Feuerwehr soll aufs Polizeigelände umziehen

Geht es nach den Plänen der Stadt, wird an dieser Stelle nach dem Auszug der Polizei die Berufsfeuerwehr ein neues Zuhause finden. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Der neue Standort für die Berufsfeuerwehr scheint endlich gefunden zu sein. Am Dienstag sprachen sich alle im Dezernatsausschuss III vertretenen Fraktionen für das Gelände des alten Polizeipräsidiums an den Kaiserthermen aus. Eine Verkehrsuntersuchung durch ein Darmstädter Ingenieurbüro hatte die grundsätzliche Machbarkeit aufgezeigt.

Baudezernent Andreas Ludwig ist verhalten optimistisch. Die Sorge, wo die Berufsfeuerwehr künftig ihren neuen Hauptstandort haben wird, scheint vom Tisch zu sein. Und auch von der Zeit her bleibt genügend Vorlauf, alle diesbezüglichen Planungen ohne Terminstress angehen zu können. Denn die Polizei wird die Baulichkeiten an den Kaiserthermen erst 2019 in Richtung Hauptbahnhof verlassen, wo sie auf dem Gelände der ehemaligen Post untergebracht wird. Erste Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz, das Eigentümer des Grundstücks und der Immobilien an den Kaiserthermen ist, habe man bereits geführt, teilte Ludwig mit. Oberbürgermeister Wolfram Leibe hatte von Beginn seiner Amtszeit an das Gelände des alten Polizeipräsidiums als neuen Standort für die Innenstadtwache favorisiert.

Im Ausschuss hatte dann hatte Ralf Huber-Erler vom Ingenieurbüro R+T, das auch das Mobilitätskonzept der Stadt Trier entworfen hatte, das Wort. Ja, das Grundstück eigne sich als neuer Standort für die Berufsfeuerwehr, nahm er das Ergebnis seiner Verkehrsuntersuchung vorweg. Und machte gleich darauf deutlich, dass mit dem Umzug auch diverse bauliche Veränderungen, darunter auch die Aufschüttung der Straße ‟An den Kaiserthermen‟ um 1,06 Meter zum Ausgleich des Höhenunterschiedes, erforderlich sein werden.

Für die Prüfung gab es ein Nutzungskonzept, das drei Hallen und diverse Nebengebäude vorsieht. Parallel zur Südallee soll sich eine Halle befinden, in der sich für den Erstabmarsch Einstellplätze für einen Löschzug und fünf Rettungswagen befinden. Im Westen des Grundstücks soll eine Halle entstehen, die Raum für die weiteren Großfahrzeuge im Brandschutz und Rettungsdienst bietet. Der Rest der Baulichkeiten ist im Osten des Grundstücks angesiedelt, hier sollen Nebengebäude entstehen, die unter anderem Raum für weitere Kfz-Hallen und Waschhallen bieten. Eine Tiefgarage mit weiteren Stellplätzen für Brandschutz und Rettungsdienst soll sich unter dem Gebäude für den Erstabmarsch befinden und groß genug sein, dass sie auch Raum für die privaten Fahrzeuge der Beschäftigten bietet.

Alle Fahrzeughallen der Großfahrzeuge sollen über einen gemeinsamen Fahrzeughof erschlossen werden, als Zufahrt soll die Straße ‟An den Kaiserthermen‟ genutzt werden. Zudem soll die Fahrzeughalle für den  Erstabmarsch eine zusätzliche Ausfahrt nach Norden hin bekommen. Stellplätze für Besucher der Feuerwehr finden sich östlich der Nebengebäude, die Zufahrt soll eine eigenständige Anbindung an die Südallee erhalten und von der Betriebszufahrt getrennt werden.

Für das ungehinderte Ausrücken der Einsatzfahrzeuge wird eine eigene Ampelanlage erforderlich sein, die im Bedarfsfall den Verkehr auf der Südallee anhält. Der durch die Schaltung entstehende Rückstau kann nach Auffassung der Planer innerhalb weniger Umläufe wieder abgebaut werden.

Nicht auf alle Fragen konnte Ralf Huber-Erler eine Antwort geben. Beispielsweise auf die Frage von Richard Leuckefeld (Bündnis 90/Die Grünen), wie sich der zu erwartende Mehrverkehr von 5000 bis 6000 Fahrzeugen aus Richtung Brubacher Hof auswirken werde. Es gebe noch Reserven, so der Planer. Doch könne die Frage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantwortet werden.

Wie es denn nun weitergeht, wollte Ratsmitglied Detlef Schieben (SPD) wissen. Baudezernent Ludwig machte keinen Hehl daraus, dass bis zur Realisierung noch ein langer Weg zu gehen ist. Das Ziel aber sei, unmittelbar nach dem Auszug der Polizei das Grundstück vom Land zu kaufen und dann sofort mit den Arbeiten zu beginnen. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft 3 Kommentare

3 Kommentare zu Feuerwehr soll aufs Polizeigelände umziehen

  1. Rainer Landele

    da werden sich die saunabesucher sicher freuen. eben nicht mehr nur ein wechselbad zwischen kalt und heiß, sondern auch zwischen laut und leis…

     
    • Spekulatius

      Ich habe lange Jahrzehnte nahe der derzeitigen Wache gewohnt – so schlimm ist das nicht. Die fahren ja nicht ständig mit heulenden Sirenen raus. Direkt gegenüber der Wache ist übrigens ein Kindergarten.

       
  2. Marco Berweiler

    Lieber Rainer, seit Jahrzehnten ist bereits die Polizei in Sauna-Nähe, und auch die ehemaligen “Grünen” machen oft Tatü-Tata …

    Wenn das Baugebiet “Brubacher Hof” kommen sollte, dann wird es auch an den Kaiserthermen, Südallee, Kaiserstraße etc. ein großes Verkehrsproblem geben, denn man kann nicht alles über den Mattheiser Weiher / Aulbrücke ableiten, denn da wird der Betrieb schon allein durch Castelnau auch um einiges zunehmen … Ausbau der Aulbrücke hin, Errichtung eines Kreisverkehr am Weiher her …

    Aber verkehrstechnich besser als die A.R.T. in der Löwenbrückener Straße ist das aktuelle Polizeipräsidium allemal …

     

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