Geglückter Start

Simone Reichert und Ingeborg Schöndorf im Gespräch mit Wolfram Leibe und Elvira Garbes. Foto: Presseamt

TRIER. Seit einem Jahr gibt es für Kinder und Familien im Margaretengäßchen eine “Gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle – kurz: GAV”. Dort werden Menschen aus dem früheren Regierungsbezirk Trier und dem Kreis Cochem-Zell beraten, wie sich ein Adoptionswunsch verwirklichen lässt. Dieser Bündelung liegt eine Vereinbarung zwischen den Kreisen und der Stadt zugrunde, um die Expertise zusammenzufassen und Vertretungen zu ermöglichen. Vorher hatten die Gebietskörperschaften lediglich zeitliche Stellenanteile für diese anspruchsvolle Tätigkeit zur Verfügung.

Vor dem ersten Jahrestag der Gründung am 1. Juli 2018 besuchte Oberbürgermeister Wolfram Leibe während seines Jahresschwerpunkts “Kinder und Familie” mit Bürgermeisterin Elvira Garbes die GAV und war beeindruckt von der dort geleisteten Arbeit: “Notfalls ist das Team ab der Geburt im Einsatz und stellt somit den Versicherungsschutz der Babys sicher. Denn eines ist klar – es geht immer ums Kind und dessen Wohlergehen. Daher sind wir auf die gute Zusammenarbeit mit den Landkreisen angewiesen. Ich freue mich, dass dies so gut funktioniert. Geht es hier doch um die Aufnahme und Abgabe von Kindern. Das sind hoch komplexe Herausforderungen, die sich so nicht im Lehrbuch einer Verwaltung wiederfinden.”

Daher ist der Stadtchef “sehr froh, dass wir für diese emotionalen Situationen so sensible Fachkräfte gefunden haben”. Es gehe nicht nur um die klassische Adoption, sondern auch um die in Deutschland verbotene Leihmutterschaft, das enge Zusammenwirken mit Pflegekind-Diensten, um Stiefkind- Adoptionen und Familienwünsche homosexueller Paare.

Die Trierer GAV ist nicht die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Einzigartig sind aber die großen Entfernungen in der Region, die die Mitarbeiter abdecken müssen. Die Kooperation mit den Gebietskörperschaften, aber auch mit Ausländerbehörden, Gerichten, freien Trägern, Standesämtern und Geburtsstationen verläuft nach Aussage der GAV-Mitarbeiter durchweg positiv. (tr)

Fakten und Zahlen zum ersten Jahr der GAV

♦ 194 Infogespräche mit Bewerbern (1. Juli 2018 bis 30. Mai).
♦ 60 laufende Bewerbungen im In- und Ausland.
♦ Elf Gespräche mit Familien, die ein Kind zur Adoption freigeben
♦ 88 laufende und zum Teil abgeschlossene Stiefkindadoptionen (mit Leihmutterschaft)
♦ 13 Eignungsberichte für andere Jugendämter.
♦ 17 Kinder sind oder waren in Adoptionspflege
♦ 17 Entwicklungsberichte für das Ausland
♦ Bewerberseminar mit zwölf Paaren.
♦ 23 Wurzelsuchen mit Blick auf die Herkunftsfamilie von Adoptivkindern.
♦ Fünf Gruppentreffen mit Adoptivfamilien und ein Grillfest.


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