Gutes Geschäftsjahr bescherte 4% Dividende

Vorstand Alfons Jochem führt am Rednerpult in die Thematik ein. Am vorderen Tisch verfolgen Aufsichtsratchef Norbert Feder, Vorstand Norbert Friedrich und Vize-Aufsichtsratschef Wolfgang Schäfer die Ausführungen. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Das Jahr 2017 war für die Volksbank Trier ein sehr zufriedenstellendes Geschäftsjahr. Das eröffneten die beiden Vorstände Alfons Jochem und Norbert Friedrich gut 200 Repräsentanten, die am Montag zur Vertreterversammlung in die Europahalle gekommen waren. Besonders gefreut haben werden die sich über eine Dividende in Höhe von vier Prozent, die in den nächsten Tagen den Konten allen 37.547 Mitglieder gutgeschrieben werden wird.

Ein Beitrag von Rolf Lorig

Aktionärsversammlungen, oder, wie im Fall der Volksbank, Vertreterversammlungen sind in den heutigen Zeiten längst nicht immer ein Quell der Freude. Dass es auch anders geht, bewies die Volksbank Trier im Laufe ihrer Versammlung. Traditionell erinnert hier zu Beginn ein multimedialer Rückblick an das politische und gesellschaftliche Geschehen im Berichtszeitraum. Und dieser Rückblick ist immer bunt und kurzweilig, setzt bei aller Unterhaltung aber die richtigen Akzente. Als erster der beiden Vorstände übernahm Alfons Jochem das Mikrophon; er hatte die nationale und internationale Wirtschaftspolitik im Blick. Die Konjunktur habe sich in 2017 weltweit betrachtet als robuster erwiesen, als man es noch zu Beginn des Jahres unter dem Eindruck neuer Unsicherheiten erwartet habe. Im Einklang mit der globalen Entwicklung und einer unverändert starken Binnennachfrage sei die deutsche Wirtschaft mit rund 2,2 Prozent zum achten Mal in Folge gewachsen, teilte Jochem mit.

Leichte Anzeichen für eine zinspolitische Wende

Für die Banken seien die Herausforderungen dennoch hoch gewesen. Ein wesentlicher Grund finde sich im extrem expansiven Kurz der Europäischen Zentralbank (EZB). Hier hätten die europäischen Notenbanker die Leitzinsen für den Euroraum unverändert auf einem historisch niedrigen Niveau belassen. Infolge dessen sei der EZB-Hauptrefinanzierungssatz für die Finanzinstitute des Euroraums bei 0,0 Prozent und der Einlagensatz bei -0,4 Prozent im negativen Bereich geblieben.

Vorstand Norbert Friedrich überbringt der Vertreterversammlung positive Geschäftszahlen für das Jahr 2017

Allerdings sehe der Vorstand inzwischen leichte Anzeichen für eine zinspolitische Wende. So habe die US-amerikanische Zentralbank Fed im Berichtszeitraum den Zielkorridor für den US-Leitzins sukzessive in drei Schritten um jeweils 0,25 Prozentpunkten auf 1,25 bis 1,5 Prozent angehoben. Zudem gebe es zusätzliche Maßnahmen, die zu einer weiteren Normalisierung der US-Geldpolitik beitragen könnten.

Euro-Aufwertung in 2017

Der Euro sei in 2017 deutlich aufgewertet worden, so Jochem weiter. Der Anstieg habe sich vor allem im zweiten und dritten Quartal vollzogen. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte in 2017 vom robusten konjunkturellen Aufschwung und den veränderten geldpolitischen Erwartungen im Währungsraum profitieren. So habe sich in den Devisenmärkten die Erwartung gefestigt, dass die EZB ihre ultra-lockere Geldpolitik nicht weiter lockern, sondern eine Normalisierung der Geldpolitik angehen werde, “wenn auch in einem sehr langsamen Tempo.”

