem Haus Elisabeth bieten die Caritas-Werkstätten selbstgefertigte weihnachtliche Präsente an. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Weihnachtsmärkte sind im Trend. Am Montag wurde auf dem Campus der Universität Trier ebenfalls ein Weihnachtsmarkt eröffnet. Seit fünf Jahren macht das Studiwerk das schon. Präsident Michael Jäckel verteilte zum Auftakt 200 kleine Schokolebkuchen – und die wurden ihm förmlich aus den Fingern gerissen. ‟Innerhalb von wenigen Minuten waren alle weg”, freut sich Studiwerk-Pressesprecher Thomas Vatheuer.

Von Rolf Lorig

Für einen Musiker sind Temperaturen um die zwei Grad plus nicht gerade die reine Freude. Andreas Sittmann aber nimmt es wegen des strahlenden Sonnenscheins gelassen. Eine Wochen lang zeichnet er mit seiner Formation ‟Rambling Rovers‟ in der Zeit von elf bis 14:30 Uhr für die musikalische Gestaltung des Weihnachtsmarktes vor der Mensa verantwortlich. Wenn das Wetter so bliebe, wäre das schon in Ordnung, meint er und schiebt die Sonnenbrille zurück vor die Augen. Auch Andreas Wagner, Geschäftsführer des Trierer Studiwerks, hat keine weiteren Wünsche an das Wetter: ‟Eigentlich hatten wir schon in der Vergangenheit immer wieder geradezu unverschämtes Glück mit dem Wetter.”

Sonnenschein, dazu knackige Temperaturen – eigentlich das ideale Wetter für einen heißen Bratapfel. Julia Sprau steht mit einem Verkaufsfahrrad vom Studierendenwerk vor dem Mensa-Eingang. Das ganz große Verkaufserlebnis hatte sie an diesem Tag aber noch nicht. Rund 50 Bratäpfel hat sie dabei, gerne würde sie diese noch an die Frau respektive den Mann bringen. Pressesprecher Thomas Vatheuer hat Erbarmen, zückt sein Portemonnaie und erwirbt einen Bratapfel. Und wie schmeckt es? Vatheuers verzückter Gesichtsausdruck spricht Bände: ‟Phantastisch!”

Bratäpfel mit Vanillesauce bietet Julia Sprau an - eine Köstlichkeit, die sich Thomas Vatheuer nicht entgehen lässt.

Bratäpfel mit Vanillesauce bietet Julia Sprau an – eine Köstlichkeit, die sich Thomas Vatheuer nicht entgehen lässt.

Und was trinkt man auf einem Weihnachtsmarkt? Klar, Glühwein oder Glühviez. Also, ab mit Andreas Wagner zum Verkosten. Erst ist der Glühviez dran. Ein Getränk, das aktuell in Trier fröhlich Urständ feiert. Die Vorlage für den Uni-Glühviez kommt aus Pluwig, für die Würzmischung zeichnet das Studierendenwerk verantwortlich. Gemeinsam probieren wir das Getränk. Temperatur und Geruch stimmen, beim Geschmack aber wird rasch deutlich, dass hier noch Handlungsbedarf besteht. ‟Da muss definitiv noch mehr Honig rein‟, meint Andreas Wagner und auch Thomas Vatheuer hat einen Hinweis: ‟Hier ist zu viel Zimt drin.” Dennoch – für den ersten Versuch ist das Ergebnis gar nicht so schlecht geworden. Andreas Wagner lässt aber keinen Zweifel aufkommen: ‟Das können wir besser und das wird auch besser.”

Dann der Glühwein, die weiße Variante. Zu dritt kommen wir zu einem einstimmigen Ergebnis: Heiß, harmonisch und süffig. So muss Glühwein schmecken. Bei der Verkostung des roten Glühweins hilft Yannick Baltes. Es ist sein erstes Semester hier an der Universität und die Idee eines Weihnachtsmarktes findet er gelungen. Ebenso wie den roten Glühwein, der schmecke richtig gut, so sein Urteil.

Fabienne Thies studiert ebenfalls im ersten Semester an der Trierer Uni. Ihr gefällt die Idee eines Weihnachtsmarktes: ‟Da muss man nicht unbedingt in die Stadt runter.” Für den Glühwein ist es ihr noch zu früh. Ihre Favoriten sind die Bratäpfel und die schokoladigen Leckereien aus einem der benachbarten Verkaufsstände. Die kommen von dem Trierer Unternehmen ‟B2B Chocolat‟. Eigentlich arbeite das Unternehmen nur für Geschäftskunden, sagt Maria Kafas, die Mutter der Firmeninhaberin. Die Verbindung zur Universität kam über das Studiwerk. Und da das Weihnachtsgeschäft mit der eigentlichen Kundschaft bereits abgeschlossen sei, habe man diese Einladung angenommen. Mit der Resonanz am ersten Tag ist Maria Kafas sehr zufrieden: Die Nachfrage nach den verschiedenen Spezialitäten – darunter auch heißer Schokolade – und der Fair Trade-Schokolade sei sehr groß gewesen, berichtet sie.

Wie gut den Studierenden die Atmosphäre auf der Platte gefällt, macht ein kleines Geschehnis am Rande deutlich. Andreas Sittmann und seine Rambling Rovers wollen eine kleine Pause einlegen und tun dies auch kund. ‟Nöh, einer geht noch‟, ruft da einer der Studenten. Sittmann und seine Mitstreiter freut es, unter dem Beifall der Studierenden greifen die Musiker erneut nach ihren Instrumenten. Die Stimmung könnte besser nicht sein.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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