Heißer Tanz – “CDU und Grüne spielen mit Menschenleben”

In seiner letzten Ratssitzung erwartet Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) ein heißer Tanz.

In seiner letzten Ratssitzung erwartet Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) ein heißer Tanz.

TRIER. Im Streit um die Offenlegung des neuen städtischen Flächennutzungsplans (FNP) bleibt Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) hart. Der Stadtchef wird den Punkt trotz des negativen Votums im jüngsten Bauausschuss nicht von der Tagesordnung des Stadtrates nehmen. Entsprechende reporter-Informationen bestätigte am Montag Ralf Frühauf vom städtischen Presseamt. Somit kommt es am Donnerstag in der öffentlichen Sitzung des Rates voraussichtlich zur Machtprobe zwischen der Verwaltung und der Opposition aus SPD, FWG und FDP auf der einen sowie dem von der Links-Fraktion unterstützten Mehrheits-Bündnis aus CDU und Grünen auf der anderen Seite. Die schwarz-grüne Koalition kann den Punkt nach weiteren reporter-Informationen nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von der Tagesordnung kippen. Derweil fordert die FDP-Fraktion in einer Presseerklärung, den Neubau der Feuerwache am Standort Spitzmühle zu realisieren. CDU und Grüne sind gegen den Standort (wir berichteten mehrfach). “Mit Verantwortung hat das Handeln der sogenannten Verantwortungsgemeinschaft aus CDU und Grünen wirklich nichts zu tun, das ist vielmehr verantwortungslos”, übt Liberalen-Chef Tobias Schneider scharfe Kritik am schwarz-grünen Bündnis. CDU und Grüne spielten zum Machterhalt mit Menschenleben, so Schneider.

Die letzte Ratssitzung seiner achtjährigen Amtszeit dürfte sich Oberbürgermeister Klaus Jensen sicher ganz anders vorgestellt haben – weniger aufwühlend, dafür ruhiger und beschaulicher. Am gestrigen Montag führte der Stadtchef seinen Nachfolger Wolfram Leibe schon einmal im Stadtvorstand ein. Der Sozialdemokrat nahm zum ersten Mal an einer Sitzung des Vierer-Gremiums aus Oberbürgermeister und Dezernenten teil. Leibe war hautnah dabei, als Jensen in Abstimmung mit den Kolleginnen und dem Kollegen die Entscheidung traf: Die strittige Offenlegung des Flächennutzungsplans (FNP) wird nicht von der Tagesordnung der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag genommen.

Damit geht Jensen auf Konfrontationskurs zur Koalition von CDU und Grünen, die von der Linksfraktion unterstützt wird. Und der scheidende OB wird zum Schluss seiner Amtszeit noch einmal richtig kämpfen müssen. Der FNP war eine Herzensangelegenheit Jensens. Den Plan zur Entwicklung Triers in den kommenden Jahrzehnten wollte der Sozialdemokrat der Stadt quasi als sein politisches Vermächtnis hinterlassen. Ursprünglich wollte Jensen ihn bis zum April verabschieden. Nun gerät sogar die Offenlegung des FNP, den der OB in Zusammenarbeit mit der ebenfalls scheidenden Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) zur Chefsache gemacht hatte, in Gefahr.

Jensen wählt somit jenen Weg, den der Kollege Thomas Egger beim Neubau der Feuerwache eingeschlagen hatte: Der Stadtchef drängt wie Egger auf die politische Entscheidung. Der OB will CDU, Grüne und die Linke zwingen, sich in öffentlicher Debatte gegen die Offenlegung des Plans auszusprechen. Das Mehrheits-Bündnis hatte mit Unterstützung der Links-Fraktion kritisiert, dass vor der Offenlegung “eingehend überprüft werden muss, inwieweit die Ergebnisse der Beteiligungsverfahren und Stellungnahmen der Ortsbeiräte berücksichtigt wurden und die Stadtverwaltung deren Hinweisen gefolgt ist”.

