Fridays for Future: Am Freitag weltweiter Klimastreik

TRIER. Am Freitag, 15. März, ruft die Protestbewegung “Fridays for Future” erneut zu Schulstreiks auf, diesmal weltweit. Auch in Trier ist erneut eine Demonstration geplant.

Treffpunkt für alle Teilnehmer ist um 10 Uhr auf dem Domfreihof, von wo aus die Schüler und Studierenden “mit guter Laune und Wut im Bauch”, so die Organisatoren, über den Hauptmarkt, die Brotstraße und den Viehmarkt zum Rathaus laufen. Dort endet die Aktion gegen 12 Uhr. “Die Jugendlichen haben die Demo selbst organisiert, dafür treffen sie sich in offenen Plena und vernetzen sich regional, national und global über das Internet”, sagt die 15-jährige Ronja Heimann, die in Trier die Öffentlichkeit sensibilisiert.

Fridays for future ist eine selbstorganisierte, basisdemokratische Bewegung, die von ihrer Vielfalt lebt und zeigt, dass die Jugend weder unpolitisch noch machtlos ist. Alle, die zu den Streiks kommen, eint das Ziel: die menschengemachte Klimakrise aufzuhalten, solange es noch geht und die globale Erwärmung auf höchstens 1,5°C zu beschränken. Dabei üben sie ordentlich Druck auf die Politik aus.

Denn die Zeit rennt: Seit Beginn der Industrialisierung ist es bereits 0,9°C wärmer geworden und mittlerweile sind auch in Deutschland die Folgen spürbar: Dürren, Hitzeperioden, Unwetter und andere Wetterextreme häufen sich. Dabei trifft es uns noch sehr milde; am meisten leiden häufig die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen – bereits jetzt fliehen Millionen Menschen vor seinen Folgen. “Deutschland spielt sich oft als Vorreiter in der Klimapolitik auf, doch die große Koalition hat die Klimaziele 2020 aufgegeben und zuletzt ist der deutsche CO2 – Ausstoß sogar wieder gestiegen”, empört sich Heiman. Vor ein paar Wochen habe die Kohlekommission den Kohleausstieg 2038 vorgeschlagen; “eindeutig zu spät, um die Klimakrise aufzuhalten.”

Die Schülerin, die das Auguste Victoria Gymnasium besucht, sagt dazu: “Wir wissen seit Jahrzehnten, dass wir den Klimawandel stoppen müssen. Niemand kann genau sagen, welche Folgen die Klimakrise haben wird, doch wir wissen, dass es dramatisch wird. Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir nicht nur Eisbären und andere knuddelige Tiere, sondern auch unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft der gesamten Menschheit. Und weil wir das nicht länger mit ansehen wollen, streiken wir! In Deutschland in über 140 Städten, auf der ganzen Welt in mehr als 800 Städten!”

Fridays for future lädt alle ein, sich an der Demonstration zu beteiligen. Die jungen Organisatoren rechnen mit ungefähr 400 Demonstranten. (tr)


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