Freibad Nord − Sympathischer Charme der 50er Jahre

Noch gehört Bademeister Sebastian de Winkel, hier bei Pflegearbeiten, das Bad ganz alleine. Foto: Rolf Lorig

Noch gehört Bademeister Sebastian de Winkel, hier bei Pflegearbeiten, das Bad ganz alleine. Foto: Rolf Lorig

TRIER. Das Freibad Trier-Nord bleibt der Stadt erhalten. Das machte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Zuvor hatten Dominik Heinrich (Grüne) und Rainer Lehnart (SPD) angesichts einiger Leserbriefe in der Tageszeitung ihr Befremden zum Ausdruck gebracht.

Von Rolf Lorig

Der Bauausschuss der Stadt Trier befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Situation der Trierer Freibäder. Als erstes stand das Südbad im Fokus, das im vergangenen Jahr 132 Öffnungstage und über 90.000 Besucher zählte. Rainer Lehnart, Ortsvorsteher von Feyen/Weismark, nutzte die Gelegenheit, um ein drängendes Thema anzusprechen. Besonders an den heißen Tagen kollabiere der Verkehr rund um das Bad, berichtete er. Dabei würden Fahrzeuge derart unvernünftig abgestellt, dass es in einem Fall sogar für einen Krankenwagen kein Durchkommen mehr gegeben habe. “Auf einen solchen Verkehr sind wir vor Ort nicht eingerichtet.“ Deswegen regte er zur Findung von Lösungen ein gemeinsames Gespräch mit allen beteiligten Ämtern an, das möglichst lange vor dem Beginn der Badesaison geführt werden müsse. Ein Anliegen, das Baudezernent Ludwig sofort unterstützte.

Danach richtete sich der Blick auf das Nordbad, das im vergangenen Jahr von über 64.000 Menschen besucht wurde. Hier meldete sich Dominik Heinrich als erster zu Wort. Er sei überrascht von der Kostendimension, die plötzlich im Zusammenhang mit einer Renovierung des Freibades im Raum stehe. Für ihn sei das völlig unverständlich, schließlich habe es in den vergangenen Jahren immer wieder Investitionen in die Technik gegeben. Auch Lehnart zeigte sich irritiert. Er sah eine Diskussion im Gang, die es so im politischen Raum bislang noch nicht gegeben habe.

Nein, bestätigte Andreas Ludwig, an einer Schließung sei nichts dran. Das Bad befinde sich in einem guten Zustand und sei sehr gepflegt: “Es ist ein sympathisches Bad mit dem Charme der 50er Jahre; ich freue mich schon auf die kommende Badesaison.“ Vielmehr gelte es aus den Erfahrungen mit den Turnhallen zu lernen. “Wir müssen das Bad in eine gescheite Bauunterhaltung einbringen und uns rechtzeitig um in Zukunft anfallende Reparaturen und Erneuerungen kümmern, damit wir am Ende nicht vor einem Engpass stehen.“ Dazu gehöre die Erstellung einer Liste, auf der möglichst alle der in naher Zukunft anfallenden Arbeiten mit den dazu gehörenden Kosten eingetragen werden. Ausschussmitglied Thorsten Kretzer (Grüne) stimmte dem zu, hatte aber noch eine Detailfrage: Ob die Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes noch funktioniere und für die Wassererwärmung weiter genutzt werden könne? Matthias Ulbrich vom Sportamt konnte Entwarnung geben. Zwar sei die Technik schon in die Jahre gekommen, doch funktioniere die Anlage noch und entlaste das Blockheizkraftwerk.

Auch Christiane Probst (FWG) meldete sich noch zu Wort. Sie regte konkrete Marketingmaßnahmen mit dem Ziel an, noch mehr Menschen in die Trierer Freibäder zu führen. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Politik 1 Kommentar

Kommentar zu Freibad Nord − Sympathischer Charme der 50er Jahre

  1. Carola Siemon, Thomas Neises SPD Mitglieder im AK-Sport

    Für die SPD ist das Nordbad einer der wichtigsten Sportstätten in unserer Stadt. Umso dringlicher ist es, dass uns im Rat schnell ein pragmatischer Plan zur notwendigen Sanierung vorgelegt, der für die Stadt einen langfristigen Erhalt möglich macht.

     

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