Dem hatten SPD, FWG und FDP entgegengehalten, die Offenlegung sei ja eben dazu gedacht, die Lücken des Planes aufzudecken, zu benennen und die Verwaltung dazu zu bringen, die offenen Fragen zu klären. Die Weigerung von CDU, Grünen und Linken, der Vorlage zuzustimmen, führe zu einer Verzögerung, die vor allem angesichts der hohen Mietpreise und der angespannten Situation auf dem Trierer Wohnungsmarkt nicht zu verantworten sei. Die Opposition befürchtet, dass der FNP nun erst im kommenden Jahr verabschiedet werden kann, sollten CDU, Grüne und Linke sich durchsetzen. CDU-Fraktionschef Dr. Ulrich Dempfle hatte auf dem Parteitag der Union am Samstag erklärt, seiner Partei bereiteten vor allem die geplanten Wohngebiete in Mariahof (Brubacher Hof) und Zewen Bauchschmerzen. Die CDU sieht sich als Fürsprecher der dortigen Landwirte, von denen die Wohngebiete abgelehnt werden.

“CDU und Grüne spielen mit Menschenleben”

Doch der Flächennutzungsplan wird voraussichtlich nicht der einzige Tagungsordnungspunkt sein, bei dem Jensen mit harten Bandagen für seine Vorstellungen wird kämpfen müssen. Bei der Entscheidung über den Standort der neuen Feuerwache wird Jensen dem Kollegen Egger Schützenhilfe leisten. Der Dezernent bringt seine Vorlage in den Rat zur Abstimmung ein. Im Steuerungsausschuss hatte Egger sein Papier jüngst erst durchgebracht. Doch im Rat wartet das schwarz-grüne Bündnis mit seiner Mehrheit von einer Stimme auf den Dezernenten. CDU und Grüne sind mit Eggers Prioritätenliste nach wie vor nicht einverstanden. Sie wollen den Standort Spitzmühle von der Vorlage gestrichen sehen.

Eggers ehemalige Partei hat die Debatte am Montag mit einer Presseerklärung erneut befeuert. Die FDP-Fraktion fordert darin, die neue Hauptfeuerwache an der Spitzmühle zu bauen. Damit gehen die Liberalen sogar noch über den Vorstoß der SPD hinaus. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, die Standorte Spitzmühle und Polizeipräsidium parallel zu entwickeln. Dem Antrag folgte der Steuerungsausschuss. Die Freidemokraten hingegen konzentrieren sich voll und ganz auf die Spitzmühle als idealen Standort. Im Gegensatz zu CDU und Grüne stelle die FDP sich hinter den Vorschlag der Verwaltung, betont Fraktionschef Tobias Schneider. Die Koalition hingegen wolle den Standort Spitzmühle von der Liste streichen und sich auf die beiden deutlich schlechteren Alternativen Polizeipräsidium und Löwenbrückener Straße fokussieren.

“Wenn aus fachlicher Sicht bei einer so wichtigen Frage wie der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ein so eindeutiges Ergebnis wie das der Verwaltung vorliegt, dann ist es mehr als nur grob fahrlässig, sich einfach aus Prinzip dagegen zu stellen”, attackiert Schneider das schwarz-grüne Bündnis. “Mit Verantwortung hat das Handeln der sogenannten Verantwortungsgemeinschaft aus CDU und Grünen wirklich nichts zu tun, das ist vielmehr verantwortungslos.”

FDP-Chef Tobias Schneider fährt schweres Geschütz gegen CDU und Grüne auf: Das Bündnis spiele mit Menschenleben, sagt der Liberale.

FDP-Chef Tobias Schneider fährt schweres Geschütz gegen CDU und Grüne auf: Das Bündnis spiele mit Menschenleben, sagt der Liberale.

