Große Schleife an Trier vorbei

Vor der Rennfahrern bahnt sich die Werbekarawane ihren Weg über die Etappe. Allerdings nicht nach Trier. Foto: ASO/B.Bade

Vor der Rennfahrern bahnt sich die Werbekarawane ihren Weg über die Etappe. Allerdings nicht nach Trier. Foto: ASO/B.Bade

TRIER/PARIS. Traum zerplatzt: Die Tour de France wird im nächsten Jahr keinen Abstecher nach Trier machen. Vor der endgültigen Bekanntgabe des Streckenverlaufs im Jahr 2017 am heutigen Dienstag hat Christian Prudhomme, Direktor der Tour, Oberbürgermeister Wolfram Leibe in einem Brief mitgeteilt, dass die Bewerbung der Stadt Trier als Etappenort der Tour leider nicht habe berücksichtigt werden können. “La Grande Boucle”, die “Große Schleife”, wird somit nicht Station an der Mosel machen.

“Schade, dass es nicht geklappt hat – die Chancen standen gut, dieses einmalige Sportereignis hier nach Trier zu bringen”, zeigten sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und Sportdezernent Andreas Ludwig (CDU) in einer ersten Reaktion enttäuscht. Trier hatte sich gemeinsam mit der französischen Partnerstadt Metz als Etappenort der Tour de France 2017, die in Düsseldorf startet, beworben und sich von der grenzüberschreitenden Doppelbewerbung der beiden geschichtsträchtigen Städte viel versprochen.

Die Tour fliegt an Trier vorbei. Foto: ASO/B. Bade

Die Tour fliegt an Trier vorbei. Foto: ASO/B. Bade

In der Absage verweist Tour-Direktor Christian Prudhomme auf die vielfältigen Kriterien, die bei der Auswahl der Etappenorte 2017 berücksichtigt werden mussten. Wörtlich heißt es: “Die festgelegte Strecke hat uns leider nicht erlaubt, die Kandidatur von Trier zu berücksichtigen, und wir teilen Ihnen dies mit Bedauern mit. Wir hoffen stark, dass Ihre Verbundenheit zur Tour de France und Ihr Wunsch, sie in einem kommenden Jahr zu empfangen, trotzdem nicht abgenommen haben.”

Im Juli war Leibe eigens zum diesjährigen Tour-Finale nach Paris gereist, um Werbung für Trier als Etappenort zu machen. Bei der Absage dürften auch finanzielle Aspekte eine erhebliche Rolle gespielt haben. Die Tour als drittgrößte Sportveranstaltung der Welt, nach Olympia und Fußball-Weltmeisterschaft, verlangt von den Etappenorten finanzielle Garantien in Millionen-Höhe. Vor zehn Jahren bei der Skandal-Tour, als der bisher einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ulrich (1997) wegen Dopings kurz vor dem Start von der Großen Schleife ausgeschlossen wurde, musste Luxemburg bereits 2,5 Millionen Euro auf den Tisch legen, um Etappenort zu werden.

Auch im kommenden Jahr wird die Tour in Luxemburg Station machen. Die dritte Etappe von Verviers nach Longwy führt durch das Großherzogtum. Das vierte Teilstück wird dann im Heimatort der Schleck-Brüder, in Mondorf, gestartet. Das Peloton macht sich von dort aus auf den Weg bis nach Vittel. Gestartet wird die Tour am 1. Juli in Düsseldorf mit einem Zeitfahren über 13 Kilometer. (tr/et)


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Erstellt am Autor trier reporter in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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