Gedenken an Pogromnacht

Neben der zentralen Gedenkfeier in der Synagoge in der Kaiserstraße gedenkt die AG mit einem "Rundgang gegen das Vergessen" der Pogromnacht vor 77 Jahren.

Neben der zentralen Gedenkfeier in der Synagoge in der Kaiserstraße gedenkt die AG mit einem “Rundgang gegen das Vergessen” der Pogromnacht vor 77 Jahren.

TRIER. Am 9. November 1938 wurden in der Pogromnacht in Deutschland, so auch in Trier, die Synagogen geschändet und Thorarollen zerstört. Den schrecklichen Ereignissen folgte europaweit die systematische Verfolgung und Vernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Die zentrale Gedenkfeier findet in diesem Jahr in der neuen Synagoge in der Kaiserstraße statt. Die AG Frieden veranstaltet ebenfalls am 9. November einen “Rundgang gegen das Vergessen”.

Auch in diesem Jahr wird die Stadt Trier gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde den Opfern der Pogromnacht von 1938 gedenken. Erstmals findet die Gedenkfeier auf Einladung der Jüdischen Kultusgemeinde am Montag, 9. November, 17 Uhr, im Gebetssaal der neuen Synagoge, Kaiserstraße, statt. In einer begrenzten Anzahl stehen Interessenten Plätze zur Verfügung. Einlass ist nur bei vorheriger Anmeldung über das Protokollreferat der Stadt Trier, Telefon 0651/718-3021, möglich. Für 18 Uhr ist eine stille Kranzniederlegung an der Gedenkstele Zuckerbergstraße/Ecke Metzelstraße vorgesehen. An diesem Ort stand früher die jüdische Synagoge. Nach der Begrüßung durch die Jüdische Kultusgemeinde wird bei der Gedenkstunde in der Synagoge erstmals Oberbürgermeister Wolfram Leibe sprechen. Es folgt ein Liedvortrag von Jugendlichen der Gemeinde und abschließend ein Gebet, vorgetragen von einem jüdischen Kantor.

Bei der Pogromnacht vor 77 Jahren zerstörten die Nationalsozialisten neben der alten Synagoge auch in Trier zahlreiche Häuser, Geschäfte und Einrichtungen vieler Trierer Juden. Nach den brutalen Übergriffen der SS-Horden folgte mit immer perfider werdenden Aktionen die systematische Unterdrückung des jüdischen Gemeindelebens, das von den Nazis bis zum Kriegsende mit den Deportationen der Juden in die Vernichtungslager ausgelöscht wurde.

“Rundgang gegen das Vergessen”

Zum Gedenken an die Pogromnacht vor 77 Jahren veranstaltet die Arbeitsgemein­schaft Frieden am 9. November mit Unterstützung des Vereins “Buntes Trier” einen “Rundgang gegen das Vergessen”.

Der etwa einstündige Rundgang führt zu einigen Stolpersteinen in Trier, die an Frauen erinnern, die aus unterschiedlichen Gründen von den Nazis verfolgt wurden: als Sinti, als sogenannte “Asoziale”, Sozialdemokratinnen und Jüdinnen.

“Am Jahrestag der Pogromnacht wollen wir mit diesem Rundgang daran erinnern, wie leicht aus Vorurteilen und Ressentiments menschenverachtende Verfolgung bis hin zum Massenmord werden kann. Damit wollen wir in Trier heute auch rechtsradikalen Bestrebungen, Antisemitismus und Islamophobie etwas entgegensetzen”, so Ulrich Dann, der diesen Rund­gang der AG Frieden durchführt.

Treffpunkt für die kostenlosen Führung ist am Montag 9. Novemver, 15.30 Uhr, am Friedens- und Umweltzentrum (FUZ), Pfützenstraße 1. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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