Festakt – 55 neue Mitbürger

Die Nationalhymne beendete die feierliche Zeremonie. Foto: Willi Rausch

Die Nationalhymne beendete die feierliche Zeremonie. Fotos: Willi Rausch

TRIER. “Trier ist neben Mainz die einzige Stadt in Rheinland-Pfalz, deren Bevölkerungsanzahl wächst.” Das sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais, wo 55 Menschen vieler verschiedener Herkunftsländer am heutigen Donnerstag ihre Einbürgerungsurkunde in Empfang nehmen konnten. Sie wohnen zum Teil schon etliche Jahre in Trier und dürfen sich ab heute deutsche Staatsbürger nennen.

“Unter fast 115.000 Einwohnern leben bei uns rund 30.000 mit Migrationshintergrund”, so Leibe. Darunter sei auch er selbst, erzählte er mit einem Augenzwinkern, denn er komme schließlich aus Baden-Württemberg. Daher könne er auch beurteilen, dass das Zusammenleben in Trier insgesamt sehr harmonisch verlaufe. Dazu trage auch bei, dass es keine großen Gruppen aus einem Land gebe. Das dokumentierte sich auch in der Zusammensetzung der Menschen, die heute deutsche Staatsbürger wurden. Die 55 Personen kommen aus 30 verschiedenen Ländern. Leibe weiter: “Hier leben Menschen aus sehr, sehr vielen Nationen zusammen – und nicht zuletzt dieser Umstand gibt unserer Stadt die hohe Lebensqualität.” In einem Nebensatz erwähnte er noch: “Es gibt sechs Idioten, die hier leben. Aber es sind nur sechs.” Ansonsten sei Trier eine vielfältige Stadt, beruhigte er die Migranten.

Vor der Übergabe der Einbürgerungsurkunden äußerte der OB zwei Wünsche: “Unsere Gesellschaft lebt vom Ehrenamt. Deshalb bitte ich Sie, sich auch ehrenamtlich zu betätigen. Und denken Sie daran: Sie dürfen jetzt wählen. Gehen Sie zu den Wahlen und nehmen Sie dieses Bürgerrecht wahr.”

Erster offizieller Akt der Einbürgerung war dann das “feierliche Bekenntnis” zum neuen Heimatland, das von Tanja Scherf-Hahn vom Amt für Ausländerangelegenheiten vor- und von allen nachgesprochen wurde. Vor dem Erhalt der Einbürgerungsurkunde ist dieses Bekenntnis Pflicht.

Unter den Neubürgern waren auch einige Kinder. Für sie nahm sich der OB besonders viel Zeit.

Unter den Neubürgern waren auch einige Kinder. Für sie nahm sich der OB
besonders viel Zeit.

Der Wortlaut: “Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.”
Scherf-Hahn mahnte noch einmal, dass die Einbürgerungsurkunde ein Unikat ist: “Es gibt keine Kopie davon. Wenn Sie sie verlieren oder sie zerstört wird, gibt es keinen Ersatz. Achten sie also sorgfältig darauf.”

Danach wurden alle Einzubürgernden einzeln aufgerufen, kamen nach vorne und nahmen aus den Händen von OB Leibe ihre Urkunde in Empfang. Mit jedem der neuen Bürger seiner Stadt wechselte Leibe einige Worte, zum Ende des offiziellen Teils wurde dann, begleitet vom Ensemble des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums die Nationalhymne gesungen. Der Tag der Einbürgerung klang mit einem Weinempfang im Foyer des Kurfürstlichen Palais aus. (wir)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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