Herausforderungen für das Studiwerk

Professorin Andrea Sommer berichtet aus dem zurückliegenden Jahr. Fotos: Rolf Lorig

Professorin Andrea Möller berichtet aus dem zurückliegenden Jahr. Fotos: Rolf Lorig

TRIER. Dass Neujahrsempfänge auch unterhaltsam sein können, hat das Studiwerk am Freitag auf dem Campus 2 unter Beweis gestellt. In der ehemaligen Kapelle konnten Geschäftsführer Andreas Wagner und Professorin Andrea Möller als Vorsitzende des Verwaltungsrates rund 60 Gäste zum alljährlichen Empfang willkommen heißen.

Powerpoint-Präsentationen können verdammt öde sein. Doch es geht auch anders. Wie war das zurückliegende Jahr? Wo liegen die Herausforderungen der Zukunft? Was nach schwerem Stoff klingt, war hier in der Folge nicht zuletzt dank witziger Bilder und Überschriften unterhaltsam und locker-leicht. Den Rückblick auf das vergangene Jahr bewältigte Andrea Möller, die seit einem Jahr amtierende Vorsitzende des Verwaltungsrates, mit Bravour. Die richtige Einstimmung auf die kommenden Informationen vermittelte gleich das erste Chart mit dem passenden Titel ‟Vorhang auf‟.

Ging es dabei noch um kulturelle Angebote, wog das zweite Thema ungleich schwerer. Das Studiwerk steht vor ernsten Herausforderungen, stellte die Professorin fest. Im wesentlichen sind es drei Gründe, die eine strategische Neuausrichtung erforderlich machen: Massive rückwirkende Zuschusskürzungen bei den Landeszuschüssen, Exmatrikulation von rund 500 Langzeitstudierenden und Rückgänge bei den Neueinschreibungen. ‟Diese Nackenschläge des Jahres 2016 stellen uns für die nächsten Jahre vor große Herausforderungen, die wir aber beherzt angehen werden‟, stellte die Vorsitzende fest. Dafür sei aber dank der Unterstützung der Stadtwerke Trier mit der Einführung des ÖPNV-Buspendels zwischen den beiden Hochschulstandorten ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen.

Erfreuliche Energiebilanz in der Wohnanlage “enercase”

So richtig wohlgefühlt habe man sich nicht, als im Sommer die Renovierung der Tarforster Mensaküche anstand und ein Provisorium auf der Forumsplatte als Behelf dienen musste. Doch mit Hilfe von Petrus, der den Studierenden ein mildes Sommerwetter spendierte, sei die Freiluftvariante bei den Gästen gut angekommen. Weitere Themen waren die erfreuliche Energiekostenbilanz bei der Wohnanlage ‟enercase‟, ein Kunstprojekt in der Wohnanlage Petrisberg, gastronomische Innovationen, bargeldlose Bezahlung auf dem Campus sowie der Hinweis auf die aktuelle Ausstellung im Lichtkunstraum ‟Generator‟.

Der neue Baukörper wird sich in seinem Duktus an dem historischen Martinskloster orientieren. Foto: Studiwerk Trier

Der neue Baukörper wird sich in seinem Duktus an dem historischen Martinskloster orientieren. Foto: Studiwerk Trier

Nun war es an Andreas Wagner, den Blick nach vorne zu richten. Und er hatte dabei auch schon eine Neuerung zu verkünden, die den sinkenden finanziellen Mitteln geschuldet ist. Man werde in diesem Jahr in der Gastronomie eine saisonal ausgerichtete Betriebsform erproben, die sich auf nur eine Theke  im ersten Untergeschoss und einen ‟kleinen Libero auf der Forumsplatte‟ kapriziere. Stolz verkündete Wagner, dass es ein überregionales Interesse am Vorzeigeobjekt ‟enercase‟ gebe, was auch in der Berichterstattung der FAZ bereits Anklang gefunden habe.

Mit den nächsten Charts ging Wagner auf den Ausbau der Service-Angebote ein und berichtete von der Zusammenarbeit mit den übrigen Studentenwerken. Und dann kam er zu den eigentlichen Brocken. ‟Rheinland-Pfalz, wir müssen reden‟, hatte er den nächsten Chart übertitelt. in den nächsten Monaten wolle man das Gespräch mit den politischen Entscheidern suchen, um den erosiven Sozialabbau am Campus zu stoppen. Wagner beklagt, dass die Landesregierung die jährlichen Zuschüsse pro Person von 75 auf 50 Euro abgesenkt hat: ‟Soziale Gerechtigkeit funktioniert so auf Dauer nicht mehr.”

Einen Blumenstrauß in den Farben des Studiwerkes mit eingearbeiteten Bienen überreicht Geschäftsführer Andreas Wagner als Gratulation zum Gewinn des Umweltpreises.

Einen Blumenstrauß in den Farben des Studiwerkes mit eingearbeiteten Bienen überreicht Geschäftsführer Andreas Wagner als Gratulation zum Gewinn des Umweltpreises.

Abriss und Neubau hinter dem Martinskloster

Der vorgesehene Abriss und anschließende Neubau des aus den 70er Jahren stammenden Gebäudes hinter dem Studentenwohnheim ‟Martinskloster‟ wird in den kommenden Jahren ebenfalls die Aufmerksamkeit des Geschäftsführers einfordern. Eine Sanierung des Gebäudes mit seinen rund 150 Zimmern rechne sich nicht, deshalb plane man den Abriss und anschließenden Neubau. Der wird das Studiwerk etwa 10 Mio. Euro kosten, die ersten Studierenden sollen im Oktober 2020 dort einziehen können.

Ein weiteres Bauprojekt entsteht auf dem Irminenfreihof. In das Gebäude des früheren Finanzamtes und Verwaltungsgerichtes wird die Hochschule Trier einziehen. Das Studiwerk wird dort künftig eine Mensa und ein Café betreiben, dem man mit Blick auf die Vergangenheit des Hauses bereits den Namen ‟Freispruch‟ gegeben habe.

Zum Abschluss gab es noch einen Blumenstrauß: Andreas Wagner gratulierte Andrea Möller zum Erhalt des Umweltpreises des Landes-Rheinland-Pfalz. (rl)


Drucken
Erstellt am Autor Rolf Lorig in Featured, Gesellschaft Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

* Eingabe erforderlich (Pflichtfelder). Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Die Angabe eines Klarnamens ist nicht erforderlich.