Getötete Jugendliche – Tatverdächtiger festgenommen

Am Tatort in Trier-Nord stehen inzwischen Kerzen zum Gedenken an die getötete Jugendliche. Freunde und Bekannte haben Blumen niedergelegt.

Am Tatort in Trier-Nord stehen inzwischen Kerzen zum Gedenken an die getötete Jugendliche. Freunde und Bekannte haben Blumen niedergelegt.

TRIER. Rascher Fahndungserfolg für die Trierer Polizei und Staatsanwaltschaft. Keine 24 Stunden, nachdem am frühen Samstagabend in Trier-Nord die verbrannte Leiche einer 16-jährigen Schülerin aus Trier aufgefunden worden war, hat die Polizei bereits am Sonntag einen Tatverdächtigen festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der 24-jährige mutmaßliche Täter inzwischen gestanden, die Jugendliche erstochen und deren Leiche später angezündet zu haben. Der Mann aus Trier war offenbar ein Bekannter des Opfers. Er wird laut Staatsanwaltschaft noch am heutigen Montag dem Haftrichter vorgeführt. Am Mittwoch soll in der Trierer Innenstadt ein Trauermarsch für die getötete Jugendliche stattfinden. Der Trierer Stadtvorstand hat am Montag in einem Moment der Stille der getöteten Schülerin gedacht. “Wir alle sind tief erschüttert”, sagte Oberbürgermeister Klaus Jensen.

Die Ermittlungsbehörden gehen nun davon aus, dass die Jugendliche sich am Freitagabend gegen 23 Uhr von Trier-Nord aus auf den Weg zum Trierer Hauptbahnhof machte. Dabei nahm sie offenbar den Fußweg zwischen Metternichstraße und Kürenzer Straße über das ehemalige Moselbahngelände entlang der Bahngleise.

Sie wurde von dem inzwischen verhafteten Mann aus der Trier begleitet. Der 24-jährige mutmaßliche Täter soll ein Bekannter der Jugendlichen gewesen sein. Auf dem Weg gerieten der Mann und das Opfer schließlich in einen Streit, der offensichtlich eskalierte. Denn laut Staatsanwaltschaft stach der Mann mit einem Messer auf seine Begleiterin ein und tötete die junge Frau. Die Leiche legte der Mann nach der Tat in einem Gebüsch unweit des Tatortes an den Bahngleisen ab.

Laut Staatsanwaltschaft begab sich der mutmaßliche Täter am Samstag erneut zum Tatort und setzte die Leiche des Opfers unter Verwendung eines Brandbeschleunigers in Brand. Die Leiche verbrannte nach Polizeiangaben bis zur Unkenntlichkeit und wurde am frühen Samstagabend gegen 18.45 Uhr – noch brennend – von einem Passanten entdeckt.

Im Gebüsch an den Bahngleisen, wo sich der Unrat stappelt, legte der mutmaßliche Täter die Leiche ab und zündete diese am darauffolgenden Tag an.

Im Gebüsch an den Bahngleisen, wo sich der Unrat stappelt, legte der mutmaßliche Täter die Leiche ab und zündete diese am darauffolgenden Tag an.

Der 24-jährige Trierer habe, so die Staatsanwaltschaft, inzwischen eingeräumt, dem Opfer die tödlichen Verletzungen beigebracht und die Leiche in Brand gesetzt zu haben. Er wird noch am heutigen Montag dem Ermittlungsrichter am Amtsgerichts Trier vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wird Haftbefehl beantragen.

Zu den Einzelheiten des Tatablaufs und den Hintergründen wollen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit keine näheren Angaben machen, da die umfangreichen Ermittlungen nach wie vor andauerten.

Freunde und Bekannten der getöteten Jugendlichen wollen am Mittwoch in Trier einen Trauerzug abhalten. Ferner soll gegen 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Dom stattfinden. Anschließend wollen die Trauernden sich zum Tatort begeben und dort Kerzen abstellen und Blumen niederlegen.

Mit einem Moment der Stille hat der Stadtvorstand am Montagmorgen der getöteten Jugendlichen gedacht. “Wir sind tief erschüttert, und Worte vermögen das schreckliche Geschehen nicht auszudrücken”, sagte Oberbürgermeister Klaus Jensen. Die Menschen in der Stadt seien schockiert über die Brutalität der Tat. Er werde der Familie die tief empfundene Anteilnahme der Triererinnen und Trierer übermitteln, so Jensen. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft 2 Kommentare

2 Kommentare zu Getötete Jugendliche – Tatverdächtiger festgenommen

  1. Stefan Thelen

    Mal ein großes Kompliment für den Trier Reporter für die, im Gegensatz zu anderen Medien und so genannten “Medien”, saubere und ohne Sensationsgier auskommende Berichterstattung. Danke dafür!

     
    • Stephan Jäger

      Ist man in den journalistischen Elendsquartieren der Stadt mal wieder etwas über’s Ziel hinausgeschossen? Schade, aber in diesem besonders traurigen Zusammenhang leider nicht anders zu erwarten.

      Schön, das einfach nicht mehr zu lesen.

       

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