In der Region habe sich der konjunkturelle Höhenflug auch in 2017 fortsetzen können, führte Norbert Friedrich die Ausführungen seines Kollegen fort. Den Grund dafür sah der Banker in der gesamtdeutschen Entwicklung und dem positiven Klima am Wirtschaftsstandort Luxemburg. Davon hätten Handel, Dienstleistungswirtschaft und Industrie gleichermaßen profitiert. Die IHK Trier habe im Februar 2018 eine Monatsinfo veröffentlicht, wonach sich dieser dynamische Trend auch in den kommenden 24 Monaten fortsetzen werde. Das größte Hindernis dabei sei mittel- und langfristig der Fachkräfteengpass, der die wirtschaftliche Dynamik auch in der Region Trier dämpfe.

Volksbank regionaler Partner der Wirtschaft

Angesichts des dynamischen wirtschaftlichen Umfeldes konnte die Bank, so Friedrich, auch in 2017 ihre Aufgabe als regionaler Partner der Wirtschaft fortführen. “Die Kreditnachfrage war wie in den Vorjahren erfreulich hoch.” Zudem sei der Beratungsbedarf bei den Unternehmen angesichts des zunehmenden Einflusses der Digitalisierung auf die jeweiligen Branchen stark angestiegen.

Laut Friedrich ist die Bilanzsumme der Volksbank Trier um 5,1 Prozent von 1.378 Mrd. Euro auf 1,448 Mrd. Euro angestiegen. “Ursächlich für diese Entwicklung sind vor allem die Zuwächse bei den Kundeneinlagen und den Kundenforderungen.” Dabei habe man zu jeder Zeit die von der Aufsicht gestellten Grundsätze über Eigenkapital und Liquidität einhalten können. “Auch Stresstests haben wir gut bestanden”, betonte der Vorstand nicht ohne Stolz.

Im Berichtszeitraum vergab die Volksbank neue Kreditzusagen über 370 Millionen Euro, davon entfielen 202 Mio. Euro auf neue Firmenkredite, 152 Mio. Euro für Baukredite und 16 Mio. Euro auf Konsumfinanzierungen.

Regionalleiter Thomas Krämer ehrt Norbert Feder, Robert Reis und Wolfgang Schäfer (von links) für ihre 25-jährige Mitwirkung im Aufsichtsrat der Volksbank

17,7 Mio. Euro Wertschöpfung für die Region

Ebenso erfreulich habe sich das bilanzielle Einlagengeschäft entwickelt, das um 4,8 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro angewachsen sei. Das gesamte Kundenwertvolumen aller Verbundpartner sei um 7,6 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro angestiegen. “Die positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen wirkten sich günstig auf die Geschäftsentwicklung der Volksbank aus”, freute sich Norbert Friedrich. Die gesamte Wertschöpfung der Volksbank Trier für die Region bezifferte Vorstand Friedrich mit über 17,7 Mio. Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Vertreterversammlung vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 1,68 Mio. Euro zur Zahlung einer Dividende von 920.000 Euro und zur Stärkung der Rücklagen zu verwenden. Ein Vorschlag, dem die Versammlung einstimmig billigte.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen stand am Ende des Abends noch eine Talkrunde auf dem Programm, die der Frage nachging „Marx oder Raiffeisen – Wer war der bessere Genosse?“ Doch bevor Norbert Friedrich, der diese Runde kurzweilig moderierte, seine Diskutanten Professorin Theresia Theurl, Professor Christian Jansen und den Journalisten Paul-Josef Raue, auf die Bühne bitten konnte, galt es erst noch drei verdienstvolle Aufsichtsräte zu ehren. Für ihr 25-jähriges Wirken im Aufsichtsrat erhielten die Jubilare Robert Reis, Norbert Feder und Wolfgang Schäfer von Regionalleiter Thomas Krämer vom Genossenschaftsverband, Verband der Regionen, die Ehrennadel in Silber.


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Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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