Dann fährt der FDP-Chef, wie schon Christiane Probst von den Freien Wählern beim FNP, schweres Geschütz gegen CDU und Grüne auf. “Dass die Grünen resistent gegen Fakten sind, zeigen sie ja nicht zum ersten Mal. Viel schlimmer ist, dass die CDU als angebliche Volkspartei bei dieser Scharade mitspielt, nur um ihrem Bündnispartner entgegenzukommen”, wettert Schneider in Richtung der Koalition. CDU und Grüne spielten zugunsten des Machterhalts mit Menschenleben. “Das zeigt einmal mehr, dass Trier eine solche Verantwortungsgemeinschaft nicht braucht”, so Schneider. Die Grünen hatten die Ergebnisse des jüngsten Klimagutachten angezweifelt. Das “Centre de Recherche Public” war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Neubau der Feuerwache an der Spitzmühle die Luftzufuhr nach Trier nicht beeinträchtigen würde.

Schneider befürchtet, dass die CDU am Donnerstag im Rat erneut mit ihrem Änderungsantrag vorstoßen könnte. Im Steuerungsausschuss war die Koalition zuletzt mit neun gegen neun Stimmen gescheitert. Im Rat verfügt das schwarz-grüne Bündnis jedoch über eine Stimme Mehrheit. CDU-Fraktionschef Dr. Ulrich Dempfle hatte die Abneigung seiner Fraktion gegen die Spitzmühle am Samstag auf dem Parteitag mit den unerforschten archäologischen Schätzen im Bereich der ehemaligen römischen Tempelanlage begründet. Am Rande des Parteitages hatten weitere Unionspolitiker angedeutet, der Umzug des Abfallverbandes (ART) von der Löwenbrückener Straße nach Kürenz könne vor 2019 und damit schneller als von der Verwaltung angegeben erfolgen. Deswegen halte die CDU an diesem Standort als Alternative zum Polizeipräsidium fest. Chef des ART ist Dr. Max Monzel, der neue Schatzmeister der CDU Trier.

“Es spricht sehr viel dafür, dass der Antrag im Stadtrat am Donnerstag erneut gestellt werden wird”, so Schneider, der in der öffentlichen Debatte auf ein Einlenken der CDU hofft. “Die Bürger sollten an der Sitzung teilnehmen und sich selbst ein Bild von der Faktenlage auf der einen und den Argumenten der sogenannten Verantwortungsgemeinschaft auf der anderen Seite machen”, erklärt der Liberalen-Chef. Von einer Machtprobe in beiden Tagesordnungspunkten geht auch Schneider aus. Somit droht dem scheidenden Oberbürgermeister zum Abschluss seiner Amtszeit statt eines langsamen Walzers tatsächlich ein heißer Tanz. (et)


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Erstellt am Autor Eric Thielen in Featured, Politik 21 Kommentare

21 Kommentare zu Heißer Tanz – “CDU und Grüne spielen mit Menschenleben”

  1. Jürgen Neumann

    Starker Tobak aber im Kern völlig richtig, Applaus FDP !

     
  2. Jutta Albrecht

    Es ist schon perfide, wenn ein Stadtratsmitglied einem Teil seiner Kollegen und Kolleginnen, der wie er nach einer Lösung der Standortfrage sucht, den ungeheuren und durch nichts zu rechtfertigen Vorwurf macht, dass er “mit Menschenleben” in der Standortfrage der Feuerwehr spielen würde. Applaus dafür? Nein: “Si tacuisses!”

     
    • R.Roos

      Doch! Frau Albrecht. Doch, der Stadtrat spielt mit Menschenleben. Schon seit Jahren! Kenn Sie überhaupt das Gerätekonzept der Feuerwehr? Ist vor ca. 3 Jahren im Stadtrat verabschiedet worden. Umgesetzt? Nicht viel.
      P.S. Wissen Sie eigentlich, wer die Feuerwehr für Ihren Wohnort ist? Ohne nachzugucken?

