Für eine Welt, in der wir gerne leben

Susanne Völkel vertritt die Trierer Initiative “Foodsharing“, links Moderator Bruno Sonnen und rechts Antisemitismusbeauftragter Dieter Burgard. Foto: Bistum

WITTLICH. In welcher Welt wollen wir gerne leben? Was kann die Politik, was kann jeder Einzelne für eine bessere Welt tun? Diese Fragen stellt der Katholikenrat im Bistum Trier und will angesichts zunehmender kriegerischer Konflikte, Rechtspopulismus, Klimawandel, sozialer Spannungen und Globalisierungsfolgen Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Bei einem ersten Abend am 26. Oktober in der Autobahn- und Radwegekirche St. Paul in Wittlich haben Politikerinnen und Politiker, ehrenamtlich Engagierte und Bürgerinnen und Bürger gesellschaftliche und ökologische Fragen diskutiert.

Der Moderator und Vertreter des Katholikenrates, Bruno Sonnen, und der Vorsitzende des Fördervereins von St. Paul, Wolfram Viertelhaus, hatten Vertreter örtlicher Initiativen eingeladen, die mit ihrem Engagement die Welt ein kleines Stück lebenswerter machen möchten. Der Wittlicher Demeter-Landwirt Paul Brandsma stellte den Verein Hof Breit e.V. vor, dem es neben der ökologischen Landwirtschaft wichtig ist, über die vielfältigen Zusammenhänge von Nahrungserzeugung, Tierhaltung und Umweltschutz aufzuklären – wozu auch Schulklassen und Kindergärten auf dem Hof gerne gesehen sind. Susanne Völkel vertrat die Trierer Initiative “Foodsharing“, die sich aktiv gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und für deren Wertschätzung einsetzt. Völkel und ihre Mitstreiter retten noch gute Nahrungsmittel von Supermärkten vor der Vernichtung und verteilen sie anschließend kostenlos – unter anderem über Lebensmittel-Verteilschränke und eine facebook-Gruppe. Vielfältig und überwiegend politisch ist das Engagement des rheinland-pfälzischen Antisemitismusbeauftragten Dieter Burgard. Er stellte die Arbeit des Fördervereins der Gedenkstätte KZ Hinzert vor und betonte die bleibende Notwendigkeit, unter anderem in Schulen über Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufzuklären. Das politische und interreligiöse Engagement der Friedensinitiative Pax Christi skizzierte Rudi Kemmer für die Wittlicher Friedensgruppe.

Von politischer Seite waren der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder (CDU) und die Landtagsabgeordneten Elfriede Meurer (CDU), Bettina Brück (SPD), Jutta Blatzheim-Roegler (Grüne) und Michael Frisch (AfD) der Einladung gefolgt. Wegen Frisch hatte der Wittlicher Eine-Welt-Laden allerdings seine Teilnahme wieder abgesagt. Die anwesenden Abgeordneten würdigten die Arbeit der Initiativen, warnten aber mehrheitlich davor, die ökologische und die konventionelle Landwirtschaft gegeneinander auszuspielen – etwa hinsichtlich der sozialen Bedeutung preisgünstiger Lebensmittel. Mehrere Zuhörerinnen und Zuhörer wünschten sich mit Blick auf Umwelterziehung, Lebensmittelbewusstsein und Müllvermeidung ein verstärktes Engagement von der Politik. Auch wenn das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Verbrauchern und Herstellern gewachsen sei, so lautete doch eine der Forderung des Abends: “Wenn Einsichten nicht helfen, muss die Politik mit Gesetzen eingreifen“.

Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 29. Januar in Otzenhausen statt. Die Termine und weitere Informationen gibt es unter diesem Link. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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