Feinherbe Weine sind beim Publikum im Kommen

Verkosten, informieren und sich im Gespräch austauschen – die neueste Auflage der Messe “Weinforum Mosel” hält viele Entdeckungen bereit. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Neue Weine entdecken, sich mit dem Winzer austauschen, mit Freunden über Wein plaudern – all das ist beim aktuellen Weinforum in den Viehmarktthermen möglich und gewünscht. Noch bis einschließlich Sonntag wollen hier 210 Weine aus rund 70 Betrieben entdeckt und verkostet werden. Für den reporter war Rolf Lorig bei der Eröffnung dabei.

Freitag, 14.30 Uhr, das Weinforum wird für das Publikum eröffnet. Das Interesse ist vom Start weg riesig. Vor dem Glasbau warten zahlreiche Menschen geduldig in einer Reihe. Vor dem Genuss steht die Geduld. Gut eine Viertelstunde braucht man für den Treppenabstieg in die Thermenanlage. Das Nadelöhr ist die Garderobe. “Mit diesem starken Andrang hatten wir jetzt nicht gerechnet”, staunt Ansgar Schmitz, Geschäftsführer der Moselwein e.V. Dass viele Menschen kommen würden, war klar. “Die Karten für Samstag waren gleich zu Beginn fast restlos ausverkauft”, berichtet Schmitz. Erfreulich gut sei auch die Nachfrage für Freitag und Samstag gewesen. “Ein paar Karten gibt es noch”, tröstet der Geschäftsführer diejenigen, die schon befürchten leer ausgehen zu müssen. Doch noch ist es nicht zu spät: Alles in allem werden am Ende der Veranstaltung 2500 Menschen, inklusive Ehrengäste und Winzer, beim Weinforum gewesen sein.

Der Katalog hilft bei der Suche nach dem richtigen Wein: Christel Weber, Frank Dietz, Dieter Beitzel und Gerhard Weber.

Genuß ohne Reue

Was treibt die Menschen um, weshalb kommen sie zum Weinforum? Christel und Gerd Weber sind aus Bernkastel-Wehlen angereist. Begleitet werden sie von Frank Dietz und Dieter Beitzel. Die Freunde kommen schon seit Jahren zum Weinforum Mosel nach Trier. Es sei das tolle Ambiente, das den ausdruckstarken Weinen den passenden Rahmen gebe, sagt Christel Weber. Die Gruppe schätzt die Möglichkeit des ungestörten Verkostens und Vergleichens. Dass dieses Kennenlernen auch lange positiv in Erinnerung bleiben, es ein Genuss ohne Reue wird, dafür sorgt die Eintrittskarte, mittels derer die Gäste kostenlos den regionalen Öffentlichen Nahverkehr (Bahnstrecke Trier-Koblenz-Trier und Verkehrsverbund Region Trier) nutzen können, weshalb dem Führerschein auch keine Gefahr droht.

Sie sind begeistert vom Weinforim Mosel: Cornelia und Herbert Pies

Leicht, filigran, raffiniert

Stichwort ausdrucksstarke Weine. Für Herbert Pies gibt es kein besseres Weißweingebiet als die Mosel. Der Winzermeister aus Poltersdorf, der in den Thermen seine Produkte kredenzt, hält in seiner Begeisterung nicht zurück: “Wir bauen überall an der Mosel den Riesling an. Und doch ist jeder Wein anders. Ihr hier in Trier, ihr habt die gelben Böden. Im Raum Bernkastel, da gibt es die blauen Böden. Und bei uns an der Untermosel, da hat es die grauen Schieferböden. Die unterschiedlichen regionalen Beschaffenheiten führen zu völlig unterschiedlichen Weinen, die aber wiederum etwas vereint – ihre Leichtigkeit, Filigranität und ihre Raffinesse.” Herbert Pies ist sich sicher: “Bei den Rotweinen, da können wir vielleicht noch das ein oder andere von anderen lernen. Aber beim Weißwein, da erzeugen wir die besten Weine der Welt.” Wobei auch er seinen Anteil daran hat, schließlich wurden ihm von der Landwirtschaftskammer bereits sechs Ehrenpreise und ein Großer Staats-Ehrenpreis zuerkannt. Dazu eine Fülle an Kammerpreismünzen in Gold, Silber und Bronze.

Das Publikum erlebt der Vollblutwinzer auf Augenhöhe: “Es kommen viele, sehr gut informierte Weinfreunde zu uns an den Stand. Aber auch Gastronomen, Händler und natürlich auch Winzer-Kollegen.” Und welche Geschmacksrichtung dominiert bei der Nachfrage? “Etwa die Hälfte der Kunden fragt nach trockenen Weinen. Aber die Nachfrage nach feinherben und restsüßen Weinen steigt beständig an”, hat er festgestellt. Das bestätigen auch die vier Freunde aus Bernkastel-Wehlen: “Unser Favorit sind die edelsüßen Weine”, bekräftigt Dieter Beitzel.

Pflichttermin für Weinmajestäten: Moselweinkönigin Laura Gerhardt mit ihren Prizessinnen Denise Wagner und Bärbel Ellwanger (von rechts).

Weine offerieren breites Spektrum

Dass sie auch ihre geschmacklichen Favoriten gefunden haben werden, davon kann ausgegangen werden. Denn die Weine, vorwiegend aus den Rebsorten Riesling und Burgunder, bedienen ein breites geschmackliches Spektrum. Hier finden sich unter anderem auch die Siegerweine der Landesweinprämierung 2018, die Staatsehrenpreisträger und natürlich auch die besten vom Land prämierten Schaumweine.

“Viele unserer Besucher sind jedes Jahr dabei”, weiß Ansgar Schmitz. Damit sich bei denen trotz des überaus reichhaltigen Angebotes – es finden sich hier auch Weine aus den benachbarten Anbaugebieten Ahr, Mittelrhein und Nahe – keine Langeweile einstellen kann, hat man vorgesorgt: “Auch in diesem Jahr haben wir wieder junge Winzerbetriebe dabei, die in den Vorjahren noch nicht vertreten waren”, sagt Schmitz.

Und da der Körper nun mal nicht vom Wein alleine lebt, werden auch Speisen der regionalen und internationalen Küche angeboten. Gastronomischer Partner ist hier das Hotel “Zeltinger Hof” aus Zeltingen-Rachtig sowie die Firma Nova aus Piesport, die regionale Käsesorten anbietet.

Am heutigen Freitag hat das Weinforum noch bis 19.30 Uhr geöffnet; am Samstag von 10 – 14 Uhr und von 15 – 20 Uhr. Am Sonntag von 11 – 17 Uhr.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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