Exhaus – Land trägt Sanierung doch mit

Die Sanierung des Exhauses wird nun mit Landesmitteln aus dem Programm "Soziale Stadt" finanziert.

Die Sanierung des Exhauses wird nun mit Landesmitteln aus dem Programm “Soziale Stadt” finanziert.

TRIER. Das Land wird sich nun doch an der Sanierung des Trierer Exhauses finanziell beteiligen. Entsprechende exklusive reporter-Informationen wurden jetzt von der Mainzer Landesregierung bestätigt. Allerdings läuft die Unterstützung nicht über den sogenannten I-Stock des Innenministeriums, sondern über das Programm “Soziale Stadt”. Dazu soll das entsprechende Gebiet in Trier-Nord nach Beschluss des Stadtrates bis zur Mosel hin erweitert werden – und somit auch das Jugendzentrum einschließen. Mindestens zwei Millionen Euro packt das Land auf die bereits zur Verfügung stehenden 16 Millionen Euro im Sozialen-Stadt-Programm obendrauf. Damit würde mehr als die Hälfte der prognostizierten Sanierungskosten von knapp 3,5 Millionen Euro vom Land getragen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hatte sich nach weiteren reporter-Informationen in den vergangenen Wochen bei den ausführlichen Verhandlungen mit der Landesregierung vehement für die Unterstützung aus Mainz stark gemacht.

Es war wie ein Schock – nicht nur für die gesamte Jugendszene in Trier und der Region, sondern auch für das Rathaus. Dort hatten die Fachleute fest damit gerechnet, dass die dringend notwendige millionenschwere Exhaus-Sanierung von der Landesregierung finanziell mitgetragen werden würde. Doch das Innenministerium unter SPD-Parteichef Roger Lewentz moderierte ab: Zuschüsse aus dem I-Stock seien aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Die Kommunikationspanne im Mitteilungsfluss kam erschwerend hinzu. Was folgte, waren Schuldzuweisungen und Angriffe – von der Jungen Union an die Jusos, von den Jusos zurück an die Junge Union. Ende Mai rauften die Streitparteien sich schließlich zusammen und kritisierten gemeinsam die Entscheidung der Landesregierung.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe hatte seinerseits unmittelbar nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft gegenüber dem reporter angekündigt, er werde sich persönlich in Verhandlungen mit dem Land dafür einsetzen, dass die Landesregierung die Sanierung “aus anderen Töpfen” mitträgt. Der Stadtchef behielt im Klima der gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht nur einen kühlen Kopf, sondern hielt auch Wort. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Exhaus werden nun nicht über den I-Stock finanziert, sondern über das Programm “Soziale Stadt”, in das Trier-Nord bereits integriert ist.

Dazu soll das Soziale-Stadt-Gebiet bis zur Mosel hin ausgedehnt und von aktuell 62,15 Hektar um 23,5 Hektar auf dann 85,65 Hektar erweitert werden – vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt dem Beschluss des Stadtvorstandes zu, den dieser nach weiteren reporter-Informationen während seiner Klausurtagung am Wochenende fassen muss. In der kommenden Sitzung des Steuerungsausschusses am 9. Juni steht der Punkt bereits unter “Gebietserweiterung Soziale Stadt Trier-Nord” auf dem nichtöffentlichen Teil der Tagesordnung.

Der OB als Trou­b­le­shoo­ter: Leibe hielt Wort.

Der OB als Trou­b­le­shoo­ter: Leibe hielt Wort.

Mit mindestens zwei Millionen Euro wird die Förderung sogar noch über der zuvor prognostizierten Summe liegen. Ursprünglich hatte das Rathaus mit 1,983 Millionen Euro aus dem I-Stock-Programm gerechnet. Die veranschlagten Gesamtkosten der Sanierung von aktuell 3,437 Millionen Euro wären derart mit knapp 60 Prozent abgedeckt. Die Landesregierung setzt dazu allerdings den entsprechenden Beschluss des Stadtrates voraus, das Gebiet der “Sozialen Stadt” in Trier-Nord wie geplant zu erweitern. Der Beschluss des Rates soll nach den Beratungen im Steuerungsausschuss am 16. Juni noch vor der Sommerpause gefasst werden, um die Sanierung des Exhauses zügig auf den Weg bringen zu können.

Nach weiteren reporter-Informationen stimmte die Landesregierung in den Gesprächen mit Leibe auch der zeitlichen Ausdehnung des Sozialen-Stadt-Programms über das Jahr 2019 hinaus zu. Somit ist garantiert, dass die Fördermittel nicht verfallen – auch nicht bei der Sanierung des Exhauses. Am Montag wird der Stadtvorstand während seiner turnusmäßigen Pressekonferenz − neben den umfangreichen Informationen zur finanziellen Situation des Trierer Theaters − ausführlich die neueste Entwicklung rund um das Trierer Jugendzentrum erläutern. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Exhaus – Land trägt Sanierung doch mit

  1. Ehriker

    Geht doch! Aber man darf darüber den Nachholbedarf an Jugendeinrichtungen in anderen Stadtteilen Triers nicht vergessen. Auch würde dringend eine Überprüfung der aktuellen Bedarfe jungern Menschen in Trier an stehen. Auch werden leider wichtige Einrichtungen jugendlicher Subkultur wie die Skatehalle in Trier-West völlig vergessen zu unterstützen. Hier Millionen, dort Millionen, aber dort fließt kein Geld. Oder Tufapolis? Kommt auch ohne die Millionen aus und macht eine sehr gute Arbeit für unsere Kinder und Jugendlichen in der Stadt. Die Zukunft ist hier leider auch nicht gesichtert wegen der Begehrlichkeiten der örtlichen Politik auf das Grundstück. Es gilt zu Bedenken: Kein Wohnungsbau macht Sinn ohne die entsprechende Infrastruktur, gerade Freizeitangebote.

     

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