Frische Graffitis unbedingt zeitnah entfernen

Wie bei einem Staatsvertrag: per Handschlag besiegeln OB Wolfram Leibe (rechts) und BÜS-Geschäftsführer Gregor Schäfer die Öffnung des zuvor unterzeichneten Rahmenvertrages. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Graffiti kann etwas sehr Schönes sein. Was beispielsweise der Blick auf die seitliche Fassade des Exzellenzhauses oder aber auch der untere Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke veranschaulicht. Dort haben Meister ihres Fachs mit Genehmigung der Eigentümer eindrucksvoll ihr Können unter Beweis gestellt. Die Freude über Graffitis endet aber abrupt, wenn privates Eigentum ohne Erlaubnis mit Tags “verziert” werden, die beim besten Willen lediglich als Schmierereien wahrgenommen werden können. Die Stadt Trier bietet nun die Hilfe des Bürgerservice (BÜS) bei der Entfernung an.

Immer wieder tauchen sie auf: illegale Graffitis, angebracht auf Hauswänden, Garagentoren, Autos und Zügen. Ist der Schaden erst einmal angerichtet, empfiehlt es sich, rasch zu handeln. Denn wer zu lange mit der Entfernung wartet, riskiert, dass die Schriftzüge – auch Tags genannt – beim Überstreichen nach einer bestimmten Zeit durchscheinen.

Auf glatten Oberflächen wie dieser kommt das Unterdruckstrahlverfahren zum Einsatz.

BÜS hat reichen Erfahrungsschatz

Die Stadt Trier kennt das Problem. Hier kämpft man schon seit Jahren gegen diese Schmierereien. Weshalb jährlich auch um die 15.000 Euro für die Beseitigung solcher Schäden in den Haushalt eingestellt werden. Ein Betrag, der aber längst nicht immer reicht: “Vor einiger Zeit haben solche illegalen Sprayer die Bronzemodelle vor den Kulturdenkmälern, die Blinden als Tastmodelle das jeweilige Kulturgut veranschaulichen sollen, mit Farbe beschmiert. Diese zu entfernen, ohne dass die Modelle Schaden genommen haben, war alles andere als einfach und hat mehrere Tausend Euro gekostet”, weiß Oberbürgermeister Wolfram Leibe.

Partner der Stadt Trier ist an dieser Stelle schon seit Jahren der Bürgerservice. Diese gemeinnützige Einrichtung – hier sind 270 Menschen in Brot und Arbeit – hat auch eine Abteilung, die im Bereich der Gebäudereinigung tätig ist. Zusammen mit der Abteilung “Maler/Stuckateure” geht man gemeinsam gegen illegale Spray-Aktionen vor. Dieser Erfahrungsschatz kann ab sofort auch zu günstigen Preisen von Privatleuten genutzt werden. Bereichsleiter Christoph Thull sieht sich optimal vorbereitet: “Wir halten für diese Arbeit unterschiedliche Verfahren vor: Vakuum-Strahlverfahren, Heißwasser-Hochdruckverfahren und das Unterdruckstrahlverfahren.” Werkzeuge, im Wert von um die 25.000 Euro.

Gregor Schäfer, Geschäftsführer des Trierer Bürgerservice, ist ebenfalls mit der Materie bestens vertraut: “Sprayer nutzen meist lösungsmittelhaltige Autolacke, die mehrere Millimeter tief in die Oberfläche eindringen”, weiß er. Die Beseitigung erfolge individuell und in Abhängigkeit von Graffitimaterial, Beschaffenheit und Zustand der Oberflächen, Umgebungsbedingungen sowie der Schonung der Umwelt. Oftmals müsse man zugunsten des Schutzes des Graffitiuntergrundes einen Kompromiss hinsichtlich der Ergebnisqualität der Graffiti-Entfernung eingehen.

Graffitis auf metallenen Oberflächen kann man in der Regel mit chemischen Mitteln begegnen.

Erst Maler des Vertrauens fragen

Dass der BÜS nun zu den günstigen Konditionen gebucht werden kann, die die Stadtverwaltung für ihren Rahmenvertrag ausgehandelt hat, sei kein Angriff auf die hier niedergelassenen Malerbetriebe, betonen sowohl Leibe wie auch Schäfer. “Wegen der günstigen Konjunktur sind diese Betriebe oft längere Zeit ausgebucht, in den seltensten Fällen wird man hier von einem auf den anderen Tag aktiv werden können, wie das für eine gründliche Entfernung eigentlich erforderlich ist.” Trotzdem solle man immer zuerst beim Malerbetrieb seines Vertrauens nachfragen, ob dieser den Auftrag übernehmen könne.

Übrigens: Wer sich im Umgang mit der Spraydose verwirklichen will, kann das an ganz bestimmten Plätzen auch völlig legal tun. Hier verweist der Oberbürgermeister auf acht Flächen: Die Fußgängerunterführungen an den Moselauen und an den Kaiserthermen; Nordwand des Ex-Hauses; Spielplatz Leoplatz in Trier-Süd; Eisenbahnunterführung Kürenzer Straße/Schönbornstraße; Unterführung Martinsufer/Ausonius-Straße; Zurmaiener Straße (Unterführung Canusstraße) und Konrad-Adenauer-Brücke. (-flo-)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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