       
  3. Damian Schmitt

    Frau Albrecht, man könnte Ihnen die Empörung sogar abnehmen, hätte Ihre Partei nicht dieses irre Bündnis mit den Grünen. Ideologie und Parteipoliik statt gesundem Menschenverstand. Aber wehe sie sind dann in der Regeierung, dann zählt alles nicht mehr, siehe Hochmoselübergang.
    Als Stadträtin können Sie sich dann ja bald auf die Seite des gesunden Menschenverstandes stellen. Oder lassen Sie sich dann auch von der Fraktionsdisziplin einholen?

     
  4. Richard Leuckefeld

    Wenn jemand mit Menschenleben spielt, dann doch diejenigen, die die Planungen zur Hauptfeuerwache über Jahre haben schleifen lassen,und das waren nicht die Grünen.
    Wenn jetz an der Spitzmühle bedeutende archäologische Funde den Bau verzögern, sind dann die Römer schuld, oder diejenigen, die diesen Standort unbedingt haben wollten.
    Die Grünen sind aus Gründen der Naherholung, der Stadtökologie und der Archäologie gegen diesen Standort. Gebe es keine Alternative dazu, könnte man die Grünen zu Recht kritisieren. Aber es gibt Alternativen, und derer direkt mehrere.

     
    • R.Roos

      Erinnern Sie sich noch an das Zugunglück in Ehrang? August 2002? Damals wurde vom Stadtrat Abhilfe versprochen wegen der alten Fahrzeuge und der schlechten Einsatzkleidung. Was ist bis heute passiert? Nicht viel. Bis jetzt:Für die freiwilligen wurden 2 ! neue Löschfahrzeuge beschafft. Und die Einsatzkleidung wurde erst vor 2 Jahren begonnen neu zu beschaffen. Nach 13 ! Jahren.

       
  5. Alfred Müller

    Frau Albrecht,
    bei falscher Standortwahl oder zu langer Verzögerung der Baus der Feuerwache kann es gut sein, dass ein Feuerwehrzug seinen Einsatzort nicht rechtzeitig erreicht und dadurch Menschenleben nicht gerettet werden können. Diese Rechtfertigung scheint recht einleuchtend zu sein.
    Und es kommt dem Bürger zuerst darauf an, dass die Feuerwehr kurze Wege hat, nicht darauf, welche Partei mit welcher anderen irgendwelche Bündnisse verabredet hat. Wenn also CDU-Politik an der Sache orientiert wäre, denn bräuchte Herr Schneider gar nicht so deutliche Worte für seine Kritik wählen. Was daran perfide sein soll, bleibt ein Rätsel.

     
    • Jutta Albrecht

      Herr Müller, Ihr vorgebrachtes Argument (Standortwahl und Erreichbarkeit des Einsatzortes) ist mir – wie i.ü. jedem Leser der Rathauszeitung oder anderen Trierer Print- und online-Medien – hinlänglich bekannt. Und Ihr Rätsel ist schnell gelöst: Es geht nicht um “deutliche Worte” eines Stadtratsmitgliedes in einer Angelegenheit, in der man unterschiedlicher politischer Meinung ist, es geht darum, dass er den Stadtratsmitgliedern der Grünen und der CDU pauschal öffentlich unterstellt, die Parteiraison vor den Schutz von Menschenleben zu stellen. Das ist perfide. Ich hoffe, ich konnte es Ihnen jetzt besser erläutern und lade Sie ein, am 19.3. zur Stadtratssitzung zu kommen. Dann können Sie sich die Argumente aller Fraktionen live anhören und sich danach ein Urteil bilden.

