Fünf Jubilare, die an die Not Anderer gedacht haben

Mitarbeiter der Westnetz AG gaben Geld, das sie zum 40. Betriebsjubiläum erhalten hatten, an das Haus Grünewald in Wittlich sowie an den Elternkreis behinderter Kinder weiter. Foto: Rolf Lorig

Mitarbeiter der Westnetz AG gaben Geld, das sie zum 40. Betriebsjubiläum erhalten hatten, an das Haus Grünewald in Wittlich sowie an den Elternkreis behinderter Kinder weiter. Foto: Rolf Lorig

TRIER/WITTLICH. Ein 40-jähriges Betriebsjubiläum ist relativ selten geworden. Wenn dann die Jubilare die ihnen zugedachten Geldpräsente an Bedürftige weiterleiten, dann kommt das erst recht nicht alle Tage vor. Fünf Kollegen der Westnetz AG haben das Gemeinwohl vor die eigenen Interessen gestellt und so gleich zwei sozialen Einrichtungen in der Region eine vorweihnachtliche Überraschung beschert.

Seit 40 Jahren arbeiten Werner-Johann Becker, Rainer Heib, Norbert Jarisch, Karl-Heinz Klein und Werner Mannerhans für ihr Unternehmen, das damals noch den Namen Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke trug. 40 Jahre später ist das Quintett noch an  gleicher Stelle tätig. Nur dass ihr Arbeitgeber heute Westnetz heißt. Und da man ein solches Jubiläum am liebsten im Kreis von vertrauten Kollegen feiert, hatten die Fünf reichlich Gäste eingeladen. Allerdings verbunden mit der Bitte, keine Geschenke mitzubringen, sondern lieber Bargeld zu spenden. ‟In unserem Alter hat man doch schon alles, deshalb haben wir gesagt, dass wir mit diesem Geld Menschen unterstützen wollen, die dringender darauf angewiesen sind‟, begründete Norbert Jarisch diese außergewöhnliche Geste.

Und die Idee kam an. Gäste, Freunde und Kollegen ließen sich nicht lumpen und am Ende kamen so 2425 Euro zusammen. Bei dieser Spendenfreude wollte auch die Geschäftsleitung des Trierer Regionalzentrums nicht zurückstehen: Jürgen Stoffel steuerte ebenfalls 250 Euro bei und erhöhte den Betrag so auf 2675 Euro.

Das Geld war jetzt da – aber wer sollte es nun bekommen? Es war der Zufall, der wie so oft Regie führte. Rainer Heib erfuhr von einer Kollegin, die Mutter eines behinderten Kindes ist, von der Einrichtung Maria Grünewald in Wittlich. Dort gibt es unter anderem eine Feriengruppe, in der behinderte Kinder sich erholen können, was gleichzeitig den Eltern mal Gelegenheit zum Verschnaufen bietet. Nachdem die Jubilare nähere Informationen eingeholt hatten, stand der Entschluss rasch fest: Diese Einrichtung sollte 1500 Euro bekommen.

Eine Geste, über die sich Anita Friedrich, die diese Feriengruppe betreut, außerordentlich freute. Schon seit einiger Zeit plane sie den Neukauf von Spielzeug, berichtete sie. Da komme das Geld sehr gelegen.

Und dann führte der Zufall einmal mehr Regie. Im Kollegenkreis habe man überlegt, den Rest des Geldes einer Familie zur Verfügung zu stellen, die unverschuldet in Not geraten sei, erzählte Rainer Heib. Ob man da einen Tipp bekommen könne?

Den hatte Friedrichs Kollegin Maria Klein sofort parat. Seit fast 30 Jahren unterstützt sie ehrenamtlich den Elternkreis behinderter Kinder. Immer wieder gebe es Härtefälle, bei denen der Elternkreis helfend einspringe, wenn die Menschen in ihrer Not nicht mehr weiter wüssten. Mit einigen eindringlichen Beispielen veranschaulichte Klein die Situation dieses Elternkreises, der sich aus freiwilligen Spenden finanziert. Und damit waren die Würfel gefallen: Der Elternkreis behinderter Kinder bekommt von den fünf Westnetz-Jubilaren die restlichen 1175 Euro für seine Arbeit. (rl)


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Gesellschaft, inside54.de Hinterlasse einen Kommentar

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