Feuerwache Trier – Grüne: “Fakten sprechen gegen Spitzmühle”

Der Streit um den Standort für die neue Feuerwache geht weiter.

Der Streit um den Standort für die neue Feuerwache geht weiter.

TRIER. Nach der FDP reagieren nun auch die Trierer Grünen mit einer Presseerklärung auf die reporter-Berichterstattung zur umstrittenen Standortsuche für den Neubau der Trierer Feuerwache. Darin spricht sich die Stadtratsfraktion der Grünen wie schon in den nichtöffentlichen Beratungen des Egger-Ausschusses und des Steuerungsausschusses gegen den Standort Spitzmühle aus. Für die Grünen ist die Prioritätensetzung durch Dezernent Thomas Egger “sachlich unausgewogen”. Die Verwaltung habe alle Eckdaten wie Flächenbedarf, Zentralität, Kosten und Bauzeit auf den von ihr favorisierten Standort Spitzmühle zugerechnet. “In der Abwägung sprechen jedoch mehrere Fakten gegen dieses Standort”, betonen die Grünen.

“Der Naherholungswert des Geländes ist hoch. Für den Standort Spitzmühle müssen ein Sportplatz, ein Parkplatz und zahlreiche Kleingärten weichen, die Schüler und Schülerinnen zu einer anderen Sportanlage gefahren werden, was wiederum neue Kosten beinhaltet”, erläutert Peter Hoffmann, umweltpolitischer Sprecher der Grünen die für ihn negative Umweltbilanz.

Auch das von der Verwaltung vorgelegte Klimagutachten sei für die Grünen nicht schlüssig. Jahrzehntelang habe das Gebiet als Frischluftzone für die Stadt gegolten. “Nun solle dies auf Grund neuer Messverfahren und dem Heranrücken der Hauptfeuerwehr an das FWG-Schulgebäude – entgegen der ursprünglichen Planung – nicht mehr stimmen”, kritisiert Hoffmann weiter.

“Man muss das Klima unter einem gesamtstädtischen Aspekt betrachten. Schließlich sind durch Änderung der Bebauungspläne im Industriegebiet Euren/Zewen − es darf sehr viel höher gebaut werden − sowie durch erhebliche Bebauung von Grünflächen im neuen Flächennutzungsplan massive Einwirkungen auf das Stadtklima zu erwarten”, argumentiert der Stadtrat der Grünen.

Bei dem Gelände handele es sich zudem um eine archäologische Schutzzone. Neben der Erhaltungswürdigkeit der Bodendenkmäler würde die archäologische Untersuchung erhebliche Risiken für einen schnellen Baufortschritt ergeben, so die Grünen weiter.

“Man könnte dem Standort Spitzmühle ja noch zähneknirschend zustimmen, wenn es keine Alternativen gäbe”, so Ausschussmitglied Richard Leuckefeld. “Doch die gibt es, sie werden aber von der Verwaltung verworfen oder nicht weiter verfolgt”.

Für die Grünen ist das SWT-Gelände an der Ostallee nach wie vor eine der Optionen. “Ob die Höhenstadtteile von diesem Standort in der vorgegebenen Einsatzgrundzeit (8/10 Minuten) nicht zu erreichen seien, bedarf erst der genaueren Prüfung. Optimierungen im Bereich der Ampelschaltung, der Ostalleequerung und des geplanten Moselbahndurchbruches müssen unbedingt berücksichtigt werden. Auch unter gesamtfiskalischen Aspekten wäre das SWT-Gelände voraussichtlich der günstigste Standort”, betont Leuckefeld

Auch die Standorte Polizeipräsidium und das ART-Gelände “Löwenbrückener Straße” seien für die Grünen eine Alternative, die sie der Spitzmühle vorziehen. Leuckefeld bringt erneut die Variante der Zusammenlegung mit den Gemeinden des Umlandes in die Diskussion ein: “Eine optimale Erfüllung der Einsatzgrundzeit bietet nur die Drei-Wachen-Strategie. Diese wird aus Kostengründen von der Verwaltung verworfen. Leider hat man in der Vergangenheit versäumt, zusammen mit den Verbandsgemeinden eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, die in einer Art Feuerwehrzweckverband münden könnte.

Das Ergebnis hätte eine Feuerwache sein können, die nicht nur für die Höhenstadtteile, sondern auch für Teile des Trierer Umlandes zuständig sei. “Besonders unter dem Aspekt von Nachwuchssorgen bei der Freiwilligen Feuerwehr sollte diese Überlegung weiter verfolgt werden”, fordert Leuckefeld. (tr/et)


Drucken
Erstellt am Autor trier reporter in Die Reporter-Meldungen Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.