       
  6. Tobias Horn

    Man muss das mal klar sagen: Wir haben hochbezahlte Fachfrauen/-männer in der Verwaltung zzgl. externe (ebengfalls gut bezahlt) Berater und dann kommen so ein paar Politamateure aus dem Stadtrat daher und meinen sie wüssten alles besser.
    Glaubt da wirklich einer, die, welche bei der Verwaltung arbeiten, würden ihre Vorschläge aus Jux und Tollerei machen oder aus persönlichem Interesse. Schafft doch einfach die ganze Verwaltung ab und macht es besser ihr Besserwisser, dann werdet ihr sehen wohin das führt, ins blanke Chaos.

     
      • Werner Mayer

        Ui Ui selbsterkenntnis Herr Landele !
        Na dann kann es ja aufwärts gehen … Nun noch einen kleinen Kurs in Sachen wie verhindere ich Mammutsätze die am Ende niemand mehr verstehen kann, will oder soll…

         
        • Rainer Landele

          ihr zweitname ist `niemand`?

           
  7. jürgen lehder

    Für mich ist ganz eindeutig aus den Kommentaren der SPD, FWG und der bald auch in der politischen Landschaft Triers in der Bedeutungslosigkeit versinkenden FDP zu erkennen, dass diese “Bürgerparteien” keine Interessen an berechtigten Sorgen ihrer Bürger und Wähler haben! Zu Herrn Horn möchte ich sagen, dann war er nicht anwesend bei der Sitzung des Ortsbeirates Mariahof. Dort konnte man diese sogenannten Fachleute erleben! Ich war bisher kein großer Freund der Grünen, jedoch kommen sie meiner Meinung nach einer Verantwortungsgesellschaft mit der CDU näher als alle anderen. Das unser scheidender OB den FNP als seine Herzensangelegenheit sieht und diese auf Biegen und Brechen durchdrücken will stimmt mich doch sehr nachdenklich. Ich finde dies absolut nicht demokratisch! Wenn CDU und Grüne den FNP mit einer Stimmenmehrheit stoppen können, so ist dies demokratisch. Wir Wähler haben es so gewollt, denn wir haben so gewählt!

     
  8. Rainer Landele

    da herr schneider offensichtlich bisher nicht in der lage war, die argumente gegen den standort an der spitzmühle zu erfassen, sei nochmals auf die meldung hier beim trier reporter verwiesen:

    http://www.trier-reporter.de/feuerwache-trier-gruene-fakten-sprechen-gegen-spitzmuehle/

    wer dann weiterhin von ideologie oder machterhalt schwadroniert, der hat wohl selbst sein leben so ausgerichtet.

    zum vorwurf der gefährdung von menschenleben: wie ernst soll man sowas von einem stadtrat nehmen, welcher selber anträge zum trierer haushalt stellen kann, wenn man als ohnmächtiger ortsbeirat vor zwei, drei jahren beschliessen soll (und hat), dass die freiwillige feuerwehr kürenz mittel aus dem ortsbeiratsbudget erhält, um weiterhin ihre aufgaben ausreichend erfüllen zu können? anders: wenn es um menschenleben geht, ja dann haben wohl manche räte in der vergangenheit falsche prioritäten gesetzt, oder wie? nee, kurz gesagt, ist einfach armselig, solche argumentation von der fdp…

    als letztes: ich schrieb bereits an anderer stelle, dass ein wichtiger aspekt bei der bewertung von ampelbündnis und nun schwarz grün die emanzipation der stadträte von der verwaltung sei. traditionell gab die verwaltung die richtung vor, die räte nickten ab. das vorgehen von egger und jensen, die in bester anarchomanier auf die vorentscheidungen in den ausschüssen pfeifen, im stadtrat selbst doch noch ihre gewünschte mehrheit zu bekommen, bestätigt dies erneut.

