Eine Zeitreise

Viviane Chassot und Martin Mallaun. Foto: Chassot/Mallaun

REGION. Eine äußerst seltene Instrumentenkombination ist am morgigen Freitag, 2. August, 20 Uhr, in der Synagoge Wittlich beim Mosel Musikfestival zu erleben. Ganz getreu dem diesjährigen Festivalthema “Ich habe manchmal Heimweh, ich weiß nur nicht wonach …“ treffen an diesem Abend eine Musikerin und ein Musiker aufeinander, die auf ihren Instrumenten beständig neue Maßstäbe setzen, musikalische Grenzen ausloten und neues Terrain erkunden.

Die preisgekrönte Schweizer Akkordeonistin Viviane Chassot und der gebürtige Tiroler Martin Mallaun nehmen die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch mehr als 450 Jahre Musikgeschichte. Beginnend in England mit John Dowland, führt die Reise über das barocke Deutschland bis nach Frankreich an den Hof des Sonnenkönigs, wo François Couperin als Hofmusiker den Stil der damaligen Zeit prägte. Der Zusammenklang von Diskantzither und Akkordeon gibt dieser Musik einen ganz besonderen Zauber. Den Sprung ins 20. Jahrhundert vollziehen sie gekonnt mit Werken von Eric Satie oder Astor Piazzolla.

Die gebürtige Zürcherin Viviane Chassot machte vor allem mit der Einspielung von Haydns Klavierkonzerten Furore. Pianistenlegende Alfred Brendel lobte ihre Interpretation als eine der besten Einspielungen von Joseph Haydns Klavierkonzerten: “Die Interpretation ist in ihrer Art vollendet. Frische, Kontrolle und Empfindsamkeit wirken auf das Schönste zusammen.”

Mit ihren Interpretationen auf dem Akkordeon hat Viviane Chassot begeisterte Resonanz ausgelöst. Sie tritt als Solistin und Kammermusikerin weltweit in renommierten Konzerthäusern wie der Philharmonie Berlin, dem Gewandhaus Leipzig, der Wigmore Hall London, dem Konzerthaus Wien oder der Tonhalle Zürich auf. Sie arbeitete bereits mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle und Riccardo Chailly.

Martin Mallaun studierte das Konzertfach Zither am Tiroler Landeskonservatorium bei Harald Oberlechner und Botanik an der Universität Innsbruck. Während und nach seinen Studien besuchte er Workshops im Bereich der historischen Aufführungspraxis (Hopkinson Smith, Rolf Lislevand, Jürgen Hübscher) und der zeitgenössischen Musik/Improvisation. Seit 2001 ist er zudem Mitarbeiter im Forschungsprojekt “Gloria”, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation alpiner Ökosysteme untersucht.

Karten für das Mosel Musikfestival gibt es unter moselmusikfestival.de und allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen, Featured, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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