Grandioser Festival-Auftakt

Grandioser Auftakt ins diesjährige Mosel Musikfestival am Samstagabend in St. Maximin. Foto: MMF

TRIER/REGION. Das Mosel Musikfestival ist am Samstagabend mit einem grandiosen Auftakt in seine 32. Auflage gestartet. Mehr als 900 Zuhörer in der alten Abteikirche St. Maximin waren restlos begeistert von Beethovens 9. Sinfonie und dem “Survivor from Warsaw” (Überlebender aus Warschau) − Arnold Schönbergs kurzer, aber intensiver musikalischer Auseinandersetzung mit dem Holocaust, vorgetragen von Kammersänger Franz Grundheber. Bis zum 3. Oktober sind beim diesjährigen Festival mehr als 70 Konzerte an 40 Spielstätten zu erleben. Einer der vielen Höhepunkte ist zweifellos das Konzert von Grigory Sokolov am Dienstag, 18. Juli, im Barocksaal des Klosters Machern.

Trotz der schweißtreibenden Schwüle genossen die Klassik-Liebhaber den ausverkauften Festival-Auftakt in St. Maximin. Das Saarländisches Staatsorchester Saarbrücken unter Leitung von Jochen Schaaf spielte Beethovens berühmte 9. Sinfonie mit Schillers “Ode an die Freude” aus einem Guss. Susanne Bernhard (Sopran), Marion Eckstein (Alt), Thomas Greuel (Tenor) und Franz Grundheber (Bariton) brillierten, und die drei Chöre – Trierer Konzertchor, Friedrich-Spee-Chor und Le Madrigal de Luxembourg – gaben dem Konzert seinen würdigen und auch erhabenen Rahmen. Besonders beeindruckend: Schönbergs Stück “Survivor from Warsaw”, das auf Wunsch Grundhebers, der hier rezitierte, ins Programm aufgenommen worden war. Standing Ovations waren der verdiente Lohn für alle beteiligten Künstler.

Kulturminister Konrad Wolf (SPD) rühmte das Festival, dessen Leitung nach dieser Saison von Hermann Lewen zu Tobias Scharfenberger wechselt, als “Flaggschiff des rheinland-pfälzischen Kultursommers”. Mit dem schmalen Etat von rund einer Million Euro holen die Festival-Macher immer wieder Weltstars an die Mosel – so wie am 18. Juni Grigory Sokolov in den schmucken Barocksaal von Kloster Machern. “Was hier geleistet wird, ist schon außergewöhnlich”, sagte daher Bernkastels Bürgermeister Wolfgang Port (CDU), der vor allem den “reibungs- und geräuschlosen” Übergang von Lewen zu Scharfenberger an der Festival-Spitze lobte. Ports Lob galt aber auch der wirtschaftlichen und finanziellen Stärke des Festivals, das ohne Defizit arbeitet:  Im vergangenen Jahr schloss Lewen die Saison sogar mit einem Plus von 16.000 Euro ab.

Bereits am Dienstag geht es beim Mosel Musikfestival weiter im Programm: Dann gastiert die French Connection, Renaud Capuçon (Violine) und Khatia Buniatishvili (Klavier), im Kloster Machern. Der nächste Termin in Trier ist am Sonntag, 16. Juli, im Rheinischen Landesmuseum − Nachts im Museum mit dem “Ingenium Ensemble”.

Alle Informationen auch unter moselmusikfestival.de. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Kultur, Moselmusikfestival Hinterlasse einen Kommentar

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