     
  9. Ingo Hennen, Bürgerinitiative Brubacher Hof

    Ich kann Hr. Lehder und Hr. Landele nur zustimmen. Herr Jensen möchte sich am Ende seiner Amtszeit ein Denkmal setzen! Ohne Rücksicht auf die betroffenen Personen und die Einwohner, die später unter den Folgen einer so massiven Erhöhung der Einwohnerzahl leiden werden, versucht Hr. Jensen in Feldherrenmanier den FNP 2025 durchzusetzen. Von seiner mit stolz propagierten Bürgerbeteiligung sind wir weit entfernt, die Zeit drängt im Mai ist Feierabend! Auch wenn ich wiederhole, möchte ich alle Parteien zur Besonnenheit und zum Dialog auffordern. Liebe Politiker nehmen Sie sich die Zeit um alle Fakten zum FNP 2025 gewissenhaft zu prüfen, lesen Sie die Gutachten zum FNP auf der Seite der Stadt Trier, informieren Sie sich beim Naturschutzbund, erfahren Sie mehr über Schadstoffemissionen beim Ministerium für Umwelt, treten Sie mit den betroffenen Bürgern in Kontakt.
    Für eine zügige Abwicklung des Verfahrens ist es doch sinnvoller die Probleme vorab im Dialog zu lösen, als später auf juristischem Wege.

     
  10. Damian Schmitt

    Sehr geehrter Herr Hennen,
    und wie erklären Sie jungen Familien, dass sie bald in Trier keine bezahlbare Wohnung mehr bekommen (wenn sie überhaupt noch eine bekommen bei den Preisen die vor allem von den Luxemburgern vergiftet worden sind)?
    Wollen wir eine Stadt von Alten und ein Altersheim mit schön vielen Grünflächen und Parks für Rollatorfahrer werden oder wollen wir junge Familien nach Trier holen, damit die Stadt auch in 30, 40 oder 50 Jahren noch “lebt”?
    Alle Veränderungen stoßen immer bei einem kleinen Teil auf Widerstand. Das sehen Sie auch bei der Bahnstrecke im Westen. Ich kann die Empörung der Anwohner gut verstehen, aber ich bin trotzdem dafür, dass die Strecke genutzt wird, weil so der ÖPNV verbessert wird.
    Partikularinteressen stehen dem großen Ganzen immer entgegen. Gibt man diesen Partikularinteressen allerdings überall nach ist die Stadt tot. Herr Jensen ist nicht gewählt worden um Einzelinteressen zu vertreten, sondern um sich für das Wohl und die Entwicklung der GANZEN Stadt zu kümmern.

     
    • V.Clemens

      Ich gebe Ihnen Recht. Aber : Wir brauchen gar keine Familien aus dem Umland nach Trier zu holen. Es ist ja noch nicht mal genügend (bezahlbarer)Wohnraum für die da, die auch von hier sind und Familien gegründet haben.

       
  11. C. Wolter

    Herr Hennen, habe selten so einen Quatsch gelesen! Worin soll denn das Denkmal bestehen, das sich Jensen angeblich setzen will? Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Seit Jahren wird diskutiert und konnten sich Bürger einbringen, haben einige auch gemacht. Ich mag es auch da oben spazieren zu gehen, aber irgendwo müssen die Menschen leben. Bürgerbeteiligung heißt nicht dass die Politik jedem folgt! Herrn Jensen “Feldherrenmanier” vorzuwerfen ist so was von bescheuert, das ich sie und ihre BI nicht mehr ernst nehmen kann. Jahrelang wurde Jensen vorgeworfen nicht durchzugreifen und jetzt so was. Mir wird schlecht!

     
  12. Stephan Jäger

    „CDU und Grüne spielten zugunsten des Machterhalts mit Menschenleben. “Das zeigt einmal mehr, dass Trier eine solche Verantwortungsgemeinschaft nicht braucht”

    Ja, in einer Stadt, in der erwachsene Menschen, wie man sich immer wieder anschauen kann, aus „Sorge um das eigene Vorankommen“ nicht in der Lage sind, eine Gasse für Einsatzfahrzeuge zu bilden oder Kreuzungen frei zu halten, möglicherweise. In den meisten anderen Städten wäre eine Anfahrtsstraße wie die Saarstraße wohl ganz normal oder gar recht komfortabel.

