Hand aufs Herz: Übungspuppen für den Klassenraum

Dank der Übungspuppen des Brüderkrankenhauses Trier kann die Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule Trier künftig eigene Kurse zur Laienreanimation durchführen. (Foto: Brüderkrankenhaus Trier)

TRIER. Eine besondere Unterrichtseinheit stand jetzt auf dem Stundenplan der 7. Klasse der Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule Trier: Unter fachmännischer Anleitung erlernten die Schüler im Rahmen der Kampagne “Hand aufs Herz – Trier rettet Leben“, worauf sie bei Maßnahmen zur Wiederbelebung achten müssen. Künftig wird die Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige in Rheinland- Pfalz die Kurse selbst durchführen können – auch dank Übungspuppen, die das Brüderkrankenhaus Trier zur Verfügung stellte.

Es dauert ein wenig, bis der Siebtklässler seine Schüchternheit überwindet: “Hallo“ sagt er eher zaghaft als dass er es ruft. Schließlich wird er lauter, fordert er hörbar vernehmbarer ein Lebenszeichen ein. Die Übungspuppe wird naturgemäß nicht antworten, schließlich soll sie einen leblosen Körper mimen. Nachdem die Schülerinnen und Schüler getestet haben, ob es eventuell andere Lebenszeichen wie beispielsweise die Atmung gibt, beginnen sie mit dem Üben der Herzdruckmassage. Lehrer Moritz Brückmann macht es ihnen vor, eine nach dem anderen macht es nach. Als Musik aus dem eigens aufgestellten Lautsprecher ertönt und ein wuchtiger Bass durch die Turnhalle der Schule vibriert, stimmt auch der Rhythmus für die Herzdruckmassage.

Ziel: Mehr Menschen als bisher sollen helfen können

“Hand aufs Herz – Trier rettet Leben“ heißt die Kampagne, die 2016 von den Abteilungen für Innere Medizin III / Kardiologie sowie Anästhesie und Intensivmedizin des Brüderkrankenhauses initiiert wurde. Erklärtes Ziel: Mehr Menschen als bisher sollen helfen, sollten sie Zeugen eines plötzlichen Herztods werden. Auch um weitverbreitete Hemmungen und Unsicherheiten abzubauen, wurde die Kampagne entwickelt. Die Kampagne hat schon in etlichen Schulen Station gemacht, darunter mehreren Trierer Gymnasien, berichtet Koordinator Tobias Hauptmann. Doch in gewisser Hinsicht sei die Cüppers-Schule nun auch eine Art Vorreiterin, ergänzt der Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin: “Die Schule wird die Kurse künftig in Eigenregie durchführen, denn mit Moritz Brückmann hat sie einen Lehrer, der bestens auf diese Aufgabe vorbereitet wurde und weiß, wie man die Schüler für das Thema begeistern kann“, berichtet Hauptmann. Dass die Schule die Laienreanimation selbst unterrichtet, sei ganz im Sinne der Initiatoren der Kampagne “Hand aufs Herz“ und so auch von der Kultusministerkonferenz vorgesehen.

Das Brüderkrankenhaus und die Herbert-und Veronika-Reh-Stiftung unterstützen seit mittlerweile drei Jahren verschiedene Maßnahmen, die das Bewusstsein für Nutzen und Notwendigkeit von Laienreanimation schärfen sollen. Zu diesem Zweck überreichte das Brüderkrankenhaus der Cüppers-Schule jetzt vier neue Übungspuppen. “Als christliches Haus und überregional bedeutendes Unternehmen der Gesundheitswirtschaft wissen wir um unsere gesellschaftliche Verantwortung. Gesundheitsbildende Aktionen wie die Kampagne ‚Hand aufs Herz – Trier rettet Leben‘ liegen uns daher sehr am Herzen“, erklärte Hausoberer Markus Leineweber anlässlich der Übergabe der Puppen an Schulleiterin Ulrike Moog und deren Stellvertreterin Helche Waldeier. (tr)


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Erstellt am Autor trier reporter in Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

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