    Ansonsten: Brauchen? Och Gottchen, Herr Schneider! Was die Trierer „brauchen“, haben Sie doch bei der letzten Kommunalwahl gezeigt. Wieviel Prozent hatte Ihre Partei da doch noch gleich?

     
  13. Stephan Jäger

    Ach ja, und noch ein Wort zu den „Herzensangelegenheiten“ unseres scheidenden OBs:

    Eine Haupt-„Herzensangelegenheit“, mit der er 2007 zur Wahl angetreten ist, war das Projekt „Stadt am Fluss“. Realisiert ist davon – nach wie vor – eigentlich nur der Fluss.

    Private Initiativen, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, etwas mehr aus der schönen Flusslage der Stadt zu machen, wie z.B. Agenda 191, warten bis heute vergeblich darauf, von „offizieller Seite“ auch nur wahrgenommen zu werden. Oder sie haben, wie die Bit-Sun-Beach, gleich ganz aufgegeben, weil sich die Wahrnehmung, so denn vorhanden, letztlich nur in ständig neuen Schikanen in Form von abstrusen Auflagen zeigte.

    Warum Trier zur Mosel nicht mehr als breite Straßen und Schicki-Micki-Schuhkartons einfällt, kann kein Mensch verstehen, der diese Stadt besucht. Aber vielleicht wird das ja – mit einem neuen OB und einem neuen Baudezernenten – endlich mal ein kleines Stück besser. Ich hoffe jedenfalls…

     
  14. Ingo Hennen

    Sehr geehrter Herr Schmitt,
    Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass durch den FNP in der Zukunft Wohnraum billiger wird. Solange es Luxembourg gut geht und die Zinsen niedrig bleiben, wird sich an dieser Situation nichts ändern. Dazu trägt auch die Art der ausgewiesenen Bebauung bei, auf dem Brubacher Hof sollen 75% Einfamilienhäuser und nur 25% Mietwohnungen, davon 10% Sozialwohnungen entstehen. Wie Sie schon in Ihrem Kommentar erwähnten, werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Grundstücke der Einfamilienhäuser nur an Elitäre oder Luxemburger gehen. Warum schafft man also nicht mehr komprimierten Wohnraum in der Stadt, wo sozialschwache Mitbürger auch ohne Auto ihren täglichen Bedürfnissen nachkommen können? Versuchen sie mal von Mariahof mit ÖPNV oder besser noch, wie die Stadt es vorschlägt, mit dem Fahrrad Ihre Einkäufe für eine Familie zu erledigen, erst Bioladen in der Saarstraße, dann Edeka und DM-Markt Heiligkreuz, vielen Dank! In der Stadt werden von der EGP Luxusgebiete (Castelnau, Bobinet) mit einem nur geringen Anteil an Sozialwohnungen entwickelt, die aufgrund ihrer Nähe zu den Einkaufsmöglichkeiten prädestiniert gewesen wären für eine dichtere Besiedlung. Stadt am Fluß war der richtige Ansatz, beidseits der Mosel befinden sich autofreie Radwege, also warum versucht man nicht mit aller Macht nahegelegene Gebiete wie die zwei Kasernen zu entwickeln? Die Stadt möchte doch unbedingt weg vom Auto hin zum Fahrrad und ÖPNV.
    Auch ohne den Brubacher Hof hätte die Stadt noch genügend Wohnraumpotenziale zur Verfügung, schließlich wären im FNP dann noch 150ha (ca.3200 Wohneinheiten für min. 8500 Menschen) plus die vorhandenen Verdichtungspotenziale in der Stadt zur Verfügung.
    Es kann nicht immer nur “die grüne Wiese”sein!

     

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